Die Art und Weise, wie die Heimpleite zustande kam, ist jedoch selbstverschuldet, und unverständlich. Drei Powerplaytreffer kassierten die Tampa Bay Lightning zwischen der 38. und 49. Spielminute. Sie brachten sich damit selbst um den Lohn ihrer Arbeit. Es waren die einfachen Dinge, die sie in den letzten drei Unterzahlsituationen nicht beherzigten: Zweikämpfe gewinnen, sich mit vollem Körpereinsatz in die Schüsse des Gegners werfen oder einfach mal die Scheibe aus der Gefahrenzone raushauen. Die Folge ist dann eben, dass sich der Gegner im Drittel festsetzen kann und zu Torchancen kommt. Seit Anfang Dezember fingen sich die Lightning sieben Tore bei Unterzahl ein, was einer Penalty Killing Effizienz von 72,0 Prozent entspricht. Nur vier Teams wiesen in diesem Zeitraum eine noch schlechtere Unterzahlbilanz aus als die im Südwesten Floridas beheimatete Franchise.
Die Lightning sind als ein Topfavorit auf den Gewinn des Stanley Cups in die laufende Spielzeit gestartet und liegen mittlerweile, nach nur einem Sieg aus ihren letzten acht Partien (1-6-1), sogar außerhalb der Plätze, die zu einer Playoffteilnahme in der Eastern Conference berechtigen. Dem Management ist es hochanzurechnen, dass es in einer solchen schwierigen Situation, in der sich das Team befindet, die Ruhe bewahrt. Der Glaube an das Können der Mannschaft ist weiterhin intakt. General Manager Steve Yzerman betont immer wieder, dass ihm die Mannschaft, so wie sie zusammengestellt ist, gefällt. Er ist natürlich auf der Suche nach einer Verstärkung, doch in Zeiten des Salary Caps ist es eben auch schwer einen Partner für einen Trade zu finden.
Selbstverständlich ist der Ausfall ihres verletzten Teamkapitäns Steven Stamkos, der für mindestens vier Monate pausieren muss, ein Verlust, doch niemand im Kader rechtfertigt damit die Negativserie.