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Starfaktor der Flames: Johnny Gaudreau

Calgary hofft auf Johnny Hockey in Bestform, um weit zu kommen und nach dem Stanley Cup zu greifen

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Freier Autor

Gaudreau knallt ihn rein

CGY@DET: Gaudreau schießt das erste Tor im Spiel

Johnny Gaudreau zieht im Kreis auf und schießt, abgelenkt von , einem Verteidiger, das 1-0 der Flames im 1. Drittel.

  • 00:42 •

Die NHL hat am 26. Mai den Re-Start des Spielbetriebes mit 24 Mannschaften angekündigt. Sie werden in einem Format mit Vorrunde der Stanley-Cup-Qualifikanten, in Best-of-5-Serien der Stanley-Cup-Qualifikation und Playoffs den Stanley-Cup-Sieger 2020 ermitteln. In einer Serie wirft NHL.com/de einen Blick auf den Starfaktor der einzelnen Teams und präsentiert jeweils einen herausragenden Spieler. In dieser Ausgabe: Johnny Gaudreau von den Calgary Flames.

Die Calgary Flames standen zur Unterbrechung der Saison wegen der Coronavirus-Pandemie mit 79 Punkten (36-27-7) auf dem dritten Platz der Pacific Division und müssen sich in einer Best-of-5-Serie gegen die Winnipeg Jets für die Stanley Cup Playoffs qualifizieren.

Trainer Geoff Ward hat den Luxus, dass unter seinen Schützlingen einige Spieler stehen, die zum entscheidenden Faktor in der Serie und den Playoffs werden können. Matthew Tkachuk etwa führte die Flames mit 61 Punkten (23 Tore, 38 Assists) an, Elias Lindholm war mit 29 Toren ihr effektivster Torjäger und Kapitän Mark Giordano gewann vergangene Saison die Norris Trophy als bester Verteidiger der Liga. Doch wenn man den einen Spieler sucht, der die Entscheidung bringen kann, führt kein Weg an Stürmer Johnny Gaudreau vorbei.

Gaudreau ist nicht umsonst als Johnny Hockey bekannt, ein Spitzname, den er sich sogar markenrechtlich schützen ließ. Der 26-jährige US-Amerikaner ist seit sechs Jahren das Herzstück der Offensive der Flames und zählt zu den besten Stürmern der NHL. In 464 NHL-Spielen brachte er es auf 445 Punkte (151 Tore, 294 Punkte). Seit seinem Durchbruch in der Saison 2014/15 ist er der mit Abstand erfolgreichste Scorer der Flames und war an 77 Toren mehr beteiligt als sein Verfolger Sean Monahan, der als einziger mehr Tore (172) als Gaudreau erzielte. In der gesamten NHL erzielten in den vergangenen sechs Saisons nur acht Spieler mehr Punkte als Gaudreau. In den sechs Jahren war er vier Mal der beste Scorer der Flames.

Video: MIN@CGY: Gaudreau kickt Puck auf die Kelle und trifft

Dabei rechneten vor einigen Jahren wohl nur Wenige mit Gaudreaus beeindruckender Karriere, denn im NHL Draft 2011 war er ein absolutes Schnäppchen für die Flames. Sie wählten ihn in der vierten Runde mit dem insgesamt 104. Zug aus. Zunächst spielte er für drei weitere Jahre in der College-Liga für das Boston College, wo er 2014 mit dem begehrten Hobey Baker Memorial Award für den besten College-Spieler ausgezeichnet wurde. Zu den früheren Preisträgern gehörten große Namen wie Neal Broten, Paul Kariya und Torwart Ryan Miller. Das veranlasste die Flames dazu, ihn umgehend unter Vertrag zu nehmen.

Doch wie beinahe das gesamte Team erreichte Gaudreau die hohen Erwartungen in der Saison 2019/20 nicht. Seine 58 Punkte (18 Tore, 40 Assists) waren ein klarer Rückschritt nach persönlichen Rekorden mit 99 Punkten, 36 Toren und 63 Assists in der vorherigen Saison. Wer sich von diesen Zahlen täuschen lässt liegt aber falsch, denn Gaudreau punktet tatsächlich längst wieder wie am Fließband.

Am 30. Dezember lag er mit 30 Punkten und zehn Toren in beiden Kategorien auf dem vierten Platz der Mannschaft. In 41 Spielen wäre das für viele Spieler eine traumhafte Ausbeute, Johnny Hockey spielt jedoch auf einem anderen Niveau.

 

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"Er will der entscheidende Spieler sein", ließ Mitspieler Monahan in einem Interview wissen. "Er will den Puck an seinem Schläger. Wenn die Dinge für ihn nicht laufen, wird er frustriert und wütend. Das sieht die Presse vielleicht nicht, aber wir Spieler sehen es. Er ist aus gutem Grund einer der besten Spieler der Liga."

Mit Silvester kam dann jedoch die Wende. Gaudreau nutzte offenbar seine Wut, schoss und spielte sich den Frust von der Seels. Er lieferte in den nächsten drei Spielen ein Tor und vier Vorlagen und zeigte wieder, dass er zu den gefährlichsten Stürmern der Welt gehört. Bis zum Ende der Saison verbuchte er in 29 Spielen 28 Punkte (acht Tore, 20 Assists) und meldete sich damit als Topscorer zurück.

"Er hat wirklich einen Zahn zugelegt", freute sich Monahan über die wiedergefundene Stärke seines Kollegen und Freundes. "Er bringt den Puck im Tor unter und wenn man diese Erfolge hat, dann gibt das natürlich Selbstvertrauen. Johnny ist ein großartiger Spieler. Das sehen wir schon seit Jahren und das werden wir noch für viele weitere Jahre sehen."

Ein Johnny Hockey voller Selbstvertrauen, das ist eine Vorstellung, die bei Verteidigern und Torhütern im Rest der NHL für Albträume sorgt. Gaudreau ist trotz seiner geringen Größe von 175 Zentimetern, dank seiner läuferischen Stärke, kaum vom Puck zu trennen. Er ist schnell, kann Gegner mit seiner genialen Stocktechnik schwindlig spielen und kombiniert diese Talente mit Spielintelligenz und Übersicht, was ihn zu einem der besten Spielmacher der NHL macht. Wenn doch kein Mitspieler in aussichtsreicher Position zu finden ist, hat er zudem einen starken, schnellen und präzisen Schuss, mit dem er die Torhüter immer wieder überwindet. Wenn er sein volles Potenzial zeigt, kann er Spiele und Serien entscheiden und den Flames womöglich bis tief in die Playoffs führen.

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