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Flyers setzen auf ihre jungen Talente

Serie 31 in 31 von NHL.com/de: Philadelphia will junge Spieler wie Draft Nolan Patrick für erfolgreiche Saison einbauen

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Der Startschuss zur NHL-Saison 2017-18 steht zwar noch nicht unmittelbar vor der Türe, doch die Nachwuchs-Camps sind geschafft und die Trainingscamps in Sichtweite. Wir denken, dass es das Beste ist, die Sommerhitze im August mit Analysen Eurer Lieblingsteams zu bekämpfen.

Jeden Tag wird Euch NHL.com/de im Rahmen der 31 in 31 Serie mit fundierten Einschätzungen der Mannschaften versorgen.

Wo wird die Reise für den Liganeuling Vegas Golden Knights hingehen? Können die Pittsburgh Penguins ihre dritte Meisterschaft in Folge feiern? Welche Teams könnten uns alle überraschen?

Alle diese Fragen werden in den täglichen Artikeln beantwortet.

Heute analysieren wir die Philadelphia Flyers:

Bilanz 2016/17: 39-33-10, 6. Platz in der Metropolitan Division
Playoffs 2017: nicht erreicht
Trainer: Dave Hakstol, seit Mai 2015
Neuzugänge: Brian Elliott, Jori Lehtera
Abgänge: Brayden Schenn, Steve Mason, Pierre-Edouard Bellemare, Michael Del Zotto, Nick Schultz, Nick Cousins

Wo sie herkommen:

Die Philadelphia Flyers sind mit 57,6% nach den Montreal Canadiens (59,0%) die zweitbeste Franchise der NHL aller Zeiten bei dem prozentualen Anteil der geholten Punkte. Allerdings liegt ihr letzter Stanley Cup Sieg bereits 42 Jahre in der Saison 1974/75 und der letzte große Erfolg mit dem Gewinn der Eastern Conference im Jahr 2010 sieben Jahre zurück. Auch in der abgelaufenen Saison schafften es die Flyers wieder einmal nicht in der starken Metropolitan Division die Playoffs zu erreichen, hatten dann aber in der Draft Lotterie Glück, den zweiten Zug zu erhalten, der ihnen einen guten Nachwuchsspieler bescherte und neue, erfolgreichere Zeiten einläuten soll.

Was sie änderten:

Doch nicht nur Center Nolan Patrick, den sie an dieser Stelle zogen, soll den Wandel garantieren, sondern ebenso sollen Spieler aus den NHL Drafts der vergangenen Jahrgänge und die damit verbundene Arbeit der Spielerentwicklung Früchte tragen.

"Wir haben einige Jungs, die um zwei Plätze im Sturm kämpfen werden", betonte General Manager Ron Hextall. "Wer wird sich durchsetzen? Ich weiß es nicht. Es liegt an ihnen, es zu zeigen. Wir haben vorne ein oder zwei Plätze und in der Verteidigung ein oder zwei Plätze. Es liegt an unseren Jungen zu zeigen, dass sie in der Lage sind, uns zu einem besseren Team zu machen."

Topkandidaten für den Sturm sind natürlich Patrick und Oskar Lindblom. Sie sind die ersten Anwärter die getradeten Brayden Schenn (zu den St. Louis Blues) und Nick Cousins (zu den Arizona Coyotes) zu ersetzen.

Während Patrick erst am 13. Juni operiert wurde und deswegen am Entwicklungscamp nicht teilnehmen konnte, aber bis zum Trainingscamp fit sein soll, stellte der 20-jährige Lindblom im Sommer seine Qualitäten unter Beweis, die er in der abgelaufenen Saison für Brynas in der schwedischen Liga mit 47 Punkten (22 Tore, 25 Assists) in 47 Spielen verdeutlichte.

Ebenfalls gute Chancen werden dem 24-jährigen Mike Vecchione eingeräumt, der in der vergangenen Spielzeit zweimal in der NHL zum Einsatz kam und den von den Vegas Golden Knights im NHL Expansion Draft ausgewählten Pierre-Edouard Bellemare in der vierten Reihe zu ersetzen.

In der Defensive werden wohl die 22-jährigen Samuel Morin und Robert Hagg, beide feierten in 2016/17 ihr NHL Debüt, sowie der 21-jährige Travis Sanheim und der 20-jährige Philippe Myers um die freien Plätze kämpfen, die Michael Del Zotto, der zu den Vancouver Canucks ging, und Nick Schultz, der immer noch ohne Vertrag ist, hinterlassen haben.

Die Flyers sind nicht nur darauf angewiesen, dass die Nachwuchsleute einschlagen, um wieder in die Playoffs einzuziehen, sondern auch auf mehr Produktion ihrer Stammkräfte. Claude Giroux konnte zwar in der vergangenen Saison 58 Punkte (14 Tore, 44 Assists) den zweitbesten Wert der Mannschaft verbuchen, es war aber zugleich sein schlechtester Wert seit der Saison 2009/10.

Video: MTL@PHI: Giroux erzielt ein PPG durch den Verkehr

Punktbester war Jakub Voracek mit 61 Punkten (20 Tore, 41 Assists), doch sein Höchstwert lag schon einmal bei 81 Punkte drei Jahre zuvor. "Wir brauchen mehr von diesen Jungs", verdeutlichte Hextall. "Sie wissen es. Sie wollen selbst mehr. Sie wissen, dass sie sehr gute Spieler sind und sie müssen für uns sehr gute Spieler sein."

Auf der Torhüterposition soll Neuzugang Brian Elliott, der von den Calgary Flames kam, mehr Stabilität verleihen und zusammen mit Michal Neuvirth als Tandem die Gegentore minimieren. Der letztjährige Flyers-Torhüter Steve Mason unterschrieb bei den Winnipeg Jets.

Philadelphia war im Bereich der Fangquote bei nummerischem Gleichgewicht zuletzt nur an 26. Position in der NHL. In diesem Bereich müssen sie besser werden und ihre seit Jahren laufende Suche nach einem erfolgreichen Torhüter-Duo endlich zu einem positiven Ende bringen.

Elliott hatte keinen guten Start bei den Flames, holte aber zum Abschluss 23 Siege in 36 Spielen und verhalf seinem Team so noch zum ersten Wildcard-Platz in der Western Conference.

Video: CGY@NYI: Elliott stoppt Alleingang mit Save

"Über die Spanne von 82 Spielen brauchst du ein gutes Duo, beide Jungs, und wir sind erfreut darüber", gibt sich Hextall optimistisch. "Ich denke Brian spielte die vergangenen sechs oder sieben Jahre sehr gut und wir sehen ihn als wirklich guten Torhüter an."

Wie sie abschneiden könnten:

Die Bilanz der Flyers in den vergangen vier Jahren war ein stetiger Wechsel zwischen Playoff-Teilnahme und verpassten Playoffs. Demnach würde in 2018 wieder die Qualifikation anstehen, doch der gestartete Umbruch mit einigen jungen Spielern wird Zeit beanspruchen und die kommende Saison zu einer eher schweren werden lassen. Dabei begleiten die Entwicklung von Philadelphia einige Unsicherheiten und die Metropolitan Division ist zu gut besetzt, so dass ein Erfolg der Flyers eher fraglich als gewiss erscheint.

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