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Fleury macht wieder den Unterschied

San Jose in der Turnover-Falle - Vegas peilt mit starkem Goaltending den nächsten Sieg an

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Vor Spiel 3 der Western-Conference-Erstrunden-Serie zwischen den San Jose Sharks und den Vegas Golden Knights wurde die Hitze noch einmal aufgedreht. Wie schon nach Spiel 1 (5:2 für San Jose) gab es auch nach Spiel 2 (5:3 für Vegas) eine Rudelbildung nach der Schlusssirene. Sogar die beiden Trainer Peter DeBoer (Sharks) und Gerard Gallant (Golden Knights) lieferten sich ein hitziges Wortgefecht. Für Spiel 3 wechselt das Heimrecht in die Wüste Nevadas, wo es neben harten Checks auch noch auf vieles mehr ankommen wird.

Nach 83 Checks in Spiel 1 folgten 77 Hits (SJS 42 - VGK 41) in Spiel 2 (SJS 46 - VGK 31). Die physische Komponente wird sich auch in Spiel 3 nicht ändern, eher sogar noch zunehmen. Beide Mannschaften entwickeln eine immer giftigere Rivalität. Immer wieder in den Hauptrollen: Evander Kane (neun Checks) und Ryan Reaves (drei Hits), die sowohl hart mit dem Körper als auch scharf mit ihrer Zunge arbeiten. Die immer intensiver werdenden Emotionen gilt es nun zu kontrollieren, andernfalls droht eine Flut an Strafen.

Während die Sharks 34 Strafminuten sammelten, kommen die Golden Knights bereits auf deren 56. Allerdings schickte Vegas bislang die besseren Special Teams ins Rennen: San Jose konnte von 13 Powerplay-Möglichkeiten nur zwei für einen Treffer nutzen (15,4 Prozent). Vegas dagegen gelangen zwei Tore in nur sieben Überzahl-Situationen (28,6 Prozent). Zudem schockten die Golden Knights ihren Gegner mit gleich zwei Unterzahl-Toren in Spiel 2. "Special Teams haben den Unterschied gemacht. Zu diesem Zeitpunkt in der Saison ist es schwer, zu gewinnen, wenn du nicht die besseren Special Teams hast", betonte DeBoer.

 Video: VGK@SJS, Sp2: Sharks, Golden Knights sechs Tore im 1.

In diesem Bereich müssen sich die Sharks für Spiel 3 deutlich steigern, denn nicht nur im Powerplay, sondern auch bei Gleichzahl erlaubten sich die Nord-Kalifornier zu viele Fehlpässe und leichtsinnige Puckverluste. Bereits 24 Giveaways sind ein alarmierendes Signal, zumal Vegas diese mit seinem überfallartigen Umschaltspiel gnadenlos bestraft.

Auch in Sachen Secondary Scoring blieb San Jose bislang unter seinen Möglichkeiten. Die vierte Reihe mit Michael Haley, Barclay Goodrow und Melker Karlsson ist noch komplett ohne Scorerpunkt, während die dritte Reihe mit Marcus Sorensen, Joe Thornton und Kevin Labanc immerhin dank "Jumbo Joe" schon zwei Punkte (ein Tor, ein Assist) verzeichnen konnte. Mehr Torgefähr könnte Joonas Donskoi bringen, dem bislang als Healthy Scratch nur die Zuschauerrolle blieb. Derweil könnte Marc-Edouard Vlasic für Spiel 3 ausfallen: Der Verteidiger verletzte sich bei einem Block zu Beginn des 2. Drittels und kehrte nicht wieder aufs Eis zurück.

 

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Geblockte Schüsse sind derweil Trumpf bei den Golden Knights: Bereits 47 geblockte Schüsse bedeuten den Höchstwert unter allen Playoff-Teams in diesem Jahr und nehmen Goalie Marc-Andre Fleury viel Arbeit ab. Diese aufopferungsvolle Einstellung wird Vegas auch in Spiel 3 brauchen, zusammen mit ihrem laufintensiven Spiel samt aggressivem Forechecking, der den Gegner zu Fehlern zwingt.

Heiß ist bei den Golden Knights vor allem die zweite Linie mit Max Pacioretty (ein Tor, drei Assists), Paul Stastny (drei Assists) und Mark Stone (drei Tore), die es gemeinsam auf satte zehn Scorerpunkte bringt. Auch die eigentliche Top-Reihe mit Jonathan Marchessault, William Karlsson und Reilly Smith kam in Spiel 2 erstmals auf die Anzeigetafel und scheint den Knoten gelöst zu haben. Ein gutes Händchen hatte Gallant mit dem Personalwechsel von Nick Holden zu Colin Miller. Letzterer zahlte seine Aufstellung direkt mit einem Treffer zurück.

Video: VGK@SJS, Sp2: Karlsson schießt SHG bei Breakaway

Der wichtigste Punkt aber dürfte das Goaltending sein. Diesbezüglich war in Spiel 2 ein Klassenunterrschied festzustellen: San Joses Goalie Martin Jones wurde bereits nach 6:39 Minuten ausgewechselt, nachdem er drei Tore auf sieben Schüsse kassiert hatte (57,1 Prozent Fangquote). "Wir waren nach nicht einmal sieben Minuten schon 0:3 hinten. Ich habe nicht Jones die Schuld dafür gegeben, sondern brauchte einen Wachmacher, um einen Momentumwechsel herbeizuführen", erklärte DeBoer die Hereinnahme von Backup Aaron Dell (14 Saves, 87,5 Prozent Fangquote). "Ich hätte mir gewünscht, dass ich ein, zwei Saves mehr gemacht hätte, dann wären wir gleich im Spiel gewesen", ärgerte sich Jones, dem die Golden Knights anscheinend einfach nicht liegen: In bislang 14 Starts gegen Vegas wurde der Torwart schon fünfmal ausgewechselt! Die Sharks brauchen in dieser engen Serie einen starken Schlussmann.

 

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Fleury dagegen glänzte mit 34 Saves und einer Fangquote von 91,9 Prozent. "Er ist so gut, das Rückgrat unserer Mannschaft", geriet Stone direkt ins Schwärmen. "Er war in gefährlichen Situationen zur Stelle und hat wichtige Paraden gezeigt, was den Unterschied ausgemacht hat. Fleury gibt dir immer das Selbstbewusstsein, ein Spiel gewinnen zu können." Schon im Vorjahr stahl Fleury Spiel um Spiel für die Golden Knights und scheint auch dieses Jahr wieder das Zünglein an der Waage spielen zu können. Das erste Erfolgserlebnis gab es in Spiel 2: Vegas stoppte eine saisonübergreifende Niederlagenserie von fünf Playoff-Spielen und bauten gleichzeitig eine weitere aus: Noch nie lagen die Golden Knights 0:2 in einer Playoff-Serie hinten.

Spiel 3 dieser Western Conference Erstrundenserie findet am Sonntag in der T-Mobile Arena von Las Vegas statt (10:00 p.m. ET; NBCSN, SN360, SN, TVAS, ATTSN-RM).

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