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Grubauer kommt für Avalanche besser in Fahrt

Nach Verletzungen und einer mehrwöchigen glücklosen Phase, zeigte der deutsche Torwart in zwei Siegen seine Klasse

von Stefan Herget @nhlde / Freier Chefautor NHL.com/de

Grubauers toller 2-auf-1-Stopp

WPG@COL: Grubauer ist gegen Connor zur Stelle

Philipp Grubauer ist rechtzeitig auf der anderen Seite, um Kyle Connors Chance beim 2-auf-1 abzuwehren

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Wer Philipp Grubauer kennt, weiß, dass der Dezember so gar nicht nach seiner Vorstellung verlief und er sehr unzufrieden war, auch wenn er bei seinen Einsätzen gute Paraden zeigen konnte. Das, was im abgelaufenen Monat in seinen Statistiken stand, konnte den 28-jährigen Rosenheimer aber nicht richtig zufriedenstellen.

"Ab und zu schaue ich schon mal auf meine Statistik", gab Grubauer im Dezember im Gespräch mit NHL.com/de zu. "Am meisten interessieren mich die gewonnenen Spiele. Wenn in der Spalte Wins eine Zahl von 10, 11, 12 Siegen drinsteht, ist das sehr wichtig für mich, schließlich geht es dabei auch um Punkte für die Mannschaft. Sonst ist für mich persönlich noch die Save Percentage (Fangquote - d. Red.) bedeutsam. Über alles andere mache ich mir eher weniger Gedanken. Grundsätzlich versuche ich im Spiel so wenig Tore wie möglich herzugeben. Aber dabei ist man natürlich immer ein Stück weit von seinen Vorderleuten abhängig."

Von seinen sieben Starts, die er im Dezember hatte, unterbrochen durch einen verletzungsbedingten Ausfall von einer Woche, konnte Colorado nur im ersten, am 4. Dezember bei den Toronto Maple Leafs, einen 3:1-Sieg einfahren. Ansonsten galt immer wenn Grubauer spielte, die Avalanche gehen als Verlierer vom Eis. Das lag nicht unbedingt an ihm und seinen Leistungen, doch gemäß seines Statements dürfte die Situation ihn alles andere als zufrieden gestimmt haben. Hinzukam, dass Grubauers Fangquote in dieser Zeitspanne nur zweimal über 90 Prozent lag.

Video: COL@TOR: Grubauer stoppt Matthews mit mehreren Saves

Für seinen Vertreter Pavel Francouz sah es indes besser aus, denn der konnte bei seinen acht Einsätzen im Dezember gleich sechs Siege verbuchen.

Grubauer, der erstmals in seiner Karriere als klare Nummer 1 in eine Saison startete, war zum ersten Mal gefordert nachzulegen. Seit dem 28. Dezember durfte er vier Mal in Folge von Beginn an auflaufen. Doch zunächst bei den Dallas Stars (2:3 SO), wo er allerdings mit starken 38 Saves auftrat, und am Silvester gegen die Winnipeg Jets (5 Gegentore bei der 4:7-Niederlage) lief es für ihn weiterhin im Endeffekt negativ.

"Ich würde am liebsten alle Spiele gewinnen", betonte Grubauer. "Aber ich weiß natürlich, dass dies nicht möglich ist."

Einen Grund sich besser zu fühlen, lieferten dann die Auftritte am 2. Januar zu Hause gegen die St. Louis Blues und am Samstag bei den New Jersey Devils. Grubauer musste zwar gegen den Titelverteidiger und Konkurrenten der Central Division drei Gegentore bei 27 Torschüssen hinnehmen, die Avalanche gewannen aber mit 7:3. Beim 5:2-Sieg gegen die Devils konnte er 28 Saves verbuchen.

 

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"Es war eine schwere Begegnung und sie hatten etwas Oberwasser im Dritten, aber wir haben dagegengehalten, defensiv gut gespielt und Grubauer war gut im Tor", hatte der Hattrick-Torschütze Mikko Rantanen Lob parat nach der Partie in New Jersey.

In der Tat war Grubauer wieder einmal ein ausschlaggebender Faktor für Colorado, nicht nur im dritten Drittel, sondern auch zu Beginn, als das Spiel auf der Kippe stand. "Wir haben einige Möglichkeiten im ersten Drittel zugelassen, als sie uns überrannt haben, aber Grubi hat einige gute Saves gezeigt", verdeutlichte Trainer Jared Bednar richtigerweise.

Die Devils sind ein Lieblingsgegner von Grubauer, zumindest wenn man einen Blick auf seine Statistik wirft, denn seine Bilanz gegen die Devils ist mit 4-0-0 makellos. Den Erfolg führt der deutsche Torhüter auf ein paar taktische Umstellungen zurück, die vorgenommen wurden.

"Wir haben unser Spiel etwas verändert", räumte er ein. "Wir haben sehr viel miteinander geredet und wollten der Defensive etwas mehr Beachtung schenken. Wir haben heute gute Arbeit verrichtet. PK und Powerplay sind immer wichtig. Zwei wichtige Punkte für uns heute."

Video: COL@VGK: Grubauer behält gegen Pacioretty die Nerven

Die Punkte sind nicht nur für Colorado wertvoll, das weiterhin den zweiten Platz in der umkämpften Central behauptet und auch näher an den Spitzenreiter St. Louis herangerückt ist, sondern genauso für Grubauer persönlich.

Durch zwei Siege hintereinander hat er seine fünf Niederlagen in Folge (0-4-1) hinter sich gelassen und kann motiviert die nächsten Aufgaben angehen. Außerdem war es für ihn schön, das Vertrauen des Trainers zu spüren, der ihn trotz der kleinen Krise vier Mal in Folge starten ließ.

"Es ist natürlich schön zu spielen und in den Rhythmus zu kommen", erzählte Grubauer. "Es ist immer schwer, wenn man nur einmal die Woche spielt und ansonsten draußen sitzt. Das hatte ich schon ein paar Jahre lang. Es war schön, ein paar Starts in Folge zu haben und mit den Jungs an den Fehlern zu arbeiten und uns als Gruppe weiterzuentwickeln."

 

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Grubauer wäre nicht der ehrgeizige Typ, der er ist, wenn er nicht schon wieder den Blick nach vorne richten würde. "Wir müssen das jetzt hinter uns lassen und für die nächsten Aufgaben bereit sein, die umso wichtiger sind", schloss er sein Statement.

Am Montag und Dienstag treten die Avalanche Back-to-Back erst im Nassau Coliseum in Long Island bei den New York Islanders und dann etwas mehr als 24 Stunden später auf der anderen Seite des East River bei den New York Rangers im Madison Square Garden an. Gut möglich, dass es im ersten Spiel zum deutschen Torhüterduell mit Thomas Greiss kommt und in der zweiten Partie Francouz antreten darf. Doch das alles dürfte für Grubauer nebensächlich sein, Hauptsache es werden weitere Siege und Punkte eingefahren.

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