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Dabei sprach so vieles für die Bruins

In Spiel 5 des Stanley Cup Finales gegen die Blues war alles vorbereitet für einen Heimsieg, doch es kam anders

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Es sollte doch nur ein Ausrutscher gewesen sein, als sich die Boston Bruins Spiel 2 des Stanley Cup Finale von den St. Louis Blues in der Overtime nehmen ließen. Nur drei Tage später holte sich Boston die Serienführung mit einer 7:2-Galavorstellung in St. Louis zurück.

Die Blues gewannen wider Erwarten auch Spiel 4. Aber das müsste doch hauptsächlich dem Umstand geschuldet gewesen sein, dass die Schwarz-Gelben ab der 24. Spielminute auf ihren verletzten Teamkapitän Zdeno Chara verzichten mussten? Es gibt ja noch ein Spiel 5, in der das zweite Malheur, das in Form einer 2:4-Niederlage daherkam, ausgebügelt werden könnte.

Doch die Bruins leisteten sich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ein drittes Missgeschick - wohlgemerkt mit Chara im Kader. Im bis auf den letzten Platz besetzten TD Garden kassierten die Bruins eine 1:2-Niederlage und liegen nun in der Finalserie mit 2:3 gegen den vermeintlichen Außenseiter im Hintertreffen.

 

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Dabei war doch alles so gut vorbereitet gewesen, um den 17565 Besuchern ein Eishockeyfest zu bereiten. Die Stimmung im weiten Rund war energiegeladen. Bereits als Chara beim Warmmachen das Eis betrat, tobte die Menge voller Begeisterung und Zuversicht, und in den ersten Minuten nach dem Eröffnungsbully machten die Bruins so viel Druck auf das Gehäuse von Blues-Schlussmann Jordan Binnington, das man glauben wollte, eine Eishockeypartie dauere nur 20 Minuten. Dauert sie eben nicht!

Trotz eines Torschussverhältnisses von 17 zu 8 im ersten Spielabschnitt, gelang es den Hausherren nicht in Führung zu gehen. Im Gegenteil. Sie kassierten unmittelbar nach der ersten Pause das 0:1 durch Ryan O'Reilly und liefen erfolglos im Schlussdurchgang ihrem Rückstand hinterher. Knapp 9 1/2 Minuten vor Spielende hatte diesen David Perron sogar noch auf 0:2 erhöht. Nach dem Anschlusstor von Jake DeBrusk in der 54. Minute schöpften die Bruins zwar noch einmal Hoffnung, doch lief ihnen die Zeit gnadenlos davon, und nun stehen sie vor der Herausforderung zwingend zwei Spiele in Folge gewinnen zu müssen.

"So etwas passiert halt. Wir hatten ausreichend Gelegenheiten diese Partie für uns zu entscheiden. Wir erarbeiteten uns ein deutliches Übergewicht. Wir sind immer wieder angelaufen, ein ums andere Mal. Es war heute einfach auch eine Frage des Timings", haderte Bostons Torschütze DeBrusk mit den vergebenen Möglichkeiten, dem Spielausgang und mit dem Zeitpunkt des Treffers.

Video: STL@BOS, Sp5: DeBrusk trifft direkt vom Kreis

Bostons Trainer Bruce Cassidy steuerte dem 22-jährigen Flügelstürmer bei.

"Der Verlauf dieser Partie kam uns überhaupt nicht entgegen. Wir kamen früh gut ins Spiel, versäumten es aber in Front zu gehen und das macht schon einen Unterschied aus. Mit einer Führung im Rücken spielt es sich bedeutend leichter als wenn man ständig einem Rückstand hinterherlaufen muss. Vor allem wenn dir das gegen eine Mannschaft wie St. Louis passiert", analysierte der Übungsleiter das Geschehen auf dem Eis.

Drei Niederlagen in fünf Spielen sind ebenso wenig keine Ausrutscher mehr wie die Blues auch kein Geheimfavorit mehr sind. Wer in einem Stanley Cup Finale steht, wer in den Stanley Cup Playoffs drei Runden überstanden hat, ist nicht mehr geheim!

 

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Bostons Stürmer Noel Acciari richtete den Blick bereits nach vorne.

"Die Niederlage schmerzt zwar schon gewaltig, doch wir müssen nun auf Spiel 6 schauen, eine Partie, in der wir zum Siegen verdammt sind. Wir haben heute mannschaftlich geschlossen lange Zeit hervorragend gespielt. "Wir hatten unsere Torchancen und wir müssen weiterhin so auftreten, auch in der nächsten Begegnung", gab der 27-jährige Center die Marschroute für die anstehende Live-or-die-Begegnung vor.

Spiel 6 des Stanley Cup Finales 2019 zwischen den Bruins und den Blues findet in der Nacht von Sonntag auf Montag im Enterprise Center von St. Louis statt (8:00 p.m. ET NBC, CBC, SN, TVAS; 2:00 MESZ nhl.tv, DAZN, Sport1+, Teleclub Sport).

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