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Kapitän Roman Josi heißt Mike Fisher willkommen

Rückkehr seines Vorgängers stellt für den Schweizer und seiner Meinung nach auch für das Team kein Problem dar

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Jeden Donnerstag im Lauf der Saison 2017/18 wird NHL.com/de Berichte über deutschsprachige Spieler aus der NHL liefern. Von den jungen Spielern, die sich einen Namen machen wollen, zu den etablierten, die ihr Team anführen, werden wir den Fokus auf interessante Geschichte rund um die deutschsprachigen Spieler in der NHL legen.

In dieser Ausgabe geht es um Roman Josi.

In Nashville um und in der Bridgestone Arena, der Heimstätte der Nashville Predators, ist die Nummer 59 mit dem "C" für den Kapitän auf der Brust allgegenwärtig. Man könnte fast meinen, der junge Mann, der dieses Trikot trägt, steht gerne im Mittelpunkt und sich zur Schau, doch begegnet man Roman Josi persönlich, so trifft man auf einen eher bescheiden und zurückhaltend, aber doch offen, agierenden Eishockeyspieler.

Zu Beginn dieser Saison hat der Schweizer das Kapitänsamt der Predators übernommen und nach absolvierten gut drei Vierteln der regulären Saison ist Josi nach wie vor begeistert bei der Sache. "Es macht Spaß", verdeutlicht er im Interview mit NHL.com/de zu Beginn der Woche. "Wir haben bisher eine gute Saison gespielt und ich denke als Kapitän macht es dir das Leben etwas einfacher, wenn wir als Team gut spielen. Wenn du vorne dabei bist, dann ist es schöner ins Stadion zu kommen. Wir haben eine gute Führungsgruppe und unterstützen uns sehr gut."

Typisch für Josi, dass er sofort die Mannschaft in den Vordergrund rückt und den Fokus weniger auf sich selber richtet. Es sind genau diese Gesichtspunkte, die womöglich den Ausschlag gaben, warum die Predators ihn als ihren neuen Kapitän wählten, nachdem sein Vorgänger Mike Fisher nach den verlorenen Stanley Cup Finale gegen die Pittsburgh Penguins im vergangenen Sommer die Schlittschuhe vorerst an den Nagel hängte.

"Ich habe sehr viele Gespräche mit dem Trainer und natürlich gelegentlich auch mit den Mannschaftskollegen", umschreibt Josi seine Aufgabe. "Ich bin aber glaube ich immer noch der gleiche Typ in der Kabine wie vorher, aber es gibt immer ein paar organisatorische Sachen oder wenn der Trainer Anliegen hat, dann bin ich sicher mehr gefragt als es früher der Fall war."

Vor drei Wochen dann die Meldung, dass Fisher sein Comeback wagen möchte und erneut ins Training einsteigen wird. Wieder etwas bei dem der Kapitän gefordert sein würde. Wird Fisher von der Mannschaft akzeptiert werden, wenn er nun gegen Ende der Saison plötzlich wieder einsteigt? Hat er noch den Biss und ist er fit genug? Wird es die Hierarchie in der Mannschaft stören, wenn der Ex-Kapitän zurückkehrt? Oder muss Josi gar sein C, schon aus Anstand, wieder abgeben?

Video: OTT@NSH: Josi bezwingt Anderson im Powerplay
 
Josi trifft sich mit Fisher bei einem gemütlichen Abend zum Essen und redet mehrere Stunden mit ihm. Das Ergebnis: Beide sind angetan von der Möglichkeit Fisher wieder im Team zu haben.

"Super für uns", schwärmt Josi auch heute noch und lässt keinen Zweifel an der Richtigkeit der Entscheidung. "Mike ist so ein guter Spieler und ein unglaublicher Leader in der Garderobe. Wir haben ihn vermisst. Als er gekommen ist, haben alle gestrahlt und alle lieben ihn. Er wird uns weiterhelfen, davon bin ich überzeugt."

Keine Anzeichen für Befürchtungen, dass die Rückkehr von Fisher die Mannschaft stören könnte, weil zum Beispiel ein Anderer im Kader für ihn Platz machen muss. "Kein Problem, das wird definitiv kein Thema sein", unterstreicht Josi deutlich.

Er selbst sah sich in den vergangenen Tagen an den Beginn seiner NHL-Karriere zurückerinnert. Zwei Mal hieß der Gegner Detroit Red Wings, so wie in seinem ersten NHL-Spiel am 26. November 2011. Etwas Besonderes für ihn gegen diesen Gegner zu spielen?

 

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"Auf jeden Fall", betont Josi. "Es war ein sehr spezieller Moment für mich, an den ich mich gerne zurück erinnere. Ich kann mich noch genau daran erinnern. Es war in Detroit. Wir haben damals sehr viel gegen sie gespielt und es gab eine kleine Rivalität. Für mich sehr speziell."

Die Predators kämpfen anders als damals um die Spitzenplatzierung in der Central Division, der Western Conference und der gesamten NHL. Derzeit geht es zwischen Nashville, den Vegas Golden Knights, den Tampa Bay Lightning und den Boston Bruins, die eng beieinander liegen, im Kampf um die Presidents' Trophy knapp zu.

"Das Heimrecht ist extrem wichtig", merkt Josi darauf angesprochen an. "Wir haben gerade im letzten Jahr gesehen, dass wir zu Hause sehr stark waren und haben die ganzen Playoffs nur zwei Spiele in unserer Halle verloren. Aber es geht natürlich auch darum mit möglichst vielen Siegen im Rücken in die Playoffs zu gehen."

Die Predators werden als einer der Favoriten gehandelt. Vielleicht darf am Ende ein Schweizer erstmals in der Geschichte des Stanley Cups diesen vom NHL Commissioner Gary Bettman in Empfang nehmen? Es wäre eine großartige Geschichte.

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