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Die Eishockeyfamilie stand einmal mehr zusammen

Vor dem Spiel der Florida Panthers gegen die Washington Capitals zeigte sich die Solidarität der Liga

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Die NHL zeigt auch außerhalb sportlicher Ereignisse ihre verbindende Kraft und Solidarität. Jüngstes Beispiel: Die Aktionen im Vorfeld und am Rande des Spiels vom Donnerstag zwischen den Florida Panthers und den Washington Capitals, bei denen der Opfer der Tragödie an der Marjory Stoneman Douglas High School gedacht wurde. Ein Attentäter hatte dort vor mehr als einer Woche 14 Teenager und drei Erwachsene in den Tod gerissen.

Im BB&T Center in Sunrise setzten die Spieler beider Teams, die Verantwortlichen und Fans ein beeindruckendes Zeichen. Vor Beginn der Begegnung hielten sie eine Zeremonie für die Opfer, die Überlebenden und die Angehörigen ab. Nachdem beide Mannschaften das Eis betreten und sich schweigend auf die Bank gesetzt hatten, wurden die Namen der ums Leben gekommenen Schüler aufs Eis projiziert. Ein Video-Einspieler endete mit einer Folie, auf der die Logos der Panthers und der Schule abgebildet waren und auf der stand: "Wir stehen euch bei."

Auch Kinder und Verwandte von Spielern und Angestellten der Panthers hatten die Katastrophe in der Gemeinde Parkland miterlebt. Sie liegt nur wenige Kilometer vom Trainingsgelände des Klubs entfernt. So war es nicht verwunderlich, dass Floridas Mannschaft entsprechend mitgenommen wirkte. Es war ihr erstes Heimspiel nach der Tragödie.

Vor Spielbeginn betrat Panthers-Torhüter Roberto Luongo das Eis mit einem Mikrofon in der Hand. Sein siebenjähriger Sohn besucht eine Schule direkt neben der betroffenen Einrichtung. "Wir alle fühlen den Schmerz. Doch niemand von uns kann sich wirklich in die Situation hineinversetzen, wie es ist, wenn man sein Kind verloren hat. Das ist schlicht unvorstellbar", sagte er sichtlich bewegt. Luongo lebt schon seit zehn Jahren in Parkland. Derzeit baut er sich und seiner Familie dort ein Haus, weil er nach dem Ende seiner Laufbahn gerne weiter in dem Ort leben möchte.

Video: Luongo über Liebe zu Parkland und ehrt die Opfer

Stürmer Derek MacKenzie erzählte NHL.com, dass seine beiden Kinder nur wenige Minuten vor dem Attentat von einer benachbarten Schule aus nach Hause geschickt wurden. "Gott sei Dank waren sie bei meiner Frau in Sicherheit. Ich habe sie angerufen, als ich von dem Vorfall hörte und war heilfroh, dass es allen gut ging."

Panthers-Coach Bob Boughner bekundete seine Anteilnahme ebenfalls auf sehr persönliche Art und Weise. "Wir müssen die schrecklichen Erlebnisse überwinden, den Opfern angemessen gedenken und die Angehörigen bestmöglich unterstützen. Wir werden die Namen der Verstorbenen auf ewig in Ehren halten", sagte er.

Im Umfeld der Arena fanden weitere Aktionen statt, wie Blutspendenaktionen und Spendensammlungen für Verletzte und Angehörige. Alle Beteiligten riefen dabei ebenfalls zum Zusammenhalt und einem würdevollen Umgang mit dem Erlebten auf.

Das Geschehen auf dem Eis geriet an diesem Abend zur Nebensache. Dennoch freuten sich das heimische Publikum über den 3:2-Sieg der Panthers gegen die Capitals, wenngleich das Ergebnis für die meisten zweitrangig war. Das fand auch Panthers-Stürmer Vincent Trocheck. "Es ging heute sehr emotional zu. Wichtig war vor allem die kraftvolle Rede von Roberto", betonte er.

Bereits zum Saisonstart hatte die NHL nach einem ähnlich tragischen Ereignis ihre Solidarität unter Beweis gestellt. Anfang Oktober 2017 hatte ein Heckenschütze in Las Vegas aus einem Hotelzimmer auf die Besucher eines Open-Air-Musikfestivals geschossen. Dabei waren 58 Todesopfer und zahlreiche Verletzte zu beklagen. Wenige Tage später mussten die Spieler der Vegas Golden Knights bei den Dallas Stars aufs Eis. Vor Beginn der Partie stellten sich die Dallas-Spieler für die Nationalhymne hinter die Akteure aus Las Vegas und drückten so ihre Verbundenheit mit ihnen und den Bürgern der Stadt aus. "Diese Geste hat gezeigt, dass die Stars eine große Organisation und großartige Menschen sind", hob Vegas-Coach Gerard Gallant dankbar hervor.

Beim ersten Heimspiel der Golden Knights gab es dann noch eine ähnliche Zeremonie und Hilfsangebote wie in dieser Woche in Florida, um den Betroffenen moralische und auch finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen.

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