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Vierzig ist das neue dreißig

Jaromir Jagr holte sich gegen Rangers neuen Ü40 Rekord und peilt bereits nächsten Opa-Meilenstein an

von Marc Rösch / NHL.com/de Autor

Florida Panthers Jaromir Jagr erzielte am Freitag beim 4-3 Sieg nach Shootout gegen die New York Rangers seinen 269. Punkt als Ü40-Jähriger. Damit überholte er Gordie Howe, der bis Dato als der ultimative NHL-Opa galt, in dieser Kategorie.

"Es ist eine große Ehre, zweifellos," sagte Jagr. "Man nennt ihn nicht ohne Grund Mr. Hockey."

Auch wenn sich die NHL seit einigen Jahren im Jugendrausch befindet und die Namen der jungen Wilden wie Auston Matthews, Connor McDavid oder Patrik Laine regelmäßig die Titelblätter zieren, entfaltet der aktuelle Eishockeymethusalem Jagr eine gewisse Strahlkraft.

Mit einer ungebrochenen Selbstverständlichkeit scort der mittlerweile 45 Jahre alte Tscheche unaufhörlich in der National Hockey League. Nachdem er in der Vorsaison 66 Punkte (39 Tore, 27 Assists) für die Panthers erzielte, sammelte er in 70 Spielen der laufenden Spielzeit bislang 39 Punkte (14 Tore, 25 Assists).

Video: FLA@NYR: Barkov schließt Jagrs Vorlage ab

Zwar hängt er mit seiner aktuellen Ausbeute seinen Glanzzeiten aus den 1990ern und frühen 2000er Jahren deutlich hinterher, doch Jagr, dessen Vertrag in Florida nur noch bis zum Ablauf der aktuellen Saison gültig ist, denkt nicht ans Aufhören. Jedem seiner Schritte auf dem Eis ist die Liebe zum Sport anzusehen.

Als leibgewordenes Statement gegen den Jungendwahn im Profisport wirbelt der tschechische Nationalheld unaufhörlich durch die gegnerischen Abwehrreihen. Es ist nicht abwegig, anzunehmen, dass man ihn in ferner Zukunft zum Schutze seiner dann spröde gewordenen Knochen und weich gewordenen Bänder mit aller Gewalt vom Eishockeyspielen abhalten muss.

Doch Jagr ist kein einmaliges Phänomen im Eishockeysport. Die NHL hatte es in ihrer hundertjährigen Geschichte schon mit einigen Best-Agern zu tun, die nur mit äußersten Anstrengungen zum Karriereende bewegt werden konnten.

Neben dem bereits erwähnten Howe sei an dieser Stelle an die Hockeyopas Doug Harvey, Johnny Bower, Teemu Selänne oder Chris Chelios erinnert.

Harvey, der Teil der NHL 100 ist, gilt als einer der besten Verteidiger der Montreal Canadiens aller Zeiten. Neben Eddie Shore und Bobby Orr war er der prägende Defensivspieler einer ganzen Ära. Noch schwerer, als ihn im Powerplay zu stoppen, gestaltete es sich, ihm die Schlittschuhe auszuziehen. Nachdem der 1924 geborene seine NHL-Karriere eigentlich schon beendet hatte und in der American Hockey League für die Baltimore Clippers spielte, kehrte er 1968 zurück und verhalf den St. Louis Blues zum Einzug in das Stanley Cup Finale. Nach einer weiteren Saison für die Blues hängte er seine Schlittschuhe im zarten Alter von 44 an den sprichwörtlichen Nagel.

Vier Jahre älter war der "griechische Großvater" Chris Chelios bei seinem Karriereende am 31. August 2010. Der US-Amerikaner mit hellenischen Wurzeln machte seinen Vorfahren aus dem antiken Sparta alle Ehre. Als unermüdlicher Krieger kämpfte sich der ausgesprochene Teamplayer Chelios nicht nur in die Herzen seiner Fans, sondern auch in die Geschichtsbücher der NHL. Kein anderer Verteidiger in der Geschichte der Liga absolvierte mehr Spiele (1.651) als der dreifache Norris-Trophy-Gewinner und zweifache Stanley Cup Sieger.

Bis zu seinem Karriereende mit 48 Jahren absolvierte Chelios insgesamt 26 NHL-Saisons. Ein Bestwert, der zuvor nur von Gordie Howe erreicht wurde.

Gordie "Mr Hockey" Howe spielte bis er 42 war in der NHL. Als 51-jähriger kehrte er für eine Spielzeit wieder aufs Eis zurück und erzielte neben Seinen Söhnen Marty und Mark 41 Punkte für die Hartford Whalers.

Eine Marke, die Jagr noch anvisiert hat.

"Ich will ihn noch mit den meisten Ü50-Punkten übertreffen", erklärte Jagr. "Das habe ich vor."

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