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Gary Bettman in Diensten des Eishockeys

Am 1. Februar 1993 wurde er zum NHL-Commissioner ernannt und hat seitdem viel bewegt

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Die NHL, so wie wir sie kennen und lieben gäbe es nicht ohne ihn. Eine Eishockeyliga, die rund um den Globus Millionen von Anhängern in den Bann zieht, wäre ohne ihn nicht entstanden. Am 1. Februar 1993 übernahm Gary Bettman als erster Commissioner die Führungsposition in der NHL und er konnte in dem folgenden Vierteljahrhundert so viel bewegen, wie keiner der fünf Liga-Präsidenten vor ihm.

Auch die europäischen Eishockey-Fans profitierten von der Entwicklung der Liga, die erst durch das Engagement von Herrn Bettman möglich wurde. Wer hätte sich Anfang der 1990er Jahre vorstellen können, dass er jede Partie eines Spieltags auf der heimischen Couch verfolgen kann? Wer hätte nicht verwundert mit dem Kopf geschüttelt, wenn ihn jemand erzählt hätte, dass die NHL auf dem 'alten' Kontinent Gastspiele geben wird? Wer wäre nicht müde belächelt worden, wenn er felsenfest behauptet hätte, dass im Süden Floridas NHL-Eishockey ein Kassenschlager wird?

Nur wer über eine solche Vorstellungskraft verfügt, kann große Hoffnungen erfüllen und große Vorhaben in die Tat umsetzen.

Gary Bettman hatte Visionen wie sich Liga entwickeln solle, als er das Amt übertragen bekam und er verwirklichte seinen Plan so, dass alle, die Spieler, die Teameigentümer, die Sponsoren, die Mitarbeiter und allen voran die Fans davon profitieren.

Keine seiner Entscheidungen erwies sich langfristig betrachtet als Reinfall. Er strafte alle Kritiker und Nörgler Lügen. Auch auf den ersten Blick unpopuläre Entschlüsse zog der NHL-Commissioner konsequent durch, immer im Bewusstsein und mit der Prämisse, dass es den Sport und die Liga voranbringen möge.

In den 25 Jahren unter der Regie von Bettman wuchs die NHL von 24 auf 31 Teams an. Drei von den neugegründeten Franchises, die Anaheim Ducks (2003, 2007), Florida Panthers (1996) und die Nashville Predators (2017) standen schon einmal in einem Stanley Cup Finale, Anaheim konnte 2007 sogar den Stanley Cup in den Süden Kaliforniens entführen.

Vier Franchises zogen um: Die Dallas Stars kamen aus Minnesota, die Colorado Avalanche aus Quebec, die Arizona Coyotes aus Winnipeg und die Carolina Hurricanes aus Hartford. Die Stars, die Avalanche und die Hurricanes feierten mit ihren Titelgewinnen Erfolge an ihren neuen Standorten, die ihnen an ihren alten Wirkungsstätten verwehrt geblieben waren. Dallas wurde 1999 Champion, Carolina 2006 und die Avalanche 1996 und 2001.

Probleme erkannt, Probleme gelöst!

Den Vorwurf für die nördlich gelegenen Eishockeyhochburgen, vor allem in Kanada kein Herz zu haben, widerlegte Bettman mehrere Male. Als die Teams aus Vancouver, Calgary, Edmonton und Ottawa Ende der 1990er Jahre aufgrund des schwachen kanadischen Dollarkurses mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, votierte Bettman für ein Finanzausgleichssystem, aufgrund dessen die finanzstarken Mannschaften einen Opulus ihrer Einnahmen abführen mussten. Ohne den persönlichen Einsatz des Commissioners stünde vermutlich auch in Edmonton noch kein Rogers Place, eine der modernsten Arenen des Landes.

Von 1995 bis 2003 dominierten vor allem drei Teams die NHL. Die Detroit Red Wings, die Avalanche und die New Jersey Devils waren zehn der 18 Finalisten in diesem Zeitraum. Doch nichts ist spannender als eine ausgeglichene Liga, Seriensieger, die von Jahr zu Jahr ihre Überlegenheit ausbauen, erfreut nur deren Anhänger.

Die NHL war gezwungen zu handeln und Bettman wusste wie: Eine Gehaltsobergrenze für jedes Team sollte die Lösung sein. Von der Forderung eines Salary Cap rückte der Commissioner, selbstverständlich laufend in Kontakt und mit Absprache der Teameigner, keinen Millimeter ab und ging bis aufs Äußerste, ließ sogar den Spielbetrieb für ein Jahr einstellen.

Selbstverständlich waren die Spieler damals nicht darüber erfreut Gehaltskürzungen hinzunehmen. Doch wie sieht ihre wirtschaftliche Situation heute aus? Die Aktiven profitieren vom enormen Wachstum der NHL, die laut statista.com ihren Umsatz von 2,27 Milliarden in 2005/06 auf 4,43 Milliarden in der Saison 2016/17 steigern konnte. Unter der Regentschaft von Bettman verzehnfachte die NHL ihre Einnahmen und auch die durchschnittlichen Spielergehälter nahmen um diesen Faktor zu, sie liegen in der Saison 2017/18 bei US$ 3,2 Millionen.

 

[Ähnliches: Bettman im 1-on-1: NHL außerhalb Nordamerikas]

 

Die Zahlen sprechen für sich. Bettman hatte die richtige Strategie gewählt, damit die NHL national, wie auch international eine gewichtige Rolle im Sport-Business einnimmt. Der 65-Jährige wird nicht müde bei seinem Bestreben die NHL weiter voran zu bringen, aus ihr einen Global Player zu machen. Er sieht noch ein enormes Potenzial auf dem europäischen und auf dem chinesischen Markt und wer würde es ihm nicht zutrauen, dass er auch daraus eine Erfolgsgeschichte macht.

Bettman ist mit Leib und Seele ein perfektionistischer Manager und ein gewiefter Geschäftsmann, doch es kann sich nur jemand sieben Tage die Woche, rund um die Uhr mit der Materie Eishockey befassen, wenn sie ihm ans Herz gewachsen ist.

Vielleicht kein Zufall: Am 1. Februar 1993 führte Whitney Houston die Single Charts an mit dem Titel "I Will Always Love You [hockey]".

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