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Hurricanes, Capitals und Penguins legen kräftig nach

Carolina, Washington und Pittsburgh haben zur Trade Deadline ihre Ambitionen unterstrichen

von Christian Treptow @NHLde / NHL.com/de Freier Autor

NHL.com/de beleuchtet jeden Dienstag der regulären Saison 2019/20 aktuelle Trends in der Liga und Storylines. In dieser Ausgabe geht es um Gewinner und Verlierer der Trade Deadline.

Jetzt geht die Saison in der NHL von vorne los. Die NHL Trade Deadline 2020 ist vorbei. Die General Manager hatten die letzte Möglichkeit, an ihren Kadern zu basteln, den Trainern vielleicht das letzte entscheidende Puzzlestück auf dem Weg zum Erfolg in den Stanley Cup Playoffs zu verschaffen. Wer alles richtig gemacht hat, zeigt sich natürlich erst im Frühsommer. Doch auch schon jetzt stehen einige Gewinner und Verlierer der Trade Deadline fest.

Ein Team, das sich verbessert hat, sind die Edmonton Oilers. Bevorzugter Tauschpartner des Teams um den deutschen Superstar Leon Draisaitl waren dabei die Detroit Red Wings. Was irgendwie auch nicht weiter verwunderlich ist. Schließlich hat General Manager Ken Holland selbst eine langjährige Detroiter Vergangenheit. Zum Ende der Wechselfrist lotste er Verteidiger Mike Green (34) und Stürmer Andreas Athanasiou (25) aus Michigan nach Edmonton. Green wird am Ende der Saison Unrestricted Free Agent, Athanasiou Restricted Free Agent. 

 

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Green ist mittlerweile in seiner 15. NHL-Saison, und seine besten Tage sind auch vorbei. Mit seiner Erfahrung kann er aber der Defensive der Oilers etwas Stabilität verschaffen. Athansiou dagegen kann im Angriff etwas den Druck vom Topduo Draisaitl/Connor McDavid nehmen. Er ist außerdem auf jeder Position im Sturm einsetzbar. Und: Beide können sich in Edmonton für neue Arbeitspapiere empfehlen. Das hat sich schon oft als leistungsfördernd herausgestellt. Der Offensive mehr Tiefe verleihen soll auch Tyler Ennis. Er kam von den Ottawa Senators zu den Oilers. Doch ob diese Kaderergänzungen reichen, um in den Playoffs mit den Teams aus der starken Central Division mitzuhalten?

Ebenfalls ein Gewinner der Trade Deadline sind die Washington Capitals. Der Kader des Teams aus der US-Hauptstadt war schon vorher exquisit besetzt, und zwar von den Torhütern über die Verteidigung bis in den Sturm. Jetzt sind von den San Jose Sharks Verteidiger Brendan Dillon (29) und von den Montreal Canadiens Offensivroutinier Ilya Kovalchuk (36) dazu gekommen. Dillon ist quasi der Gegenpart zu John Carlson. Der Neue hat in San Jose in 59 Spielen ein Tor geschossen und 13 vorbereitet. Er ist eher der solide Defender, der vor dem eigenen Tor aufräumt. Und mit Kovalchuk könnte den Capitals ein genialer Schachzug gelungen sein. Der Russe gilt als guter Kumpel von Landsmann Alex Ovechkin. Und nach seinem eher unrühmlichen Intermezzo bei den Los Angeles Kings mit drei Toren und sechs Vorlagen in 17 Spielen hat er in Montreal mit sechs Treffern und sieben Assists in 22 Partien seine alte Klasse angedeutet. Mit dem Duo unterstrich General Manager Brian MacLellan, dass das Fenster für die Capitals, einen Cup zu gewinnen, noch lange nicht geschlossen ist. Die Capitals gehörten vor der Trade Deadline schon zum Kreis der Favoriten auf den Cup. Doch in der Eastern Conference sind mit den Boston Bruins und Tampa Bay Lightning auch die beiden besten Teams der Liga. Mit den beiden Neuen sollten die Capitals gerüstet sein für etwaige direkte Duelle in der K.o.-Runde.

Auf die Karte Erfahrung setzen auch die Pittsburgh Penguins. Patrick Marleau sieht bei Sidney Crosby und Co. eine gute Chance, seinen Traum vom Stanley Cup doch noch zu erfüllen. Der 40-Jährige wird allerdings nicht an der Seite des Deutschen Dominik Kahun auf Torjagd gehen. Diesen schickten die Penguins im Tausch für die Stürmer Conor Sheary und Evan Rodrigues zu den Buffalo Sabres. Hinzu kommt noch Jason Zucker, der bereits vor einigen Tagen von den Minnesota Wild nach Pittsburgh gelotst wurde. Bleiben die Penguins jetzt von Verletzungen verschont, haben sie im Angriff auf jeden Fall genügend Qualität und Tiefe, um jeden Gegner vor ernsthafte Probleme zu stellen.

 

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Dass man auch in Raleigh gerne lange in den Playoffs vertreten wäre, zeigten die Carolina Hurricanes mit den Verpflichtungen von Stürmer Vincent Trocheck und die Verteidiger Sami Vatanen und Brady Skjei. Für Trocheck schickten die Hurricanes sogar die Stürmer Erik Haula und Lucas Wallmark sowie zwei Nachwuchsspieler zu den Florida Panthers. Vatanen kam von den New Jersey Devils, Skjei von den New York Rangers nach Carolina. Die Hurricanes sind mit diesen Neuen ein ernst zu nehmender Gegner, wenn die Playoffs losgehen. 

Einen großen Fisch an Land gezogen haben auch die New York Islanders. Das Team von Coach Barry Trotz besticht in dieser Spielzeit durch seine tolle Arbeit in der Defensive. Von den Ottawa Senators haben die Islanders für den Sturm Verstärkung geholt. Jean-Gabriel Pageau - 24 Tore und 16 Vorlagen in 60 Spielen für die Senators - trägt künftig das Trikot der Islanders. Und das nicht nur bis zum Ende dieser Saison. Die Islanders machten gleich mit Nägel mit Köpfen und verlängerten den Kontrakt mit dem 27-Jährigen um sechs Jahre. 

Gut für die Playoffs gerüstet sind die Vegas Golden Knights. Zumindest auf der Torhüterposition. Durch den Tausch für Robin Lehner - Malcolm Subban und Verteidiger Slave Demin gingen dafür zu den Chicago Blackhawks - hat der Spitzenreiter der Pacific Division jetzt das beste Torhüterduo der Liga. Sollte die etatmäßige Nummer 1 Marc-Andre Fleury einen schlechten Tag erwischt haben oder eine Pause brauchen, steht mit dem Schweden Lehner ein Goalie parat, der ebenfalls die Nummer 1 bei jedem NHL-Team sein könnte.

Ein Gewinner der Deadline sind auch die New York Rangers. Und das, obwohl sie außer dem Trade von Skjei nicht durch verrückte Transaktionen aufgefallen sind. Den Rangers ist es vielmehr gelungen, den heiß umworbenen Flügelstürmer Chris Kreider weiter an die Franchise zu binden. Er hätte im Sommer Unrestricted Free Agent werden können, unterzeichnete aber ein neues Arbeitspapier über weitere sieben Jahre im Madison Square Garden. Und für Verteidiger Skjei gab es einen Draftpick in der ersten Runde von den Hurricanes. 

 

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Während es bei diesen Teams für die nahe Zukunft relativ rosig aussieht, so müssen sich vor allem die Fans der Ottawa Senators weiter in Geduld üben. Das Projekt Neubeginn wird sich noch über einige Jahre ziehen. Mit Pageau, Ennis und Namestnikov wurden drei Stürmer abgegeben. Dafür wird die Scoutingabteilung gut beschäftigt sein. Und an den Draft-Tagen wird sich auch der General Manager nicht über Arbeit beschweren können. Denn als Kompensation bekamen die Senators hauptsächlich Draft Picks. Drei Erstrunden-Züge und vier Zweitrunden-Züge sowie insgesamt 13 Züge in allen Runden besitzen diese jetzt im NHL Draft 2020.

Neuaufbau ist auch das Stichwort bei den New Jersey Devils. Taylor Hall hatten sie ja schon früh in der Saison zu den Arizona Coyotes abgegeben. Jetzt wurde Wayne Simmonds zu den Buffalo Sabres getradet. Simmonds, der in der vergangenen Spielzeit schon "Opfer" an der Trade Deadline und von den Philadelphia Flyers zu den Nashville Predators geschickt worden war, vermochte in New Jersey mit acht Toren und 16 Vorlagen in 61 Spielen nicht zu überzeugen. Erst recht nicht als ein Stürmer, der in der Vergangenheit die 30-Tore-Marke geknackt hatte. 

 

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Etwas tun mussten die Colorado Avalanche. Nach den Verletzungen in der Offensive - Nazem Kadri, Mikko Rantanen und Matt Calvert - musste General Manager Joe Sakic handeln. Für den Angriff holte er Vladislav Namestnikov aus Ottawa. Der 27-Jährige hat in dieser Saison in 56 Spielen für die Senators 13 Tore geschossen. Das Risiko ist überschaubar. Namestnikov wird am Ende der Saison unrestricted Free Agent. Den ganz großen Namen zog Sakic allerdings nicht nach Denver. Da sich auch der deutsche Torwart Philipp Grubauer verletzte, legten die Avalanche auch auf dieser Position noch einmal nach. Ob allerdings ausgerechnet Michael Hutchinson die Lösung ist, bleibt abzuwarten. Bei den Toronto Maple Leafs hat der 29-Jährige in dieser Spielzeit keine Bäume ausgerissen. 

Als Verlierer können sich auch die Toronto Maple Leafs erweisen. Ob die Stürmer Denis Malgin (kam aus Florida), Kyle Clifford und Torwart Jack Campbell (beide von den Los Angeles Kings) die entscheidenden Faktoren sein werden, um die Maple Leafs zum einen den Playoffplatz zu sichern und zum anderen dort auch dann dafür sorgen können, dass es über die erste Runde hinaus geht? Da sind zumindest Zweifel angebracht. 

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