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Grabner über seine Zukunft und mehr im Interview

von Martin Stichauner / NHL.com

Am 17. September 2015 wurde Michael Grabner von den New York Islanders im Tausch für fünf Spieler zu den Toronto Maple Leafs getradet. Der Österreicher spielt nun zum zweiten Mal (nach Vancouver ) für ein kanadisches Team. Die glorreichen Zeiten der Ahornblätter liegen jedoch schon einige Zeit zurück. Insgesamt konnten die Leafs bereits 13 Mal den Cup in die Höhe stemmen. Das letzte Mal gewannen die Leafs den Stanley Cup in der Saison 1966-67, doch seit 2004 konnten sie sich lediglich einmal für das Playoff qualifizieren. In dieser Saison wurde Startrainer Mike Babcock von den Detroit Red Wings nach Toronto geholt, um den gewünschten Aufschwung zu erzielen. Doch auch in diesem Jahr werden die Playoffs ohne den Leafs ablaufen, denn aktuell belegen sie den letzten Platz in der Liga.

NHL.com/de traf den Österreicher nach dem Spiel gegen die Red Wings in Detroit, Michigan.

Hallo Michael, wie es dir heute geht, brauche ich vermutlich nicht nachzufragen. 1:0 gewonnen gegen die Detroit Red Wings und du wurdest mit deinem siebten Saisontreffer zum „Men of the Match“ gewählt.

Grabner: Ja, ich bin sehr froh darüber, dass ich wieder einmal getroffen habe und wir dadurch gewinnen konnten. Die letzten Spiele sind für uns nicht so optimal gelaufen und wir haben sehr viele Spiele verloren.

Die Toronto Maple Leafs belegen derzeit den letzten Platz. Was ist deiner Meinung nach in dieser Saison schiefgelaufen?

Grabner: Das Management der Toronto Maple Leafs hat einen Plan vor sich, welcher einen kompletten Umbruch der Mannschaft vorsieht. Wir haben sehr viele junge Spieler in unserem Kader. Wir haben Verteidiger, welche teilweise 25 Jahre und jünger sind. Diese, sowie auch die anderen jungen Spieler müssen natürlich noch die notwendigen Erfahrungen sammeln. Das benötigt natürlich noch Zeit. Hier in der NHL ist das Niveau natürlich höher als in der AHL. Viele müssen sich erst darauf einstellen. Die hohe Anzahl der Spiele sowie die weiten Reisen bei den Auswärtsspielen und zudem sollte bei jedem Spiel eine gute Leistung abgerufen werden können.Natürlich würden wir gerne in der Tabelle etwas weiter oben stehen, aber wir arbeiten alle gemeinsam an einem Ziel und derzeit ist es eben so wie es ist.

Du wurdest vor allem aufgrund deiner Schnelligkeit und deinen Topfähigkeiten im Unterzahlspiel aus New York geholt und in letzter Zeit auch mit sehr viel Eiszeit belohnt! Seit vergangenen Monat darfst du sogar mit einem „A“ auf deinem Jersey auflaufen.

Grabner: (lacht).. es ist für mich natürlich eine grosse Ehre, dass ich bei einem derartigen Traditionsklub das „A“ auf der Brust tragen darf und ich bin sehr froh darüber. Ich versuche dies natürlich so gut es geht zu vertreten und eine gute Stimmung innerhalb der Mannschaft zu verbreiten.

Zurückblickend auf diese Saison. Du bist mit dem Gesamtscore von 13 Punkten ( 7 Tore und 6 Assist ) doch etwas unter deinen Erwartungen geblieben oder nicht?

Grabner: Ich glaube ich habe mich auf verschiedenen Positionen verbessern können. Wie gesagt, die Offensive war in dieser Saison natürlich nicht so wie ich es mir erhofft habe. Es ist nicht so, dass ich keine Gelegenheiten dazu gehabt hätte, aber ich habe einfach nicht getroffen. So ist das ab und zu.

Hast du deinen Spielstil verändert oder wurde dir von den Leafs eine neue Rolle zugewiesen?

Grabner: Ja, ich glaube beides. Wir spielen ein anderes System hier welches ich zuvor noch nicht gespielt habe. Ich versuche mich dem anzupassen und so gut es geht das System auszuführen wie es der Trainer von mir erwartet. Ich spiele jetzt etwas defensiver und bekomme auch sehr viel Eiszeit in Unterzahl. Dadurch ändert sich der Spielstil natürlich auch etwas.

Die diesjährige Trading Deadline ist, entgegen einiger Gerüchte ohne einen weiteren Teamwechsel vorübergegangen. Du wurdest vor allem mit den Pittsburgh Penguins in Verbindung gebracht. Kannst du uns erzählen wie du diese Zeit erlebt hast?

Grabner: Ich glaube es geht da vielen Spielern ähnlich. Es ist eine sehr nervöse Zeit und die Gerüchte tauchen da sehr schnell auf. Ich versuche dies so gut wie möglich auszublenden und abzuschalten. Mittlerweile habe ich schon Erfahrung damit, da ich ja selbst bereits getradet wurde. Ich habe einfach abgewartet was passiert und heute bin ich froh darüber, dass ich noch bei den Maple Leafs bin. Es hängt einfach von sehr vielen Faktoren ab ob du in das Mannschaftsgefüge passt oder nicht.

Du wirst mit dem Ende der Saison „Free Agent“. Wie geht es mit Michael Grabner dann weiter?

Grabner: Über das habe ich mir natürlich schon den ein oder anderen Gedanken gemacht. Wir haben jetzt aber noch 14 Spiele vor uns und ich werde versuchen diese so gut es geht zu absolvieren und weiterhin mein Bestes zu geben. Mal schauen, was dann im Sommer passieren wird.

Vielen Dank für das Gespräch und wir wünschen dir alles Gute weiterhin!

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