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IIHF U20-WM: USA raus, Kanada souverän weiter

von Stefan Herget / NHL.com

Abstiegsrelegation: Schweiz – Deutschland 5-2 (1-0/3-1/1-1)

Der Tag der Viertelfinalspiele bei der IIHF U20 Weltmeisterschaft in Kanada am Freitag begann mit dem ersten Relegationsspiel zwischen der Schweiz und Deutschland. Die Eidgenossen setzten sich in diesem Prestigeduell verdient und erwartungsgemäß mit 5-2 durch und ihnen fehlt so nur noch ein Sieg, um die deutsche Auswahl wieder in die Zweitklassigkeit zu befördern.

Die Matchwinner waren Noah Rod mit zwei Treffern und einem Assist, sowie Denis Malgin mit drei Vorlagen.

„Das war kein guter Auftritt von uns“, sagte Bundestrainer Pat Cortina. „Wir haben den Kampf, den wir gegen eine Mannschaft wie die Schweiz brauchen, nicht annehmen können, hatten zudem schwere Beine.“

„Wir haben das gemacht, was wir tun mussten“, entgegnete ein zufriedener Schweizer Trainer John Fust. „Wir haben das Spiel kontrolliert. Unsere besten Spieler waren unsere besten Spieler. Die einzige Sache, die jetzt zählt, ist morgen zu gewinnen.“

Beide Teams treffen am Samstag um 19 Uhr Ortszeit im Air Canada Centre in Toronto (1 Uhr MEZ) erneut aufeinander. Die deutschen Jungs brauchen dabei eine deutliche Leistungssteigerung, um den Abstieg zu verhindern und ein entscheidendes drittes Spiel zu erzwingen.

Viertelfinale 1: USA – Russland 2-3 (0-2/1-0/1-1)

Eine kleine Überraschung gab es im ersten Viertelfinale zwischen der USA und Russland, wo die Osteuropäer dem Offensivfeuerwerk der Amerikaner mit 40 Torschüssen, 20 davon im Schlussabschnitt standhielten und am Ende mit 3-2 die Oberhand behielten. Damit schalteten sie zum zweiten Mal hintereinander nach 2014 die US-Boys in der Runde der letzten Acht aus.

Die Russen begannen stark und lagen nach 20 Minuten nach Toren von Ivan Barbashyov (3.) in doppelter Überzahl und Alexander Sharov(16.) mit 2-0 in Front. Es dauerte bis zur 32. Minute, ehe Anthony Deangelo auf 1-2 verkürzen konnte. Die US-Amerikaner benötigten dazu ebenso eine 5 gegen 3 Situation, doch mehr erreichten sie nicht mehr. Im Gegenteil, die nächste Überzahl zu Beginn des Schlussabschnitts nutzten die Russen durch Sergei Tolchinski zum 3-1. Insgesamt waren die Amerikaner zu undiszipliniert gegen die talentierten Russen. Trotz annähernd Sturm auf ein Tor reichte es nur noch zum 2-3 Anschluss durch Zach Werenski für die am Ende enttäuschten US-Amerikaner.

Viertelfinale 2: Schweden – Finnland 6-3 (0-0/3-3/3-0)

Eine sehr ausgeglichene Mannschaftsleistung, fünf Spieler verbuchten je zwei Scorerpunkte, führte zu einem am Ende deutlichen 6-3 Erfolg der Schweden über ihren rivalisierenden Nachbarn Finnland.

Das erste Drittel begann von beiden Seiten sehr vorsichtig, das sogenannte Abtasten war Trumpf, was wenige Torchancen zur Folge hatte. Nach dem Wechsel gingen die Finnen in Führung, doch die Schweden drehten innerhalb von knapp vier Minuten, durch u.a. zwei Tore im Powerplay im Abstand von 47 Sekunden, das Spiel auf 3-1. Zwar kamen die Finnen noch einmal bis zur Pause auf 3-3 zurück, doch weitere Unterzahlsituationen machten alle Träume zunichte.

Das starke schwedische Powerplay sorgte für eine 5-3 Führung, die mit einem Empty Net Tor zum 6-3 Endstand abgerundet wurde. Während die Schweden im Turnier nun schon 12 Powerplaytore erzielt haben, trafen die Finnen kein einziges Mal in Überzahl. So ließen sie auch beste Möglichkeiten dieser Art noch einmal heran zukommen aus.

Viertelfinale 3: Tschechien – Slowakei 0-3 (0-1/0-0/0-2)

Im klassischen Bruderduell schlug der kleine Bruder Slowakei, dem größeren Tschechien ein Schnippchen und schickte ihn glatt mit 3-0 nach Hause. Zum ersten Mal in sechs Jahren zieht die Slowakei einmal wieder ins Halbfinale der Junioren-Weltmeisterschaft ein.

Michal Kabac brachte die Slowakei nach einem ausgeglichenen ersten Abschnitt 70 Sekunden vor dem Ende mit 1-0 in Führung. Peter Cehlarik und Martin Reway sicherten mit ihren Treffern im dritten Drittel den Erfolg.

„Wir haben uns wirklich gut vorbereitet“, sagte der glückliche slowakische Trainer Ernest Bokros nach dem Sieg. „Ich habe alle vorherigen vier Spiele der Tschechen hier beobachtet. Es ist schließlich für uns wie wenn Kanada gegen die USA spielt.“

Die Slowaken konnten erstmals nach sieben Niederlagen in Folge gegen Tschechien gewinnen. Diese wiederum müssen ohne eine Medaille nach Hause reisen, die sie seit 2005 zehn Mal in Serie holten.

Viertelfinale 4: Kanada – Dänemark 8-0 (2-0/3-0/3-0)

Nicht unterschätzt haben die Favoriten und Gastgeber Kanada den krassen Außenseiter und Aufsteiger Dänemark, die sich mit einem überraschenden Erfolg gegen die Schweiz in der Vorrunde den Einzug ins Viertelfinale und damit den Klassenerhalt gesichert hatten.

Nicht nur das Ergebnis von 8-0, das gut und gerne hätte zweistellig werden können, sondern auch das Torschussverhältnis von 50 zu 14 drückt die Dominanz in dieser Partie vor 18.448 Zuschauern im Air Canada Centre von Toronto aus. Der deutsche Schiedsrichter Lars Brüggemann hatte nicht viel Arbeit zu verrichten.

Connor McDavid und sein Reihenkollege Curtis Lazar waren mit drei Scorerpunkten die auffälligsten Akteure. Torhüter Zach Fucale hatte mit 14 Saves kaum Mühen seinen Shutout zu sichern. Nummer 1 NHL-Draft Sam Reinhart von den Buffalo Sabres markierte einen Treffer und setzte sich mit insgesamt neun Scorerpunkten mit an die Spitze der Bestenliste dieser Kategorie.

Halbfinale: Schweden – Russland (So. 22 Uhr MEZ); Kanada- Slowakei (Mo. 2 Uhr MEZ)

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