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Korbinian Holzer exklusiv: Der harte Weg zurück

Der deutsche Verteidiger der Anaheim Ducks spricht in der Rubrik Tête-à-Tête über die Rückkehr nach seiner Verletzung

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Autor

Jeden Donnerstag während der Saison 2018/19 wird NHL.com/de in der Rubrik "Tete-a-Tete" ein exklusives Interview mit Spielern oder Persönlichkeiten der NHL zu Themen auf und abseits des Eises präsentieren.

In dieser Ausgabe: Korbinian Holzer von den Anaheim Ducks.

Das vergangene halbe Jahr war nicht leicht für Verteidiger Korbinian Holzer. Der Münchner in Diensten der Anaheim Ducks musste sich im Sommer einer Operation am Handgelenk unterziehen und fiel für den Rest des Jahres aus. Am 6. Januar feierte er seine Rückkehr in den Spielbetrieb für die San Diego Gulls in der American Hockey League.

Zuletzt arbeitete Holzer daran, seine Statistik bei den Gulls weiter aufzubessern, nach der langen Pause wieder zu seinem Spiel zu finden und sich damit auch für die Ducks zu empfehlen. In sieben Spielen kam er auf zwei Tore und einen Assist bei einem Wert von +4. Seine Leistungen in den nächsten Wochen sind entscheidend für seine Zukunft, denn sein Vertrag läuft Ende der Saison aus. Deshalb könnte er ein Kandidat für einen Transfer vor der Trade Deadline am 25. Februar sein. Dank seinem starken Auftritt bei den Gulls wurde er wieder in die NHL berufen.

Aktuell arbeitet Holzer daran, seine Statistik bei den Gulls weiter aufzubessern, nach der langen Pause wieder zu seinem Spiel zu finden und sich damit auch für die Ducks zu empfehlen. In sieben Spielen kommt er auf zwei Tore und einen Assist bei einem Wert von +4. Seine Leistungen in den nächsten Wochen sind entscheidend für seine Zukunft, denn sein Vertrag läuft Ende der Saison aus. Deshalb könnte er ein Kandidat für einen Transfer vor der Trade Deadline am 25. Februar sein.

Im Exklusiv-Interview mit NHL.com/de sprach Holzer unmittelbar vor seiner Rückkehr in die NHL über seine Verletzung, seinen Weg zurück aufs Eis und seine Zukunft.

Du musstest wegen einer OP am Handgelenk lange pausieren und spielst erst seit 6. Januar wieder. Deshalb erstmal die wichtigste Frage: Wie fühlst du dich? Funktioniert die Hand wieder perfekt oder bemerkst du die Verletzung noch?

"Im Großen und Ganzen funktioniert alles sehr gut muss ich sagen. Ich merke die Verletzung kaum noch. Natürlich ist das Handgelenk nach dem ein oder anderen Spiel oder auch nach dem Training noch ein wenig irritiert. Sonst läuft aber alles super. Es fühlt sich gut an auf dem Eis."

Jetzt bist du zunächst bei den San Diego Gulls in der AHL im Einsatz und da läuft es bislang recht gut. Bist du mit deiner Rückkehr aufs Eis soweit zufrieden?

"Dafür, dass ich so lange raus war, das letzte Spiel war im Mai, vor über einem halben Jahr bei der Weltmeisterschaft, läuft das Comeback bisher ganz gut. Die Leistung passt. Klar ist in dem ein oder anderen Bereich noch Luft nach oben. Das Timing, der Rhythmus, die Kondition, dafür braucht man einfach Spielpraxis. Da bin ich aber auf einem guten Weg, ich bekomme hier in San Diego viel Eiszeit, es macht Spaß, die Jungs sind alle super. Wir haben eine richtig gute Mannschaft, deshalb bin ich echt zufrieden."

 

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Kannst du aus deiner Erfahrung in etwa sagen, wie lange es dauert, bis das Gefühl auf dem Eis wieder so ist, wie es vor der Verletzung war?

"Das ist ganz unterschiedlich, je nachdem, wie man das angeht. Man kann sich natürlich einreden, dass das länger dauert. Ich habe da aber eine andere Mentalität. Ich bin nach der Verletzung angetreten und habe mir von Anfang an gesagt: gib Vollgas und werde noch besser als vorher. So habe ich dann auch die Reha gemacht und mit den Leuten zu Hause trainiert. Da habe ich sicher den ein oder anderen überrascht, wie wenig Rost ich abzuschütteln hatte. Das war für mich mental wichtig, zu zeigen, dass ich gut gearbeitet habe."

Für diese Einstellung, deine Arbeitshaltung bist du bekannt und wirst oft dafür gelobt. Könnte das bei der aktuellen Form der Ducks vielleicht ein ausschlaggebender Faktor sein, um schnell wieder zu Einsätzen in der NHL zu kommen?

"Die Hoffnung ist natürlich immer da. Gerne würde ich so schnell wie möglich wieder nach oben kommen. Für mich persönlich ist es jedoch gut, dass ich gerade in San Diego bin. Ich kenne die Trainer, es ist eine sehr gute Mannschaft und man kommt in ein intaktes Gefüge. Es ist nach so einer langen Verletzung gut, wenn man in einer Mannschaft spielt, in der es läuft und in der jeder Selbstvertrauen hat. Das ist leichter, als wenn ich in die NHL zurückgekommen wäre, in diese Negativserie bei den Ducks, da herrscht dann ein ganz anderer Druck. Die Priorität heißt für mich jetzt, gut zu spielen und hoffentlich wieder eine Chance zu bekommen, in der NHL zu helfen, den Trend zum Positiven zu drehen."

 

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Die Ducks haben die längste Niederlagenserie der Franchise-Geschichte hinter sich, auch aufgrund ihres unglaublichen Verletzungspechs. Das ist sicherlich ein Faktor, aber liegt es wirklich allein daran?

"Das ist schwierig zu sagen. Ich war noch nicht viel in Anaheim, da hatte ich jetzt nicht so viel Einblick in dieser Saison. Es sind einige Leistungsträger ausgefallen, was schon an sich sehr schmerzlich ist. Zudem haben sie Verletzungen, nach denen man lange braucht, um wieder auf sein Leistungsniveau zu kommen. Ich war, nachdem ich in die USA zurückgekehrt bin, eine Woche oben (bei den Ducks - d. Red.). Die Stimmung war natürlich nicht so prickelnd. Es ist wirklich schwer zu sagen, woran es gerade liegt. Die Führungsspieler wissen alle, was zu tun ist. Jetzt braucht es einfach mal wieder ein Erfolgserlebnis, dann kann man sich aus diesem Loch wieder herauskatapultieren. Das muss jetzt aber schnell passieren, wenn man in Sachen Playoffs mitreden will."

Ende der Saison läuft dein Vertrag aus, am 25. Februar ist die Trade Deadline. Machst du dir Gedanken über einen Transfer oder ist dein Fokus wirklich so knallhart auf den Moment gerichtet, wie es NHL-Spieler gerne behaupten?

"Das ist oft eine Klischee-Antwort. Ich sag mal, wenn du wie ich mit 30, bald 31, nicht über die Zukunft nachdenkst, kann es gefährlich werden. Ich weiß wie es ist, getradet zu werden. In Toronto ist mein Vertrag ebenfalls ausgelaufen, wir waren aus dem Rennen um die Playoffs und es ging darum, möglichst viele Draft-Picks und junge Spieler zu ergattern. Da kommt es jetzt darauf an, in welche Richtung es in Anaheim geht. Letztens gab es bei den Ducks drei Trades in 24 Stunden. Keiner darf sich bei uns in der Organisation gerade sicher sein, egal ob in der NHL oder in der AHL. Es kann alles passieren. Mich würde es freuen, wenn ich wieder in Anaheim spielen dürfte. Mir gefällt es dort sehr gut, ich habe einen guten Draht zu allen Spielern, wir haben eigentlich eine gute Mannschaft und es hat hier immer Spaß gemacht. Wenn es woanders hingehen sollte, geht es eben woanders hin, da bin ich relativ schmerzfrei. Man kann sich nicht darauf einstellen, man kann das nicht kontrollieren, deshalb zählt nur, was man auf dem Eis machen kann. Wie es Ende Februar aussieht, wird sich zeigen."

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