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Kopitar münzt sein Talent in Playofferfolge um

von Sean Gentille / NHL.com

Es fällt einem schwer Anze Kopitar und den Los Angeles Kings einen Vorwurf aufgrund der Niederlage am Sonntag zu machen. Irgendwann musste es wieder einmal passieren, dass sie verlieren.

Die meisten Spieler der Kings wirkten bei der 2-0 Niederlage gegen Phoenix in Spiel 4 des Western Conference Finales indisponiert. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass dies auch mit der 3-0 Führung in der Serie sowie mit dem ungewöhnlichen Spielbeginn um 12 Uhr mittags zusammenhing. Vor Spiel 4 hat Kopitar in sechs aufeinanderfolgenden Partien punkten können - insgesamt brachte er es dabei auf vier Tore und sechs Assists - und die Kings, sie haben sich als Tabellenachter im Westen noch in die Playoffs geschlichen, hatten elf ihrer zwölf Playoffpartien gewonnen.

Kopitar wurde bekannt, als er beim NHL Draft 2005 als zweitbester Spieler ausgewählt wurde, gleich hinter Pittsburghs Kapitän Sidney Crosby. Auch wegen der Mischung aus Körperstatur, Schnelligkeit und Fertigkeiten, die nur wenige Spieler ihr Eigen nennen können. Er hatte bisher wenig Möglichkeiten dies auch in den Playoffs zu zeigen. Im Jahre 2010, als die Kings gegen die Vancouver Canucks in der ersten Playoffrunde nach sechs Spielen ausgeschieden waren, kam er auf fünf Scorerpunkte. Vergangene Spielzeit beim Erstrundenaus nach sechs Spielen gegen die San Jose Sharks konnte er wegen eines Knöchelbruchs erst gar nicht mitwirken.

"Na ja, etwas Playofferfahrung hier in der Kabine zu haben hilft uns. Ich habe keine, überhaupt haben diese nur wenige Jungs hier, aber ein paar eben schon, sagt Kopitar und spielt dabei auf Teamkollegen wie Mike Richards und Jeff Carter an, die in Philadelphia Playofferfahrung sammeln konnten, bevor sie in dieser Saison, unabhängig voneinander, nach Los Angeles gewechselt waren.

Zurzeit läuft es recht gut mit dem 24-jährigen slowakischen Center als spielbestimmende Kraft zwischen Dustin Brown und Justin Williams. Los Angeles' Topreihe bereitet den Coyotes Schwierigkeiten durch ein Plus an Puckbesitz und einem Forechecking, das Phoenix beim Spielaufbau stört. Belohnt werden sie für ihr Engagement durch Tore. Da hat sich vieles gegenüber der regulären Saison geändert, welche die Kings als Team mit den zweitwenigsten Treffern abgeschlossen haben.

Das erste Tor in der Playoffserie gegen Phoenix war ein Musterbeispiel dafür, wie sich die harte Arbeit von Kopitar und Brown auszahlt. L.A. Kapitän Brown erkämpfte sich den Puck vor dem Tor gegen mehrere Coyotes, spielte die Scheibe zu Kopitar und dieser ließ mit einem Rückhandschuss Mike Smith keine Abwehrchance.

Auch Kings' Trainer Darryl Sutter war nach dem 4-2 Sieg der Meinung, dass dieses Tor der Dank für die harte Arbeit in diesem Drittel war.

"Ich glaube es war ungemein wichtig, dass Kopy getroffen hat," sagte Sutter nach der Partie schmunzelnd "die Reihe hatte im ersten Drittel unglaublich viele Chancen. Weil sie ein Tor erzielt haben zählt es als Highlight. Die Reihe war aber im gesamten ersten Spielabschnitt wirklich gut."

Seitdem läuft es wie am Schnürchen! Brown führt die Scorerliste der Liga an und Kopitar liegt nicht weit hinter ihm.

"Es ist ein sehr tolles Rezept. Von allem ein bisschen was, erzählt Williams den Journalisten. "Der nie müde werdende Brownie, dann Kopy, als großer, dominanter Center und ich als Spielmacher. Dies ist nur dann ein gutes Gemisch, wenn wir alle zusammen arbeiten."

"In den letzten ein zwei Monaten zeigen wir viel Laufbereitschaft und sorgen damit für enormen Wirbel im Angriffsdrittel."

Exemplarisch hierfür steht Spiel 3. Gut zwei Minuten nachdem die Coyotes zum ersten Mal in der Serie in Führung gegangen waren, zeigten sich Kopitar und Brown für einen Treffer verantwortlich von dem sich die Coyotes nicht mehr erholen sollten.

Aus dem eigenen Verteidigungsdrittel kommend, sprintete Kopitar Phoenixs Stürmer Lauri Korpikoski davon, Brown bereitete mit einem lockeren Pass zu Kopitar den Konter vor und als dieser ganz allein vor Smith stand, spielte er die Scheibe von der Vor- auf die Rückhand, Smith streckte sein linkes Bein aus, da er auf dieser Seite den Schuss erwartete, doch Kopitar bugsierte den Puck zwischen die Schoner ins Netz. Es war Kopitars fünftes Playofftor. Die Führung der Coyotes war Geschichte und sogar Coyotes Teamkapitän zollte diesem Spielzug nach Los Angeles 2-1 Erfolg Respekt.

"Das war schon großartig von ihnen herausgespielt," sagte Shane Doan. "Dieses Tor brachte sie wieder zurück ins Spiel."

Kopitar hat einen Torriecher. Er war schon in der regulären Saison mit 76 Zählern Los Angeles punktbester Akteur.

"Ich wusste, wenn ich einen Schritt an Korpikoski herankomme, dann gibt es die Chance zu einem Breakaway", erzählte Kopitar. "Browns Pass war perfekt. Zum Schluss war er drin. Das war rein instinktiv von mir und zum Glück hat es funktioniert."

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