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Butcher und Kerfoot wollen Kaderplatz

Die Colorado Avalanche und die New Jersey Devils geben den jungen Spielern die Chance im Trainingscamp

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Einen vieldiskutierten Neuzugang präsentierten jetzt die Colorado Avalanche in der Person von Alexander Kerfoot. Der Unrestricted Free Agent kommt direkt aus dem College, genauer gesagt aus Harvard nach Denver. Seine Verpflichtung soll die Kader-Tiefe der 'Avs' in Zukunft etwas vergrößern.

Der stämmige Center ist bereits 23 Jahre alt und wurde ursprünglich in der fünften Runde des NHL-Drafts 2012 von den New Jersey Devils ausgewählt.

Viele Beobachter in Colorado wunderten sich über diese Ergänzung des Kaders, hatten von dem Spieler zuvor noch nie gehört. Kritiker sehen den Spieler aktuell noch nicht in der Lage in der besten Eishockeyliga der Welt aktiv mitzumischen.

Doch es gibt auch berechtigten Grund zu Optimismus, was seine Verpflichtung betrifft. Seine offensiven Talente wurden in den vergangenen Jahren schon von einigen Wegbegleitern hervorgehoben. Offenbar verfügt der Center auch über eine gute Spielübersicht und ein ungewöhnliches Spielverständnis.

Passspiel und Torabschluss wurden von einigen Talentscouts stets gelobt. Auf der anderen Seite ist sein Eislauftalent wohl noch deutlich verbesserungswürdig. Hier liegt wohl auch der Knackpunkt, wenn es Kerfoot tatsächlich in die NHL schaffen will.

Nicht wenige Insider sehen in ihm schlicht eine Kaderergänzung mit wenigen Chancen auf tatsächliche Einsätze. Joe Sakic und seine Mitarbeiter stehen aktuell eben sehr unter Druck den Neuanfang in Denver voranzutreiben. Und solche Verpflichtungen bieten mit etwas Glück eben auch immer eine große Chance auf einen Glückstreffer. Die Hoffnung darauf dürfte hier in den Augen der Verantwortlichen vorhanden sein. Das Risiko ist auf der anderen Seite ja auch sehr gering, fast nicht vorhanden. Warum also nicht mal einen Versuch wagen?

Von der Universität von Denver hingegen kommt Free Agent Will Butcher nun zu den New Jersey Devils. Der Verteidiger sah offenkundig einige Parallelen zwischen seinem Team an der Uni und der im Umbruch befindlichen NHL-Franchise von der Ostküste der USA.

Nach Gesprächen mit Trainer John Hynes und dem dortigen General Manager Ray Shero äußerte er sich folgendermaßen: "Die Art wie die Devils spielen erinnert mich stark an die Spielweise meines College-Teams unter Trainer Jim Montgomery. Das hat mir die Entscheidung für den Wechsel schon sehr erleichtert."

Butcher hatte zuletzt offenbar sogar vier NHL-Teams unter denen er wählen konnte. Neben den Devils hatten offenbar auch die Teams aus Las Vegas, Buffalo und Los Angeles ernsthaftes Interesse an seiner Verpflichtung.

Der Gewinner der Hobey Baker Memorial Award des Jahres 2017, die Auszeichnung für den herausragenden College-Spieler der USA, gab die Gespräche mit Hynes als entscheidend für seinen Entschluss an.

 

Die Übereinstimmungen in Sachen Strategie und Spielentwicklung könnten dem Nachwuchsspieler tatsächlich entscheidend weiterhelfen, wenn er sich zukünftig in der besten Eishockeyliga der Welt etablieren möchte.

"Ich hoffe, dass es eine Art Geschenk für mich ist, wie die Devils zukünftig spielen werden, dass meine Art Eishockey zu spielen da voll zur Geltung kommen kann."

Zuvor hatte Butcher es am Anfang des Sommers noch abgelehnt zu den Colorado Avalanche zu wechseln. Gespräche führten hier zu keiner Einigung. Seither hatte er sich in erster Linie auf sein Training konzentriert, wie er betonte.

Die Devils zeigten ihm nun offenbar eine wirkliche Perspektive in Richtung NHL auf. Im anstehenden Trainingscamp kann er nun um einen Kaderplatz mit realistischen Chancen kämpfen. Doch auch wenn er es nicht auf Anhieb in den Kader schaffen sollte, auf Sicht sind seine Perspektiven in New Jersey sicherlich nicht schlecht.

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