Skip to main content

Jets die Problemlöser, ohne Scheifele erfolgreich

Winnipeg ist auch ohne seinen Top-Center ein ganz starkes Team

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Nicht wenige hatten den Winnipeg Jets einen sportlichen Einbruch prophezeit, nachdem sich Top-Center Mark Scheifele Ende des Jahres 2017 schwer verletzte. Doch das Team aus Manitoba straft die Kritiker bislang Lügen, eilte auch ohne den Schlüsselspieler von Sieg zu Sieg und erwies sich dabei als Problemlöser. Die neu zusammengestellte erste Sturmreihe, ein formstarker Torwart sowie eine herausragende Heimstärke sind wichtige Faktoren für den Erfolg der Kanadier.

Seit fast vier Wochen muss Winnipeg schon ohne seinen Schlüsselspieler Mark Scheifele auskommen. Ende Dezember verletzte sich der damals zweitbeste Scorer der Jets (15 Tore, 23 Assists, 38 Scorerpunkte) im Heimspiel gegen die Edmonton Oilers (4:3) nach einem Check von Brandon Davidson samt unglücklichem Einschlag in der Bande und fällt seitdem mit einer nicht näher definierten Oberkörperverletzung (vermutlich rechte Schulter) aus.

"Das reißt eine riesige Lücke. Er ist einer der Besten in diesem Sport und hat sich wirklich zu einem Anführer dieser Mannschaft entwickelt", sagte damals Reihenkollege Blake Wheeler und forderte: "Jeder muss jetzt über sich hinauswachsen, wir müssen als Team an einem Strang ziehen, damit wir ihn nicht zu sehr vermissen."

Sieben Siege in zehn Spielen

Gesagt, getan. In den bislang zehn Spielen ohne Scheifele holte Winnipeg 15 von 20 möglichen Punkten (7-2-1) und steht auf Rang eins in der Central Division. Auch die weiteren Ausfälle der Stürmer Adam Lowry und Shawn Matthias (beide Oberkörperverletzung) sowie Goalie Steve Mason (Gehirnerschütterung) im Januar konnten die Kanadier nicht bremsen. Die Jets haben sich zum ultimativen Problemlöser gemausert.

Video: VAN@WPG: Laine trifft nach Wheelers Pass

Im Vergleich zur letzten Reihen-Kombinationen mit Scheifele und sind beim jüngsten Sieg gegen die Vancouver Canucks (1:0) alle vier Linien neu zusammengestellt worden. Vor der Scheifele-Verletzung standen Connor/Scheifele/Wheeler, Ehlers/Little/Laine, Copp/Lowrey/Tanev und Perreault/Hendricks/Armia auf dem Eis. Nun bilden Connor/Wheeler/Laine, Perreault/Little/Ehlers, Tanev/Copp/Armia sowie Dano/Hendricks/Roslovic das Lineup. Den Qualitätsverlust wusste Winnipeg bislang als Mannschaft aufzufangen.

Patrik von der Laine gelassen

Vor allem die erste Sturmreihe mit Blake Wheeler als neuem Center erweist sich als äußerst zuverlässig in beide Richtungen: Defensiv ließ das Trio nur drei Gegentore in den zehn Partien ohne Scheifele zu. Auch offensiv ließen es die Jungs krachen: Wheeler (fünf Tore, sieben Assists), Kyle Connor (vier, vier) und Patrik Laine (drei, drei) bringen es in besagtem Zeitraum auf kumulierte 26 Scorerpunkte. Laine, der den Siegtreffer gegen Vancouver erzielte, führt die Jets mit 21 Saisontreffern als Top-Torjäger an.

Hellebuyck als Fels in der Brandung

Ein wichtiger Faktor ist auch der Mann zwischen den Pfosten: Connor Hellebuyck spielt bislang eine herausragende Saison (2,29 Gegentore/Spiel, 92,6 Prozent Fangquote, vier Shutouts) und erwies sich auch nach der Scheifele-Verletzung als Fels in der Brandung: Der Torwart zeigte seitdem zwei Shutouts, einen Gegentorschnitt von 1,78 und eine Fangquote von 94,6 Prozent.

Video: VAN@WPG: Hellebuyck taucht ab und vereitelt Torchance

"Wenn dir zwei Center in der Aufstellung fehlen, erzeugt das furchtbaren Druck auf die Defensive", weiß Jets-Coach Paul Maurice. Mit diesem kann seine Mannschaft aber umgehen. "Es war ein Shutout der gesamten Mannschaft", gab Hellebuyck die Komplimente nach dem 1:0 gegen die Canucks an seine Teamkameraden weiter. Er selbst biss auf die Zähne und spielte weiter, obwohl ihn der Stock von Verteidiger Josh Morissey durch die Maske im Gesicht traf.

Heim-Macht Winnipeg mit zehn Heimspielen in Folge

Ein weiteres Pfund, mit dem Winnipeg wuchern kann, ist die Heimstärke: Die Heimbilanz (17-3-1) ist sehenswert, seit dem 20. Oktober sogar herausragend (16-1-1). Nun müssen die Jets zweimal auswärts ran (bei den San Jose Sharks und Anaheim Ducks), dann allerdings hat die Truppe aus Manitoba gleich zehn (!) Partien auf eigenem Eis im Bell MTS Place in Folge. Danach dürfte auch Scheifele wieder mit von der Partie sein. Die Ärzte gingen von einer Ausfallzeit von sechs bis acht Wochen aus.

Mehr anzeigen

Die NHL verwendet Cookies, Web Beacons und andere ähnliche Technologien. Durch die Nutzung der NHL Websites oder anderer Online-Dienste stimmen Sie den in unseren Datenschutzrichtlinien und Nutzungsbedingungen beschriebenen Praktiken einschließlich unserer Cookie-Richtlinien zu.