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Junge Finnen beeindrucken mit Punkten in Serie

Mikko Rantanen führt die Liga nach Punkten an, Patrik Laine ist der zweitbeste Torschütze und ihre Landsleute halten Schritt

von Alexander Gammel @nhlde / NHL.com/de Autor

Eine Nation braucht nicht viele Einwohner, um eine Vielzahl an großen Eishockeyspielern hervorzubringen. Eines der besten Beispiele dafür ist in den letzten Jahrzehnten Finnland. Das kleine Land mit nur fünfeinhalb Millionen Einwohnern stellte einige der besten Spieler des europäischen Kontinents. Bereits in den achtziger Jahren waren Jari Kurri und Esa Tikkanen in einer Reihe mit Wayne Gretzky maßgeblich an den größten Erfolgen in der Geschichte der Edmonton Oilers verantwortlich. Kurri gilt bis heute als einer der besten europäischen Spieler aller Zeiten.

Nach Kurri folgten noch weitere riesige Talente, wie Teemu Selanne, der 2017 als zweitbester europäischer Torschütze der NHL-Geschichte in die Hockey Hall of Fame aufgenommen wurde, oder Saku Koivu, der erste Kapitän der Montreal Canadiens, der nicht aus Kanada kam. Sucht man nach großen Namen und Leistungen aus dem Land der tausend Seen, muss man allerdings nicht auf ehemalige Größen zurückgreifen. Auch unter den aktiven Athleten der NHL, befinden sich beeindruckende Talente aus dem hohen Norden.

 

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Patrik Laine wurde in der ersten Runde des NHL-Draft 2016 von den Winnipeg Jets an zweiter Stelle gewählt und ist seitdem einer der spektakulärsten und meistbeachteten Spieler der Liga. Seit er seine NHL-Karriere begann, erzielte nur Alex Ovechkin (110 Tore) mehr Tore als Laine (103).

"Wir reden gar nicht mehr mit Patrik. Wir sprechen nur noch mit den anderen Spielern und sagen ihnen, dass sie ihm den Puck geben sollen", scherzte Trainer Paul Maurice von den Winnipeg Jets in Laines erster NHL-Saison. Umso beeindruckender ist es, dass der 20-jährige Stürmer aus Tampere in der laufenden Saison mit 29 Punkten (23 Tore, sechs Assists) nur der viertbeste finnische Scorer ist.

Video: CHI@WPG: Laine schnappt sich den Puck und trifft

Finnland ist erst seit relativ kurzer Zeit auf internationalem Niveau erfolgreich. Die erste Medaille im Eishockey holte Finnland erst im Jahre 1988, als sie bei den Olympischen Spielen in Calgary nur einen Punkt hinter der Sowjetunion den zweiten Platz belegten. Seitdem kamen bei olympischen Spielen eine Silbermedaille und vier Bronzemedaillen hinzu, bei Weltmeisterschaften lautet die Ausbeute drei Mal Bronze, acht Mal Silber und zwei Mal Gold. In den letzten fünf Jahren gewann Finnland außerdem zweimal die U20-WM.

Diese starke Nachwuchsarbeit zeigt sich auch in der NHL. Unter den sieben punktbesten Finnen, ist Minnesota Wilds Mikael Granlund (elf Tore, 21 Assists) mit 26 Jahren der älteste Spieler. Der 22-jährige Mikko Rantanen von den Colorado Avalanche führt die gesamte Liga mit 53 Punkten (13 Tore, 40 Assists) an. Der 21-jährige Sebastian Aho (elf Tore, 22 Assists) und der 24-jährige Teuvo Teravainen (sechs Tore, 18 Assists) sind seit drei Jahren die absoluten Leistungsträger in der Offensive der Carolina Hurricanes.

Aho erzielte am Freitag zwei Tore und zwei Assists und ist nun der viertbeste finnische Scorer unter 22 Jahren in der NHL-Geschichte. Hinter Rantanen, Aho, Granlund und Laine, folgt der 23-jährige Aleksander Barkov mit 28 Punkten (elf Tore, 17 Assists), hinter ihm kommen Teravainen und Kasperi Kapanen (zwölf Tore, zehn Assists), der bei den Toronto Maple Leafs mit 22 Jahren seine erste Saison als Stammspieler erlebt.

Video: CHI@CAR: Aho durch die Beine zum OT-Sieg

Die nordischen Staaten sind im Eishockey traditionell vor allem für eine starke Defensive und taktische Disziplin bekannt. Die jüngste finnische Generation sorgt jedoch immer mehr mit Schnelligkeit und Offensivstärke für spektakuläre Aktionen und verdient sich damit Respekt in der Eishockeywelt.

Beim NHL Draft 2019 warten bereits die nächsten großen Talente. Verteidiger Anttoni Honka und Stürmer Kaapo Kakko gelten als Topkandidaten für die vorderen Plätze in der ersten Runde. Vor allem Außenstürmer Kakko steht im Fokus der Scouts. Mit 17 Jahren ist er bereits ein Leistungsträger beim Traditionsverein TPS in der finnischen Liiga, der höchsten Spielklasse, in der er bereits vergangene Saison erstmals zum Einsatz gekommen war. In der laufenden Spielzeit brachte er es auf 20 Punkte (neun Tore, elf Assists) in 29 Spielen.

Kakko dürfte sich alsbald in die Riege finnischer Topscorer einreihen, die immer mehr Mitglieder gewinnt. Das ist eine Entwicklung, die sich noch eine Zeit lang fortsetzen dürfte. In Finnland ist Eishockey mehr als nur ein Sport, die Begeisterung für die schnellste Mannschaftssportart grenzt an religiösen Eifer. Davon profitiert auch die NHL, wie Laine, Rantanen, Aho und all ihre Kollegen beweisen.

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