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Durchhänger trüben die Bilanz von Greiss

Drei Siege in den letzten vier Spielen sind für Islanders Torhüter nicht das Maß

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Die New York Islanders sind nicht gerade optimal in die Saison gestartet. Zeitweise waren sie Letzter in der Eastern Conference, was den Ansprüchen der Franchise die Playoffs zu erreichen und demnächst ein Wort um den Stanley Cup mitreden zu können natürlich nicht gerecht wird.

Mittendrin wird der Kampf um die Torhüterposition zwischen Jaroslav Halak und Thomas Greiss fokussiert. Der Slowake schien von seiner von Verletzungen geplagten Saison 2015-16 gestärkt zurück, was er besonders beim World Cup of Hockey im September in Toronto unter Beweis stellte, als er den Außenseiter Team Europa mit überragenden Leistungen bis ins Finale führte.

Doch sollten sich die Islanders erhofft haben, dass es so auch in der NHL Saison weitergehen würde, wovon auszugehen ist, dann wurden sie im ersten Viertel der Saison durchaus ernüchtert.

Für Halak stehen 14 Einsätze und 13 Starts zu Buche, von denen er nur drei gewinnen konnte und sechs Niederlagen nach regulärer Spielzeit, sowie vier weitere nach Verlängerung hinnehmen musste. Hinzu kommt ein Gegentorschnitt von 3,08 pro Spiel.

Seine Bilanz in den letzten vier Spielen deutlich aufbessern konnte jedoch Greiss, der am 22. November gegen die Anaheim Ducks, am Montag gegen die Calgary Flames und am Mittwoch gegen die Pittsburgh Penguins immerhin Siege und damit wichtige Punkte einfahren konnte. Nur gegen die San Jose Sharks setzte es am 25. November mit drei Gegentoren eine Niederlage.

Ebenso viele Treffer kassierte er gegen Anaheim und Calgary insgesamt und verbuchte in den Spielen eine Fangquote von über 95%. Diesen guten Trend setzte Greiss auch am Mittwoch gegen die Penguins fort, als er sich nach 40 Minuten und 21 Torschüssen mit einigen tollen Paraden schadlos halten konnte.

"Das letzte Drittel war heute nicht das Beste", musste er dann allerdings nach dem Spiel eingestehen. Die erarbeitete 3-0 Führung der Islanders schmolz nämlich bereits in der 41. Minute dahin und war in der 54. Minute durch den Ausgleich von Evgeni Malkin komplett aufgebraucht. Zum Glück für Greiss und die Hausherren konnten Anders Lee 27 Sekunden und Nikolay Kulemin 24 Sekunden vor dem Ende den Sieg doch noch perfekt machen.

"Es war ein wichtiger Sieg für uns und besonders am Anfang ein sehr gutes Spiel von uns", sagte Greiss und stieß eine Frage nach den drei Gegentoren im Schlussabschnitt mit der Sicherheit eines Sieger weg. "Wenn wir gewinnen, dann sind mir die Gegentore egal. Hauptsache, wir gewinnen."

Vom Prinzip hat er natürlich recht, doch das Oberwasser, welches er im Torhüterduell mit Halak zuletzt gewonnen hat, droht wieder zu sinken, falls es der 30-jährige Allgäuer nicht schafft, mehr Konstanz in sein Spiel zu bekommen.

Natürlich ist in einer solchen Situation auch immer die gesamte Mannschaft gefragt, denn ein Torhüter kann nur so gut spielen, wie eine Verteidigung bzw. die Spieler vor ihm Blocken und Nachschüsse verhindern.

"Ich glaube insgesamt sind wir in den letzten Spielen besser aufgetreten und haben unseren Rhythmus gefunden", sagte Greiss. "Darauf müssen wir jetzt in den nächsten Spielen aufbauen." Ein leichtes Unterfangen, denn am heutigen Donnerstag wartet ein schweres Auswärtsspiel bei den Washington Capitals.

Video: PIT@NYI: Greiss entschärft einige frühe Schüsse

"Morgen spiele ich nicht und habe einen Tag frei, das ist ganz angenehm", erzählt Greiss dann mit einem Lächeln auf den Lippen, wenn gleich er sicher auch gerne gespielt hätte. So kann er sich beruhigt zurücklehnen und schauen, was Halak und Jean-Francois Berube gegen Alex Ovechkin & Co leisten werden.

Doch seine nächste Aufgabe kommt bestimmt und dann wird es wichtig sein, komplette 60 oder 65 Minuten zu überzeugen.  

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