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Nächste Chance für Korbinian Holzer

Seine NHL-Karriere schien sich dem Ende zu nähern, doch die Ducks wissen, was sie an dem Deutschen haben

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Auf ihn können sich die Anaheim Ducks verlassen. Das südkalifornische Franchise weiß genau, was sie an Korbinian Holzer haben, auch wenn es noch gar nicht so lange her ist, dass sie den deutschen Verteidiger zunächst auf die Waiverliste (13. Februar) gesetzt und einen Tag darauf ins AHL-Farmteam, zu den San Diego Gulls, 'degradiert' hatten.

Am vergangenen Freitag ereilte Holzer die frohe Botschaft, dass er wieder zurück in den NHL-Kader berufen wird und keine vier Tage später trug er wieder das weiß-schwarz-orangene Jersey mit dem 'D' vorne auf der Brust und nicht mehr jenes mit der ernst dreinblickenden, Eishockey spielenden Möwe.

14:23 Minuten Eiszeit bekam der geborene Münchener beim Gastauftritt seiner Ducks im Scotiabank Saddledome der Calgary Flames und durfte durchaus zufrieden mit seiner Vorstellung und dem Ausgang der Begegnung sein.

An einem Treffer beim 4:0-Sieg war der 30-Jährige nicht beteiligt, Offensivakzente zu setzen, ist aber auch nicht das, was von ihm vordergründig erwartet wird, sondern seine Zuverlässigkeit in der Defensive ist gefragt.

 

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Wenn Holzer gerufen wird, dann ist er zur Stelle, wenn er einmal auf der Tribüne Platz nehmen muss, dann gibt es von ihm kein Murren. Die sportlich Verantwortlichen bei den Ducks wissen, dass er mit ganzem Herzen ein Duck ist und er gerne hier spielt, wie er auch schon nhl.com/de bestätigte: "Mir gefällt es in Anaheim sehr gut und ich verstehe mich auch mit den Kollegen in der Kabine ausgezeichnet."

Dass er ausgerechnet in dem so wichtigen Auswärtsspiel, bei einem direkten Playoff-Konkurrenten, zu seinem ersten Einsatz seit dem 6. Februar kam, ist durchaus als Vertrauensbeweis zu sehen. Holzers Einschätzung, was die Trainer von ihm halten, trog ihn nicht: "Sie betonen, dass sie höchsten Respekt davor haben, was ich leiste und wie ich mich verhalte."

Vor allem sehen die Übungsleiter, dass er umgehend da ist, wenn seine Dienste gefragt sind und es ihm stets gelingt, unverzüglich sein Potenzial aufs Eis zu bringen, auch wenn er schon länger nicht mehr zu einem Einsatz gekommen war.

Fast 7 1/2 Jahre ist es her, als Holzer am 6. November 2010, in einem Heimspiel der Toronto Maple Leafs, jenem Klub der ihn 2006 beim NHL Draft in der 4. Runde an insgesamt 111. Stelle gezogen hatte, gegen die Buffalo Sabres zum ersten Mal in der NHL seine Schlittschuhe schnürte. Inklusive der Spielzeit 2014/15 bestritt er 58 Partien für das kanadische Traditionsteam - nicht gerade viele. Auch in Anaheim bekam Holzer keinen Stammplatz: 29 Spiele in der Saison 2015/16, folgten 32 im darauffolgenden Jahr und 15 in der laufenden Spielzeit.

Es gibt nur wenige Eishockeyprofis, die so gelassen mit ihrer persönlichen sportlichen Situation umgehen wie Holzer. Quertreiben gegen Mitspieler, die ihm vielleicht einen Platz im Team streitig machen könnten, kommt für Holzer niemals in Frage. "Dass ich so wenig spiele ist der Rotation geschuldet, erklären mir die Trainer. Klar würde ich gerne häufiger spielen, doch mir bleibt nichts anderes übrig als stets mein Bestes zu geben."

Holzers oberste Prämisse ist es mit den Ducks die Stanley Cup Playoffs zu erreichen. Die Kalifornier liegen zwar zurzeit auf dem dritten Platz in der Pacific Division, haben aber nur einen geringen Vorsprung von drei Punkten auf einen Nicht-Playoffplatz. "Sollten wir die Playoffs erreichen, dann ist alles möglich", prophezeit der sympathische Verteidiger, der gerne seinen fünf Playoff-Auftritten vom Vorjahr noch weitere hinzufügen möchte.

Warum sollte es ihm mit einer solchen positiven Ausstrahlung nicht gelingen?

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