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Internationales Eis: Kälble träumt von NHL

von Stefan Herget / NHL.com

Seit der Veröffentlichung der ersten Beobachtungsliste des NHL Central Scouting für den NHL Draft 2016 träumen wieder zahlreiche junge Spieler noch konkreter von der großen Eishockey-Karriere in der NHL.

Die Nennung in der Aufstellung ist ein erster Schritt, um beim Draft zum Zug zu kommen, das heißt von einer Mannschaft ausgewählt zu werden. Sie wird in den kommenden Monaten regelmäßig ergänzt, bis im April 2016 die endgültige Fassung für den NHL Draft am 24. und 25. Juni 2016 in Buffalo steht.

Das Scouting der NHL ist weltweit tätig und von daher umfasst die Liste auch Spieler aus Europa. Dabei gibt es eine Klassifizierung in A, B und C. Ein A haben diejenigen, die von den Beobachtern in der ersten Draftrunde erwartet werden, ein B alle, die für zweite und dritte Runde in Frage kommen und ein C für die vierte bis sechste Runde.

Neben Tobias Eder aus Bad Tölz, der sogar mit einem B geratet ist, steht als zweiter Deutscher Lukas Kälble im Fokus der Scouts. Der 18-jährige Verteidiger und Kapitän der Jungadler Mannheim war sprachlos, aber auch ziemlich stolz, als er davon erfuhr, wie er im Gespräch mit NHL.com/de verrät. Ihm sei jedoch bewusst, dass es sich um eine vorläufige Liste handeln würde und noch viel Arbeit bis zum Draft vor ihm läge. „Es hat mich natürlich gefreut und ein Stück weit motiviert, noch mehr Gas zu geben“, erzählt er selbstbewusst.

Derzeit sieht es für Kälble gut aus, darauf zu verbleiben, denn mit 32 Punkten (10 Tore / 22 Assists) in 22 Spielen ist er Siebter der Scorerliste der Deutschen Nachwuchsliga DNL und damit natürlich bester Defensivmann. Mit einer Größe von 1,87 Meter braucht er sich zusätzlich im Wettbewerb nicht zu verstecken.

Foto: Sörli Binder - as-sportfoto.de

Eine gute Bühne sich zu präsentieren, wäre ein Auftritt mit der Junioren-Nationalmannschaft bei der Division I-WM in Wien ab dem 13. Dezember gewesen, doch Kälble wurde leider nicht nominiert, sondern nur in den erweiterten Kader berufen.

„Es wünscht sich jeder dabei zu sein und ich hätte mich auch sehr darüber gefreut“, sagt er mit etwas Enttäuschung in der Stimme, um gleich eine Kampfansage zu formulieren: „Aber mich spornt so etwas an, positive Energie daraus zu ziehen.“ Kein schlechter Ansatz für seine weitere Karriere, in der es Rückschläge geben wird.

Kälble, der im nächsten Frühjahr sein Abitur machen wird, ist es gewohnt hart zu arbeiten, um seinen Traum zu realisieren. Zwei Mal in der Woche ist morgens vor der Schule Training und jeden Tag noch einmal nachmittags, sowie zusätzlich drei Mal Kraftraining.

Verbesserungspotenzial hat er seiner Meinung nach vor allem noch in der Schlittschuh- und der Schusstechnik. „Da lassen sich immer Kleinigkeiten verbessern“, betont er.

Seine Stärken sieht Kälble darin, dass er ein physischer Verteidiger sei, der viele Stärken in der Offensive hätte, weil er nicht blind nach vorne stürme, sondern Verständnis für Spielsituationen entwickle.

In den vergangenen drei Jahren war Kälble mit den Jungadlern jeweils im Herbst für ein Turnier in Nordamerika. „Das waren tolle Erlebnisse und ich konnte viel mitnehmen“, sagt er. „Es ist natürlich davon abhängig, wie es nun mit der Scouting Liste weitergeht, aber ich ziehe es auf jeden Fall in Betracht in der nächsten Saison nach Nordamerika zu gehen.“

Die Präsenz von Scouts bekommen die Spieler natürlich mit, aber einen direkten Kontakt gibt es nicht.

Bezug zur NHL hat Kälble, indem er sich regelmäßig die Hightlights und Ergebnisse anschaut. Ein festes Team, das er favorisiert hat er nicht, auch wenn die Colorado Avalanche einer seiner ersten Berührungspunkte waren.

„Beim Spielen auf der Playstation 2 als kleiner Junge waren diese damals die beste Mannschaft mit Peter Forsberg und Joe Sakic“, erzählt er. „Das Spiel habe ich von einem Eishockeyspieler geschenkt bekommen.“

So kam Kälble auch schon zuvor zum aktiven Eishockey. „Meine Eltern sind damals in eine Straße in Mannheim gezogen, wo viele der Eishockeyspieler wohnen“, schildert er. „Da hat es sich ergeben, dass ich mit deren Kinder auf der Straße Hockey gespielt habe. Dann wurde ich einfach einmal zum Training mitgenommen und es hat Spaß gemacht.“

Aus diesem Zufall heraus könnte sich nun eine große Karriere entwickeln. Tipps dazu kann sich Kälble in seiner Stadt gut von ehemaligen und langjährigen NHL-Profis holen, die dort aktiv sind. „Marcel Goc wohnt nur ein paar Häuser weiter in der selben Straße und ich hatte auch schon mit seinem Vater als Trainer in der Auswahl zu tun“, sagt er. „Ihn werde ich mit Sicherheit mal ansprechen.“

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