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NHL-Karrieren, die viel zu früh endeten

Nach Hossas Saisonaus stellen wir drei ehemalige Spieler vor, die vorzeitig ihre Schlittschuhe an den Nagel hängen mussten

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Die Chicago Blackhawks verkündeten Ende Juni, dass ihr Stürmer und dreimaliger Stanley Cup Sieger (2010, 2013 und 2015) Marian Hossa wegen einer aggressiven Hauterkrankung und der notwendigen Behandlung die komplette Saison 2017-18 ausfallen wird.

Es stellt sich bei einem 38-jährigen Spieler, wie dem Slowaken, natürlich die Frage, ob er danach überhaupt in der Lage und willens ist, seine Karriere fortzusetzen, obwohl er noch für vier Jahre einen Vertrag in Chicago besitzt.

"Es bricht einem das Herz zu sehen, was er durchmacht, wenn man weiß, dass es zu früh ist", sagte Kapitän Jonathan Toews der Chicago Tribune. "Er hat noch einiges drauf. Ich könnte mir vorstellen, dass er einer dieser Jagrs werden würde, die noch sechs oder sieben Jahre spielen. Von daher ist es hart, das zu sehen."

Wir nehmen Hossas Ankündigung zum Anlass zurück zu blicken, dass es in der Geschichte der NHL schon etliche Beispiele vor ihm gab, deren Karrieren frühzeitig endeten und die es nicht einmal wie er schafften, bis ins Alter von 38 Jahren aktiv zu bleiben.

Paul Kariya wurde beim NHL Draft 1993 von den Mighty Ducks of Anaheim an der vierten Stelle ausgewählt und trat danach den Beweis an, dass es sich bei ihm um ein großes Stürmertalent handelte. In seiner zweiten NHL-Saison 1995-96 verbuchte er 108 Punkte.

Er durchlief eine außerordentliche Laufbahn und wurde vor allem als kongeniales Duo mit dem Finnen Teemu Selanne bekannt. Neben Anaheim waren seine Stationen die Colorado Avalanche, Nashville Predators und St. Louis Blues, für die er in 989 NHL-Spielen insgesamt 402 Tore und 587 Assists zu genauso vielen Punkten wie absolvierte Partien schaffte.

In den aktiven Jahren hatte Kariya jedoch häufig mit Gehirnerschütterungen zu kämpfen, was ihn im Juni 2011 im Alter von 36 Jahren auf Anraten seiner Ärzte dazu veranlasste vom Spielbetrieb zurückzutreten, nachdem er bereits die komplette Saison 2010-11 wegen Nachwirkungen seiner letzten Gehirnerschütterung ausgesetzt hatte.

Ein gleiches Problem begleitete Eric Lindros in seinen aktiven Jahren. Er war im NHL Draft 1991 der Toppick durch die Quebec Nordiques, für die er sich allerdings weigerte zu spielen und so seinen Transfer zu den Philadelphia Flyers forcierte. Treppenwitz der Geschichte war, dass Quebec durch diesen Trade zum Spitzenteam aufstieg und als Colorado Avalanche 1996 und 2001 zwei Mal den Stanley Cup gewann, während Lindros ihn nie gewinnen konnte.

Trotzdem wurde der Kanadier mit der Nummer 88 in diesem Jahr zurecht zu einem der großartigsten 100 NHL-Spieler aller Zeiten gewählt. In 760 Spielen für die Flyers, New York Rangers, Dallas Stars und Toronto Maple Leafs konnte Lindros 372 Tore erzielen und 493 weitere vorbereiten und damit 865 Punkte sammeln. Seine beste Saison hatte er 1995-96 mit 115 Punkten.

Wie sein jüngerer Bruder Brett, der für die New York Islanders spielte und bereits 1996 wegen den Nachwirkungen einer Gehirnerschütterung die Karriere beendete, erlitt der talentierte Lindros einige Male diese tückische Verletzung, aber auch eine Knie- und Handverletzung zum Ende, zwangen ihn dazu schon 2007 im Alter von nur 34 Jahren seine Schlittschuhe an den Nagel zu hängen.

Offiziell beendete Peter Forsberg im Alter von 36 Jahren am 12. Februar 2011 seine Laufbahn, praktisch war sie allerdings schon vier Jahre zuvor im Jahr 2007 beendet, denn er absolvierte danach nur noch neun Spiele für die Avalanche und 26 für den schwedischen Klub MoDo. Doch gemessen an dem, was er zuvor auf dem Eis zeigte, war er nur noch ein Schatten seiner selbst.

Forsberg war gezeichnet durch die Schmerzen zahlreicher Verletzungen, die er auch bedingt durch seine physische Spielweise erlitt und ihn bereits dazu zwangen die komplette Saison 2001-02 auszusetzen. Insbesondere eine schwerwiegende Fußverletzung war es, die ihn später plagte und schließlich zum Aufgeben bewegte.

Nichtsdestotrotz wurde auch der Schwede in diesem Jahr zu einem der 100 großartigsten NHL-Spieler benannt. Er kam über den erwähnten Lindros Trade nach Quebec und gewann mit Colorado zwei Mal den Stanley Cup.

In seiner NHL-Karriere stehen 708 NHL-Spiele bei den Avalanche, Flyers und Predators mit 249 Toren und 636 Assists in der regulären Saison und 151 Spiele mit 64 Treffern und 107 Vorlagen in den Playoffs zu Buche.

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