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Greiss beeindruckt gegen den Tabellenführer

Der deutsche Torwart garantierte mit tollen Paraden gegen die Tampa Bay Lightning den Sieg der New York Islanders

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Autor

Eine der wichtigsten Tugenden eines Torwarts ist seine Nervenstärke. Genau diese Qualität bewies der Füssener Thomas Greiss im Tor der New York Islanders am Sonntag. Die Isalnders trafen im heimischen Barclays Center auf die Tampa Bay Lightning, die mit 72 Punkten (35-9-2) die Ligatabelle anführen. Die Qualität des Gegners sollte bereits ausreichen, um für Nervosität zu sorgen, in Greiss' Fall kommt jedoch noch hinzu, dass er in einer schwierigen Phase seiner Saison gegen das Spitzenteam antreten musste.

Greiss hatte im teaminternen Duell der Torhüter gegen Robin Lehner eigentlich die Nase vorne, doch seit dem 17. Dezember kam er kaum noch zum Einsatz. In elf Spielen der Islanders stand er nur dreimal auf dem Eis, zwei der Spiele verloren die Islanders, bei ihrem einzigen Sieg wurde Greiss bereits nach drei Gegentoren ausgewechselt. Gegen die Lightning bewies er jedoch, dass er immer noch die Qualität hat, die Nummer eins im Tor eines NHL-Teams zu sein.

Video: TBL@NYI: Greiss stoppt mit dem Schläger Point

Bei dem 5:1-Sieg der Islanders gegen die Lightning stoppte der deutsche Nationaltorwart 38 Schüsse und verpasste den Shutout nur knapp durch den Gegentreffer von Ryan McDonagh. Die Islanders gingen bereits in den ersten fünf Minuten mit 3:0 in Führung und Greiss hielt sie in der Folge im Spiel, besonders im zweiten Drittel, als ihn die Lightning innerhalb von 20 Spielminuten 22 Mal testeten.

"Heute haben wir einen guten Job gemacht und haben das Ziel nie aus den Augen verloren", lobte Center Casey Cizikas die Mannschaftsleistung. "Selbst als sie wirklich Druck gemacht haben, hat Greiss in Schlüsselszenen großartige Saves geliefert und wir haben weiter nach vorne gespielt. Wenn man ein Team wie die Lightning schlägt, dann sagt das einiges über den Charakter unserer Mannschaft aus."

 

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Greiss ist ein Musterbeispiel für den angesprochenen Charakter. Mit 91,8 Prozent Fangquote belegt er Platz 14 in der Liga, mit 2,62 Gegentoren pro Spiel Rang 16. Das sind keine schlechten Werte nach 25 Spielen, doch Lehner wächst in dieser Saison über sich hinaus. Seine 92,6 Prozent Fangquote sind der zweitbeste Wert der Liga hinter Jack Campbell von den Los Angeles Kings (93,0 Prozent). Mit 2,21 Gegentoren pro Spiel liegt Lehner gleichauf mit Campbell auf Platz eins. Lehner wies noch nie bessere Zahlen aus, wenn er in einer Saison auf mehr als zwölf Spiele kam. So verdrängte er Greiss in den vergangenen Wochen von dessen Stammplatz im Kasten. Doch mit seiner starken Performance im Spiel gegen die Lightning setzte Greiss ein Zeichen und empfahl sich wieder für mehr Einsätze.

Die Islanders sind unter anderem wegen ihrer starken Torhüter auf einem guten Kurs in Richtung Stanley Cup Playoffs. Sie gewannen zuletzt elf von 14 Spielen und liegen mit 54 Punkten (25-15-4) in 44 Partien auf dem ersten Wildcard-Platz der Eastern Conference. Mit einem weiteren Sieg könnten sie die Pittsburgh Penguins einholen, die zwei Punkte vor ihnen auf dem dritten Rang der Metropolitan Division stehen. Die Columbus Blue Jackets sind als Zweiter ebenfalls nur drei Punkte entfernt und selbst die Washington Capitals, die die Divisionsgruppe anführen, weisen nur einen Vorsprung von fünf Punkten gegenüber den Islanders aus.

 

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Die nächste Gelegenheit Punkte zu sammeln und den Abstand zur Spitze zu verkürzen bietet sich den Islanders bereits am Dienstag, wenn sie die St. Louis Blues empfangen. Zwei Tage später statten die New Jersey Devils dem Nassau Coliseum auf Long Island einen Besuch ab. Die kommenden zwei Gegner präsentierten sich zuletzt etwas stärker, liegen jedoch nach wie vor außerhalb der Playoff-Ränge und gelten als durchaus bezwingbar. Das nächste Spitzenspiel gibt es für die Islanders bereits am Freitag. Dann gilt es für sie auswärts im Duell gegen den Divisionsersten aus Washington zu bestehen.

Die Torhüterfrage dürfte in den nächsten Tagen spannend werden. Lehner erwies sich als stabiler Rückhalt, doch der nervenstarke Greiss kann besonders in schwierigen Spielen und unter großem Druck selbst gegen die besten Teams bestehen, wie er gegen die Lightning beeindruckend unter Beweis stellte. Mit diesem Duo zwischen den Pfosten sind die Islanders wirklich eine Macht und nur schwer zu schlagen.

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