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Habs GM Bergevin trifft die Entscheidungen

von Dave Stubbs / NHL.com

MONTREAL -- die vergangenen zwei Wochen waren eine Achterbahnfahrt für die Fans der Montreal Canadiens - erheiternd und erschreckend.

Es begann mit dem NHL Draft 2016, darauf folgte der Blockbuster Trade von Verteidiger P.K. Subban im Austausch für Shea Weber zu den Nashville Predators und landete im Strudel des Unrestricted Free Agent Markts.

Nach diesen ereignisreichen Wochen folgte das Entwicklungscamp der Canadiens. Fünf Tage, in denen das Management einen Blick auf die Talente der Organisation werfen konnte und die Fans das Trainingszentrum im südlich des Stadtkerns gelegenen Brossard belagerten.

Jetzt sollte der Sommer Einzug halten und niemand freut sich mehr darauf, etwas Luft zu holen, als Canadiens General Manager Marc Bergevin, der Mann der die erregende Fahrt steuert.

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Bergevin empfing NHL.com am Donnerstag für fast eine ganze Stunde in seinem Büro in Brossard zum Interview.

NHL.com: Wir sitzen hier an einem warmen Sommernachmittag, kaum acht Tage, nachdem ein nuklearer Winter in die Stadt Einzug gehalten hat. Sie wussten als sie P.K. Subban gegen Shea Weber tauschten, dass sie keinen nullachtfünfzehn Drittreihe Außenstürmer handelten. Hat sich die Sache zumindest schon ein wenig gelegt?

Bergevin: Vor dem Trade gingen uns viele Gedanken durch den Kopf. Es wurde intern viel diskutiert. Ich habe mit vielen Leuten aus dem Geschäft gesprochen. Am Ende des Tages treffe ich die Entscheidung. Es liegt auf meinen Schultern. Aber sobald ich so eine Entscheidung treffe, schaue ich nicht mehr zurück. Es ist wie der alte Spruch: "Wenn du in den Rückspiegel schaust, siehst du nicht mehr, was vor dir liegt." Es war ein gut durchdachter Prozess. Wir haben das Wieso und Weshalb durchdacht. Wir haben als Gruppe darüber gesprochen und dann habe ich die finale Entscheidung getroffen. Und danach geht es weiter. Und wenn Sie mich danach fragen, "seit diesem Tag..." nun, ja. Ich bin weitergekommen.

NHL.com: Für viele Canadiens Fans wird das für lange Zeit ein "was wäre wenn...." Moment sein. Können Sie sich an den Moment erinnern, in dem die Entscheidung im Kopf getroffen wurde? Nachdem Sie die Unterhaltung mit Predators GM David Poille hatten und Sie sich im Kopf und auf dem Papier die Details ausdachten und sich sagten, "Ja, lasst das machen" können sie sich an das Gefühl erinnern? Oder war das für Sie einfach ein ganz normaler Deal, um die Canadiens weiterzuentwickeln?

Bergevin: Bei einem Deal in dieser Größenordnung gibt es da viel. In der letzten Nacht (28. Juni) musste ich wirklich darüber schlafen. Habe ich gut geschlafen? Nein, nicht wirklich. Ich bin recht früh aufgewacht und hatte das Gefühl, dass ich den Deal machen muss. Als David und ich am 29. Juni erneut sprachen, es war früh am Nachmittag, wusste ich, dass wenn er zustimmt, wir das machen werden.

David konnte Shea nicht erreichen und ich P.K. nicht. Also verzögerte sich der Trade ein wenig. Du willst, dass der Spieler deine Stimme hört. Erst wenn beide Spieler Bescheid wissen, kannst du es veröffentlichen. Du willst nicht, dass sie das aus einer anderen Quelle als ihrem General Manager hören.

David rief mich am 24. Juni, dem ersten NHL Draft Tag in Buffalo an. Ab diesem Zeitpunkt ging es um nichts anderes mehr. In der Vergangenheit haben schon andere Teams angerufen. Doch wenn dir jemand einen "wow" Deal angeboten hat, wollte er eigentlich nur den Markt abchecken. Viele Teams tun das; es ist Teil ihres Jobs.

Aber am 24. Juni, etwa am Nachmittag, rief mich David an. Ich fuhr gerade von Toronto nach Buffalo, wo unsere Jungs für den Draft waren. Wir haben kurz gesprochen. Er erwähnte Weber für Subban und sagte dann, dass er sich nicht sicher sei, und ich sagte, dass ich mir auch nicht sicher bin.

Ich sagte: "Lass den Draft rumkriegen. Wir werden die kommenden Tage recht beschäftigt sein. Wir können über das Wochenende darüber schlafen und am Montag alles austarieren.

Wir taten es und sprachen ein wenig mehr. Wir wollten noch andere Teile einbeziehen, um es noch größer zu machen, aber am Ende des Tages klappte es nicht. Einige Trades brauchen länger, andere sind schneller. Es hängt davon ab.

NHL.com: Haben Sie Geoff Molson, den Teameigentümer und ihren Boss hinzugezogen, als sich der Trade in ihrem Kopf festigte? Oder unterrichteten Sie ihn erst, als der Entschluss schon feststand, "Geoff, zu deiner Information, das werde ich tun." Oder irgendetwas dazwischen?

Bergevin: Selbstverständlich waren die Umstände mit P.K. etwas anders. Es ist eine Sache mit Geoff: Er ist auf ganzer Linie gut -- er überlässt es mir, die Hockeyentscheidungen zu treffen. Ich informiere ihn. Ich sage ihm, was die Gründe sind und wo das Risiko liegt. In jeder Transaktion gibt es Risiken. Immer. Kleine Transaktionen und große. Und ich teile sie Geoff mit und er sagt mir: "Du bist hier um die Hockeyentscheidungen zu treffen, also mach das Team besser. Das ist dein Job."

NHL.com: Dieser Trade hat auch Einfluss jenseits des Eises. Marketing, die Zeit und die Energie die das Team in P.K. investiert hat. Das Engagement von Subban in die Fans und die Gemeinde. Wurde dieser Faktor in den Gedankenspielen auch berücksichtigt?

Bergevin: Ich sage immer, "du willst keine 23 Roboter." Ich habe keine Probleme mit Persönlichkeit. Jeder ist anders. Jeder bringt andere Sachen an den Tisch. Aber manchmal musste ich auch harte Entscheidungen treffen. Harte Entscheidungen, um das Team besser zu machen. Deshalb haben wir den Abzug gedrückt. Und diejenigen, die darauf bestehen, dass der Trade gemacht wurde, um Coach Michel Therrien glücklich zu machen, sagen Schwachsinn. Mike wusste von nichts über den Trade, bis er getätigt wurde.

NHL.com: Haben Sie mit den Teamleadern gesprochen, seitdem der Trade getätigt wurde? Zu ihrem Kapitän Max Pacioretty, zu Goalie Carey Price und zu den Alternativkapitänen Andrei Markov, Tomas Plekanec und Brendan Gallagher?

Bergevin: Ja zu allen. Aber sie sind nicht in der Stadt, also nur kurze Gespräche am Telefon. Sie haben einen ihrer Teamkollegen verloren, verstehen aber was mit Shea Weber kommt. Ich wünschte, wir könnten schon in der kommenden Woche in die Saison starten. Drei Wochen um auf den Saisonstart zu warten sind eine lange Zeit.

NHL.com: Shea Weber kommt in Montreal mit einem prallgefüllten Werkzeugkoffer voller Skills an. Darunter Führungsstärke, ein harter Schuss und Powerplay Präsenz. Chicagos Jonathan Toews sagte, dass er glücklich darüber sei, dass Weber in die Eastern Conference gegangen ist. Was ist das wichtigste, das er dem Team bringt?

Bergevin: Glaubwürdigkeit. Er hat zwei olympische Goldmedaillen gewonnen und ist wie Carey Price ein Kerl, der die Ausstrahlung hat, Glaubwürdigkeit ins Team zu bringen. Wer wird eine großartige Ergänzung zu unserem Kapitän Max Pacioretty sein. Shea ist ein großer Mann, gegen den es hart ist zu spielen. Wenn du gegen Shea Weber aufgestellt bist, wird dir nichts Geschenkt. Das ist für mich etwas, das wir in der verganenen Saison vermisst haben.

NHL.com: Wie waren die Gespräche mit Weber in diesem Punkt?

Bergevin: Ich sprach zu ihm, nachdem wir den Trade gemacht haben. Dann, am nächsten Tag, sprach ich erneut mit ihm, weil ich Alexander Radulov unter Vertrag genommen hatte und ich wusste, dass sie zusammen in Nashville gespielt haben. Ich weiß, dass Shea plant nach Montreal zu kommen, aber ich habe keinen festen Termin. Dann werde ich mich mit ihm zusammensetzen.

NHL.com: P.K. Subban war Alternativkapitän. Wird Weber in der nächsten Saison auch ein "A" bekommen?

Bergevin: Ich habe mit Therrien kurz darüber gesprochen. Ja er wird.

NHL.com: Jetzt, nachdem Sie das Entwicklungscamp geschafft haben und alle Spieler und Trainer Verträge haben, können Sie endlich in die Sommerpause gehen. Können Sie bitte über die vergangene Saison Resüme ziehen?

Bergevin: Was manchmal vergessen wird und woran ich stark glaube ist, dass wir unsere Nummer 1 Carey Price für bis auf zwölf Spiele fast die gesamte Saison vermisst haben. Das war ein großer, großer Rückschlag für unser Team. Wir mussten nach dem 5. Dezember ungefähr 0,500 spielen. Wenn wir das geschafft hätten, hätten wir 100 Punkte und wären damit in den Stanley Cup Playoffs gelandet. Wir haben es nicht geschafft.

Backup Goalie Mike Condon tat als Rookie sein Bestes. Ich nehme ihn nicht in Schutz. Aber wir hätten durchhalten können, haben es aber nicht geschafft.

Die Verletzung von Gallagher tat auch weh. (Gallagher verpasste 17 Spiele zwischen dem 25. November und dem 29. Dezember aufgrund gebrochener Finger) Die Verletzungen von Pricer und Gally taten richtig weh. Wir konnten das Schiff nicht auf Kurs halten. Uns fehlte etwas und das beeinträchtigte uns.

Aber ich wusste, dass ich da etwas begradigen und gute Spieler einbringen muss. Wir haben Manny Malhotra aufgrund seines Karriereendes und auch Gio (ehemaliger Kapitän Brian Gionta, der um Juli 2014 als unrestricted Free Agent bei den Buffalo Sabres unterzeichnete) verloren. Pricer ist kein lautstarker Anführer, aber dennoch ein Leader. Er zeigt in der Kabine Präsenz.

NHL.com: Und wenn ein Spieler verletzt ist, ist er nicht in der Kabine...

Bergevin: Carey war auch nicht auf Auswärtsfahrten dabei. Und wegen seiner Verletzung dauerte die Genesung länger, als wir gedacht hatten. Mit den Verpflichtungen von Shea Weber und Andrew Shaw haben wir etwas richtig gemacht. Auch dass Pricer Gesund zu haben ist wichtig. Und das letzte ist, was die Truppe im letzten Jahr durchgemacht hat. Es ist OK hinzufallen, aber du musst aufstehen. Ich glaube daran, dass den Jungs so etwas nicht wieder passiert.

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