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Goalies treffen besondere Vorbereitungen

von Axel Jeroma / NHL.com

Das Spiel der Stadium Series am Sonntag in Minnesota sorgt für einen Perspektivenwechsel bei allen Beteiligten. Zum einen für die über 50.000 Fans im Oval des TCF Bank Stadiums in Minneapolis. Sie müssen diesmal besonders konzentriert hinsehen, um die Protagonisten auf dem Eis zu identifizieren und die Puckzirkulation nachzuvollziehen. Die Eisfläche wurde nämlich mitten in eine Arena stattlichen Ausmaßes verlegt, in der sonst Football-Spieler ihrer Leidenschaft frönen. Gerade auf den hinteren Rängen dürften Operngläser und sonstige Sehhilfen eine lohnende Investition darstellen.

Zum anderen führt das ungewohnte Ambiente auch bei den Aktiven dazu, manche Gewohnheit zu überdenken und sich auf die Besonderheiten draußen einzustellen. Das gilt in besonderem Maße für die Torhüter. Warum das so ist, erklärt Goalie Devan Dubnyk von den Minnesota Wild, der in dieser Saison bei 45 Partien im Gehäuse seines Teams stand. "Es gibt Dinge, die unter freiem Himmel anders sind als in einem geschlossenen Stadion. Für uns Torhüter betrifft dies in erster Linie die Sichtverhältnisse. Sobald man den Blick über die Plexiglasscheibe hinaushebt, sieht alles viel gewaltiger aus. Hinzu kommt das Tageslicht, das sich im Gegensatz zu drinnen ständig ändern und für uns Torleute tückisch sein kann." Jedes Training sei deshalb wichtig, um die Gegebenheiten zu studieren und für das Spiel die nötigen Rückschlüsse daraus zu ziehen.

Sonst sehe er dem Match mit seinem besonderen Flair mit Vorfreude und Gelassenheit entgegen. "Im Spiel selbst fokussiere ich mich wie sonst auch auf ganz bestimmte Punkte auf dem Eis. In dieser Beziehung ändert sich nichts." Er freue sich auf die frische Luft und hoffe auf passendes Wetter.

Trotz der familiären Atmosphäre, die rund um das Stadium Series Spiel gepflegt werde, sehe er die Begegnung gegen die Chicago Blackhawks keinesfalls als gemütlichen Outdoor-Ausflug an. Dem Kontrahenten verspricht er einen heißen Tanz. "Ganz gleich wie kalt es am Sonntag auch sein wird", sagt Dubnyk.

Für Chicagos Schlussmann Corey Crawford ist es in seiner Laufbahn bereits das dritte NHL-Spiel unter freiem Himmel. Ob es nur ein persönlicher Tick ist oder eine tiefergehende Bewandtnis hat: Crawford hat sich jedenfalls für Sonntag, ebenso wie bei den Outdoor-Einsätzen davor, eine Spezialausrüstung anfertigen lassen. Bei der Wahl seines Gesichtsschutzes zeigte er sich besonders modebewusst und beauftragte Maskendesigner Stephane Bergeron mit dem Entwurf. Die Wahl fiel schließlich auf eine rot-weiß-schwarze Maske mit aufgemalten Schneeflocken.

Crawford ist in Chicago die Nummer eins im Tor. Der gebürtige Kanadier bestritt in dieser Saison 49 Spiele und hat eine Save-Quote von 0.929. Damit liegt er in dieser Rangliste auf Platz vier.

Gleich mehrfach Neuland betreten haben wird am Ende dieser Woche Goalie Nummer zwei der Blackhawks, Scott Darling. Da war zunächst am Donnerstag sein erster Besuch im Weißen Haus, wohin das gesamte Team des amtierenden Stanley Cup Champions von Präsident Barack Obama eingeladen worden war.

Mindestens genauso aufgeregt wie beim Besuch in Washington sei er vor seinem ersten Match der Stadium Series. "Als Fan habe ich natürlich viele dieser Spiele gesehen. Es ist richtig cool, jetzt selbst dabei zu sein", sagt er. Sein absoluter Traum wäre es, wenn er am Sonntag zumindest ein paar Minuten Eiszeit bekäme. 15 Spiele in der Hauptrunde stehen für ihn in dieser Saison bislang zu Buche. Sollte es nicht mit einem Einsatz klappen, so wünscht er sich für seine Perspektive am Sonntag wenigstens eines: "Dass die Spielerbänke im Stadion ordentlich beheizt sind."

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