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Roman Josi kommt langsam in Fahrt

Der Verteidiger der Nashville Predators hat seine Saisonausbeute zuletzt verdoppelt

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Roman Josi hat im Spiel seiner Nashville Predators am Dienstag gegen die Colorado Avalanche wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt, warum er für sein Team so wertvoll ist.

Die Hausherren taten sich gegen die Gäste, die derzeit die schlechteste Mannschaft in der NHL nach Punkten sind, schwer sich durchzusetzen. Doch Josi zog in der 42. Minute in doppelter Überzahl nach Vorlage von Stürmer Ryan Johansen direkt ab und ließ dem gegnerischen Torhüter Semyon Varlamov mit seinem Strich keine Abwehrchance. Der Puck schlug zur 4-3 Führung, die bis zum Ende Bestand haben sollte, im Netz ein.

Der Schweizer konnte seinen vierten Saisontreffer bei seinem 25. Saisoneinsatz erzielen. Es war sein zweiter Treffer in den letzten drei Spielen. Er liegt so bei den erzielten Toren wieder im Schnitt seiner Spielzeiten zuvor, denn Josi ist keine Tormaschine, sondern eher ein kluger Passgeber im Spielaufbau und der Puckverteilung, was ihm viele Assists einbringt.

Doch auch in diesem Bereich haperte es zum Saisonauftakt, als er nach 17 Spielen nur zwei Tore und sechs Assists zu Buche stehen hatte. In den zurückliegenden acht Partien allerdings markierte er zwei weitere Tore und darüber hinaus acht Vorlagen, wodurch der 26-jährige Berner seine Gesamtausbeute von davor zuletzt verdoppeln konnte.

Ein wichtiges Signal für ihn, denn Kritiker unkten bereits, dass Josi ohne seinen langjährigen Partner in der Verteidigung Shea Weber nicht mehr so produktiv sein könne. Weber wurde im Sommer im Austausch für P.K. Subban zu den Montreal Canadiens abgegeben.

Video: Josi zieht ab und trifft

Nur ein anderes Verteidigerpaar hatte seit dem Jahr 2010 zusammen mehr Eiszeit absolviert als Weber und Josi. Auf über 75 Stunden summiert sich die Zeit, die beide bei numerischen Gleichgewicht auf dem Eis standen und es ist kein Geheimnis, dass Weber wesentlichen Anteil am Aufstieg von Josi zu einem der besten Verteidiger der NHL hatte.

"Wir haben auf vielen Ebenen gut harmoniert, nicht nur auf dem Eis", sagte Josi nach dem Weggang von Weber. "Deswegen war er wichtig für mich und meine Entwicklung. Er war wie ein großer Bruder. Er ist einer, den du nur beobachten musstest, um besser zu werden. Einer, vor dem du Respekt hast. Er hatte Führungsqualitäten alleine durch das, was er in der Kabine tat. Er war Vorbild in jeder Situation."

Trainer Peter Laviolette probierte natürlich aus, Josi zusammen mit Subban in einem Paar spielen zu lassen, doch das Experiment scheiterte zunächst. Die Spielertypen von Weber und Subban sind zu verschieden und der meist exzentrisch auftretende Subban passte nicht so recht zum solide spielenden Josi. Seitdem agieren beide getrennt mit unterschiedlichen Partnern.

Subban spielt in der Regel mit Mattias Ekholm und Josi überwiegend mit Ryan Ellis. Es könnte sein, dass es im Lauf der Saison wieder zu einem Zusammenschluss kommt, doch momentan läuft es in der bestehenden Konstellation ganz gut, wie die Zahlen belegen. So hat Subban neun Punkte in den letzten zehn Spielen markiert.

Erschwerend für Josi kam hinzu, dass er aufgrund der Finalteilnahme mit Team Europa beim World Cup of Hockey 2016 erst am 5. Oktober, also weniger als eine Woche vor dem Saisonstart im Training Camp der Predators eintraf. Die Zeit sich mit einem neuen Partner einzuspielen fiel so extrem kurz aus.

Video: CHI@NSH: Josi mit Direktabnahme im PP erfolgreich

Josi hat in dieser Saison bereits mit vier Partner zusammengespielt, was belegt, dass Trainerteam und der Spieler selbst nach der optimalen Lösung suchen und noch am Probieren sind.

"Ich versuche meine Leistung zu bringen", sagte Josi vor der Saison. "Ich bin jetzt schon ein paar Jahre hier und natürlich schmerzt es Shea verloren zu haben, also müssen wir alle zulegen und ein Stück Führung übernehmen."

Der Wechsel von Weber und Subban war und ist für die gesamten Predators eine Herausforderung, die sie derzeit zu meistern versuchen. Doch insbesondere Josi muss in den nächsten Wochen zeigen, dass sein Aufwärtstrend anhält und er endgültig zu einem Spitzenspieler heranreift. Dann hat Nashville das Potenzial erneut in die Playoffs einzuziehen und darin ein gefährlicher Gegner zu sein, der irgendwann mehr erreichen kann.

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