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Islanders oft mit weniger Spielanteilen

Die Schussstatistik ist auch ein Indikator, wer mehr von der Partie hat. Die Islanders schneiden trotz der Siege dabei schlecht ab

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

Teams werden immer an ihren Erfolgen gemessen. Siege sind das, was auch in der NHL zählt und die Punkte bringt. Doch der Erfolg kann über Defizite und Missstände hinwegtäuschen und ein bitteres Erwachen mit sich bringen. Hinter einem Sieg oder einer Serie an punktreichen Partien steht oft eine nicht offensichtliche Geschichte. Diese Hintergründe zu erkennen und trotz der Erfolge die Mannschaft auf den richtigen Weg zu führen ist das, was gute Trainer ausmacht, denn kurzfristige Erfolge ohne nachhaltiges Konzept werden kein Franchise an die Spitze bringen. In 82 Matches gleicht sich Glück und Pech häufig aus.

Die New York Islanders sind eine der Saison-Überraschungen. Die Vorbereitung lief mit fünf Siegen und drei Niederlagen gut, doch den Erfolg in der Liga hatte niemand kommen sehen. Nach 14 Partien stehen die Islanders auf Rang sieben der NHL-Tabelle und konnten bereits 18 Zähler auf ihrem Konto gutschreiben. Die Islanders trotzen den Vorhersagen der Experten, doch der Blick auf die Tabelle allein trügt.

 

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Statistisch gesehen profitieren die Islanders vom eigenen Glück bei Abschlüssen und der Unfähigkeit der Gegner die Scheibe in den Maschen zu platzieren. Zugelassene und abgegebene Schüsse sind zwei Maßstäbe, die im Eishockey mitunter auf das spielerische Übergewicht einer Mannschaft schließen lassen. Das Überraschungsteam aus New York konnte acht seiner Siege einfahren, obwohl die gegnerische Mannschaft öfter auf das Tor schoss. Die Spielanteile lassen sich sehr gut daran ablesen, dass die Islanders im Schnitt nur 26,1 Schüsse abgeben, aber 34 zulassen. Mit beiden Werten findet sich die Franchise in diesen Statistiken am unteren Ende der Tabelle wieder (abgegebene Schüsse 29. / gegnerische Schüsse 25.)

Noch gravierender wird der Unterschied, wenn die Bully-Statistik zu Rate gezogen wird. Der drittschlechteste Wert (45,9%) bei gewonnen Anspielen unterstreicht die These, dass die Islanders seltener das Spiel in der eigenen Hand haben als ihr Gegner. Bei Fünf-gegen-Fünf sieht die Schussbilanz noch schwächer aus als die auf alle Spielsituationen bezogene. Den viertwenigsten Schussversuchen (529) stehen die drittmeisten zugelassenen Abschlussversuche (717) entgegen. Der Erfolg der Islanders hängt, diesen Werten nach zu urteilen, an einem seidenen Faden.

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In Ottawa rechnete vor der Spielzeit niemand mit einem großen Erfolg der Mannschaft. Die ersten Begegnungen liefen deutlich besser als erwartet, doch das Glück war den Ottawa Senators nicht lange hold. Das Team aus der kanadischen Hauptstadt rutschte in der Folge auf den 26. Rang ab und konnte bisher nur 13 Punkte einsammeln.

Obwohl die Akteure der Senators besonders viele Schüsse blocken, müssen die Goalies Craig Anderson und Mike McKenna Schwerstarbeit verrichten. Kein anderes Team lässt dem Gegner so viele Schüsse auf seine Schlussleute abgeben (39,1). Mit im Schnitt -11,1 Abschlüssen im Vergleich zum Konkurrenten belegen die Senators auch in dieser Kategorie den letzten Rang.

Rechnet man Andersons Fangquote von 90,9% hoch, bedeutet dies, dass durch die Schussdifferenz im Schnitt ein Gegentreffer pro Partie kassiert wird. Eine Bürde, die die Offensive aufgrund fehlender Spielanteile nicht ausgleichen kann. Mit nur 550 versuchten Abschlüssen, den siebtwenigsten der Liga, zeigt sich deutlich, dass Ottawa nicht häufig genug in aussichtsreiche Positionen kommt. Der Absturz nach vielversprechendem Saisonstart kam somit nicht unvorhersehbar.

 

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Ein anderes Überraschungsteam sind die Montreal Canadiens. Die Franchise befindet sich, laut Marc Bergevin, nicht in einem Neuaufbau, sondern hat lediglich eine Neuausrichtung vorgenommen. Die Anpassungen scheinen, wie ein Blick auf die Tabelle beweist, zu wirken. Der achte Rang und 18 Zähler sind dort für Montreal hinterlegt. Im Gegensatz zu den Islanders und Senators scheint der Erfolg in der frankokanadischen Metropole auf solideren Füßen zu stehen. Zwar können die Canadiens nur in 45,8 Prozent der Fälle Bullys für sich entscheiden und liegen damit auf Rang 30 der Liga, doch in der Schussstatistik liegt Montreal seinem Platz entsprechend gut. Mit 33 Abschlüssen pro Match können die Canadiens-Stürmer glänzen und sich den achten Rang in dieser Statistik sichern. Auch die Defensive funktioniert tadellos und lässt nur 28,8 Schüsse pro Begegnung zu, der viertbeste Wert. Sollten die Canadiens diese Leistung halten oder sogar steigern können, spricht nichts gegen eine weitaus erfolgreichere Saison in diesem Jahr als im vergangenen.

Mit Blick auf die Statistik wird es für die Anaheim Ducks eine schwierige Spielzeit. Bereits beim Auftakterfolg gegen die San Jose Sharks wurde deutlich, dass die Spielanteile eher bei den Gegnern liegen werden. Besonders bei nummerischem Gleichgewicht auf dem Eis sind die Ducks klar unterlegen. Sie ließen bisher 178 Schüsse mehr auf ihren Kasten zu als sie selbst abgaben. Der mit Abstand schlechteste Wert der Liga. Eine Steigerung ist zwingend notwendig, wollen die Ducks sich vom 21. Rang noch nach oben arbeiten.

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