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Spitzenteams setzen zur Deadline auf Stabilität

Tampa, Montreal, Toronto und weitere Playoff-Kandidaten blieben zur Trade Deadline unauffällig

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Autor

Die Trade Deadline der NHL-Saison 2018/19 ging am Montag über die Bühne und es gab wie gewohnt einige Spielerwechsel in letzter Minute, besonders unter den Teams, die sich Chancen auf die Stanley Cup Playoffs ausrechnen.

Die Columbus Blue Jackets waren mit den Verpflichtungen von Matt Duchene, Ryan Dzingel, Adam McQuaid und Keith Kinkaid das aktivste Team. Die Nashville Predators angelten sich mit Mikael Granlund und Wayne Simmonds zwei echte Schwergewichte, genau wie die Winnipeg Jets mit Kevin Hayes und die Vegas Golden Knights mit Mark Stone. Einige Teams, die beinahe sicher in den Playoffs landen werden, oder aktuell in aussichtsreicher Position um einen Platz kämpfen, hielten sich jedoch eher bedeckt.

Die Tampa Bay Lightning und die New York Islanders rührten auf dem Transfermarkt keinen Finger um sich zu verstärken. Die Montreal Canadiens, Toronto Maple Leafs, St. Louis Blues und Calgary Flames tätigten nur geringfügige Transfers, die den Kern der Mannschaft und die grundsätzliche Ausrichtung kaum beeinflussen dürften.

Während die Aktivitäten der Blue Jackets als ein klares Zeichen gedeutet werden sollten, dass das Team in diesem Jahr unbedingt den großen Wurf landen will, darf man die Inaktivität der anderen Teams jedoch keinesfalls als einen Mangel an Motivation, oder Glauben an die Chancen der eigenen Mannschaft deuten. Das Gegenteil ist der Fall.

 

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Die Lightning führen die Liga mit deutlichem Vorsprung an und stellen mit 239 Toren die beste Offensive, mit 162 Gegentoren die drittbeste Abwehr und mit 29,8 Prozent das beste Powerplay der Liga. Getreu dem Motto "never change a winning team", verändere nie eine Siegermannschaft, gab es also nicht wirklich Anlass für spektakuläre Transfers.

Ähnlich sieht es bei den Islanders aus, die die Metropolitan Division anführen und zu den aktuell stärksten Teams der Liga gehören. "Ich mag meine Mannschaft in der Zusammensetzung, wie sie ist und habe keinen Grund gesehen, etwas zu verändern", sagte dementsprechend General Manager Lou Lamoriello von den Islanders.

Die St. Louis Blues haben gerade eine Serie von elf Siegen hinter sich, die längste Folge der Saison, und sind das erfolgreichste Team seit dem Jahreswechsel. Die Flames führen die Western Conference an und genießen einen ähnlichen Status wie die Islanders.

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Alle diese Teams sorgten vielleicht nicht für ein Spektakel zur Deadline, hatten dazu aber auch keinen Grund. Ihre Kader sind bereits einige der besten der Liga und das Management tut gut daran, mit der Stabilität Vertrauen in die Spieler und Trainer zu beweisen. Transfers können ein schwaches Team aufrütteln, haben aber genauso die Möglichkeit ein funktionierendes Team aus dem Gleichgewicht und aus dem Rhythmus zu bringen.

Fünf der nicht oder kaum aktiven Teams sind unter den zehn besten Defensiven der Liga, drei unter den vier besten Offensiven. Zu große Eingriffe in das Mannschaftsgefüge sind weder nötig noch sinnvoll, denn so spektakulär die Spitzenspieler der Liga auch sein mögen, Eishockey ist und bleibt ein Mannschaftssport.

 

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Gerade die Montreal Canadiens funktionieren vor allem dank ihrer guten Chemie und ihrem eingespielten Team. Die Toronto Maple Leafs sind vielleicht nicht immer konstant, haben aber eine gute Mischung aus jungen Supertalenten und erfahrenen Stars wie Patrick Marleau und John Tavares. Sie sind bereits jetzt auf höchstem Niveau konkurrenzfähig und werden sich durch ihre jungen Spieler wie Auston Matthews, Mitchell Marner und Morgan Rielly in den nächsten Jahren nur verbessern.

Die General Manager in der NHL haben wahrlich keinen leichten Job, denn es gehört viel Fingerspitzengefühl dazu, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Balance zwischen Verbesserungen in der individuellen Klasse und Störungen im Mannschaftsgefüge, das Abwägen zwischen kurzfristiger Verbesserung und langfristiger Entwicklung, ist oft nur schwer zu erkennen. Ob sich das Vertrauen der Manager in ihre aktuelle Mannschaft als richtig erweist, wird sich erst in den nächsten Wochen, oder womöglich noch später zeigen. Verständlich ist die Entscheidung, nicht unnötig überstürzt auf dem Transfermarkt zu agieren, aber allemal.

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