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Hagelin mit ungeahnten Offensivkräften

von Dan Rosen / NHL.com

TAMPA - Während seiner Beschäftigung bei den New York Rangers verkörperte Linksaußen Carl Hagelin den Innbegriff eines Arbeiters und Penaltykillers, des Defensivspezialisten, der mit kaum Veranlagungen für ein konsequentes Offensivspiel ausgestattet war.

Das könnte einer der Gründe gewesen sein, weshalb die Rangers dachten, er sei den $16 Mio Vertrag über vier Jahre von den Anaheim Ducks, den er letzten Sommer bekam, nicht wert. Folglich ging er im Tausch für Emerson Etem, der es in New York nicht einmal durch die gesamte Saison geschaft hat.

Diese Geschichten über sich straft er Lügen. Seit Hagelin im Januar zu den Pittsburgh Penguins gekommen ist, blüht sein Offensivspiel auf. Zusammen mit seinen Reheinkollegen -- Center Nick Bonino und Rechtsaußen Phil Kessel -- entfachte er in den Stanley Cup Playoffs bis dato ein Offensivfeuerwerk und bildet die vermeintlich stärkste Formation der NHL.

Bei Pittsburghs 4-2 Erfolg über die Tampa Bay Lightning in Spiel 3 des Eastern Conference Finales am Mittwoch in der Amalie Arena, hatte er ein Tor und einen Assist. Die Penguins führen 2-1 in der Best-of-7 Serie. Spiel 4 findet am Freitag statt (02:00 a.m. MESZ)

Hagelin hat 11 Punkte (fünf Tore, sechs Assists) in 14 Playoffspielen. Für die Rangers hatte er im vergangenen Jahr in 19 Playoffspielen fünf Punkte und in 2014 zwölf Punkte in 25 Playoffspielen.

Auch wenn seine Reihe rein technisch gesehen Pittsburghs dritte ist, ist Hagelins Rolle, mit Geschwindigkeit für offensive Gefahr zu sorgen. Dadurch ist seine Sicht auf sein Spiel und seine Aufgabe eine ganz andere.

"Du bekommst dieses Selbstvertrauen in der Offensive und du fühlst, dass du bei jedem Wechsel Chancen kreieren kannst und dass du den Puck etwas länger halten und Spielzüge machen kannst", sagte Hagelin. "Ich würde mich jetzt nicht als Offensivspieler bezeichnen. Ich versuche rauszugehen und meinen Platz dort einzunehmen, wo der Trainer mich braucht, ich versuche das Beste daraus zu machen. Wenn ich mit Bonino und Kessel spiele, weiß ich, dass ich in jedem Spiel zu meinen Chancen kommen werde, und, sofern ich meine Skates benutze ihnen ein paar vorbereiten kann. Darauf liegt mein Fokus."

Penguins Coach Mike Sullivan baute auf diese Art, Hagelin einzusetzen, als er ihn am 16. Januar verpflichtete. Sullivan war in Hagelins ersten beiden Spielzeiten für die Rangers Co-Trainer und wusste, dass er auch offensiv glänzen kann und viel Hockey IQ hat.

"Ich habe das früh realisiert, als ich ihn trainiert hatte", sagte Sullivan. "Ich wusste, dass er das in unser Team bringen würde."

Hagelin konnte in den ersten beiden Spielzeiten, als Sullivan auf der Rangersbank stand, in 112 Spielen 62 Punkte und einen Schnitt von 0,55 Punkten pro Spiel erzielen. Unter Alain Vigneault als Rangerscoach, fiel seine Ausbeute in den folgenden Spielzeiten auf 0,44 Punkte pro Spiel (68 Punkte in 154 Spielen).

Auch in Anaheim ließ seine Produktivität nach. Bevor er getradet wurde, hatte er 12 Punkte in 43 Spielen. Aber Sullivan, der in zurück nach Pittsburgh brachte, steckte ihn mit Offensivspielern zusammen; erst mit Malkin und dann mit Kessel; seine Ausbeute stieg wieder.

In 37 Hauptrundenspielen für Pittsburgh konnte er 27 Punkte erzielen; in den Playoffs stieg seine Quote auf fast einen Punkt pro Spiel.

"Mit Sicherheit ist seine Geschwindigkeit sein größter Wettbewerbsvorteil", so Sullivan. "Er spielt die Scheiben tief und erzwingt Turnovers und kreiert durch seine Geschwindigkeit viele Möglichkeiten für seine Reihe. Aber am meisten schätze ich an ihm sein Gespür für Hockey, das von vielen unterschätzt wird. Das erlaubt ihm, meiner Meinung nach, mit Topspielern zusammen zu spielen. Er hat das Gespür, das Auge und die Wachsamkeit, den nächsten Spielzug einzuleiten. Das ist unheimlich wichtig, um Chancen für seine Reihe zu kreieren."

Aber das Beste, was Hagelin für Pittsburgh getan hat ist, dass er von seinen defensiven Prinzipien nicht abgewichen ist. Er opfert seine Defensive nicht für die Offensive. Das perfekte Beispiel hierfür kam spät im ersten Drittel von Spiel 3, als Hagelin die ersten 30 Sekunden von Pittsburghs Unterzahlspiel fast im Alleingang bewältigte.

"Seit ich in der Liga spiele, wurde ich in Unterzahl eingesetzt, es war schon immer einer meiner Jobs", sagte Hagelin. "In den Playoffs gibt es nicht viele Powerplays und du musst das Beste geben, das du hast."

Hagelin hat seine Verantwortung für die Defensive nicht vergessen. Aber jetzt hat er auch die Chance, in einer offensiven Rolle zu glänzen. Er straft die Geschichten, die über ihn erzählt wurden lügen.

"Er ist einfach ein guter 1,80m größer Eishockeyspieler", so Bonino.

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