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Das sind die Gewinner und Verlierer des NHL Draft

Trades, nachvollziehbare und weniger nachvollziehbare Züge bei der Veranstaltung

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

CHICAGO - Als die siebte Runde beim NHL Draft 2017 in Chicago am Samstag beendet war, begannen die Analysen über die Gewinner und Verlierer des Wochenendes. Viele Spekulationen kreisen dann durch die Online- und Printmedien, denn niemand kann genau sagen, welche der jungen Spieler zukünftig einschlagen und welche zur Enttäuschung werden. Schließlich spielen im weiteren Verlauf der Karrieren viele Faktoren eine Rolle.

Insoweit ist jede Mannschaft ein Gewinner, denn sie haben neue Talente für ihre Reihen gewinnen können. Sofern ein Fazit gezogen werden kann, versuchen wir an dieser Stelle eine kleine kurze Analyse.

Sieger waren sicher die New Jersey Devils, Philadelphia Flyers und die Dallas Stars. Nicht zuletzt aufgrund ihrer Züge, sondern weil sie in der Draft Lotterie das Glück hatten, trotz weniger Erfolgswahrscheinlichkeit die ersten Auswahlmöglichkeiten zu erhalten.

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Insofern muss schon aus dieser Tatsache heraus die Colorado Avalanche als Verlierer angesehen werden, denn sie durften erst als Vierter ziehen, obwohl sie als Letzter der abgelaufenen Saison die höchste Chance auf die Nummer 1 hatten.

Überhaupt wird bereits seit längerem erwartet, dass in Denver etwas passiert, doch alles geht seinen gewohnten Gang. Entweder ist General Manager Joe Sakic sehr abgeklärt oder verbohrt, denn am größten Teil der Mannschaft und dem Trainer festzuhalten, nachdem sie abgeschlagen die wenigsten Punkte holten, scheint zumindest gewagt.

Die Vegas Golden Knights und ihr General Manager Georges McPhee wurden nicht nur allgemein für ihre Arbeit beim Expansion Draft gelobt, sondern sie verrichteten auch beim Draft in Chicago hervorragende Arbeit und haben so eine gute Basis für die Zukunft geschaffen.

Sie hatten sich als erstes Expansion Team der Geschichte durch clevere Trades gleich drei Züge in der ersten Runde gesichert und diese effektiv genutzt. Cody Glass, an Nummer 6 gezogen, könnte auf Dauer zu einem Nummer 1 Center der neuen NHL Franchise werden.

Die Los Angeles Kings verpassten zuletzt die Playoffs und durften als Elfter auswählen. Sie waren wohl selbst überrascht, dass zu diesem Zeitpunkt Gabriel Vilardi, als einer der Topleute noch zur Verfügung stand und griffen zu. Für eine Mannschaft, die mit Talenten dünn besetzt ist, ein wahrlicher Glücksgriff.

Auch die St. Louis Blues können zufrieden sein, dass sie auf Position 20 Robert Thomas auswählen konnten und sie transferierten zusätzlich Ryan Reaves zu den Pittsburgh Penguins, um an 31. Stelle noch einmal zuschlagen zu können. Dort zogen sie den talentierten Russen Klim Kostin.

Der Trade scheint für die Blues ein Gewinn zu sein und lässt einige Fragezeichen über dem Horizont erscheinen, was Penguins General Manager Jim Rutherford sich dabei dachte. Reaves Karrierebestleistung liegt nach sieben Spielzeiten bei 13 Punkten und seine Stärken sind eher im harten Spiel angesiedelt. Soll er zukünftig Sidney Crosby schützen?

Experten fragen sich außerdem, warum die Detroit Red Wings Michael Rasmussen an der neunten Stelle einem Gabriel Vilardi und Owen Tippett vorzogen, die weitaus bessere Zahlen vorweisen konnten, weil Rasmussen vor allem im Powerplay erfolgreich Punkte sammelte.

Ein Gewinner des Wochenendes sind die Arizona Coyotes, die den Abgang von Torhüter Mike Smith zu den Calgary Flames in einem Trade mit den New York Rangers adäquat kompensierten. Neben Antti Raanta als neuen Torhüter sicherten sie sich die Dienste von Derek Stepan.

Erst die Zukunft wird zeigen, wer an diesem Wochenende gute Arbeit geleistet hat. Vielleicht straft Sakic mit seiner stoischen Ruhe alle Lügen und die Avalanche steigen ab Oktober wie Phoenix aus der Asche?

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