Skip to main content

George McPhees Aufgaben in Las Vegas vielschichtig

von Stefan Herget / NHL.com

Die Schlagzahl, die Eigentümer Bill Foley an den Tag legt, um sein neues Team in Las Vegas aufzubauen ist atemberaubend. Am 22. Juni erteile das NHL Board of Governors die Genehmigung die 31. Franchise der NHL in Nevadas Spielhölle aufzunehmen und gestern, also nur drei Wochen später, stellte er seinen neuen General Manager George McPhee der Öffentlichkeit vor.

Viel Zeit bleibt auch nicht, denn ein neues Team in einer Stadt aufzubauen ist wahrlich nicht leicht zu stemmen. Viele Dinge hängen an einer Entscheidung wie dieser und die kommenden 14 Monaten dürften für McPhee und seine noch anzustellenden Leute nicht langweilig werden. Das Tempo von Foley dürfte zum Vobild werden.

Eine wichtige Grundvoraussetzung ist bereits vorhanden: die Spielstätte. Die nagelneue im April 2016 eröffnete T-Mobile Arena im Herzen von Las Vegas direkt hinter dem New York New York Hotel in der zweiten Reihe des weltberühmten Strips gelegen, bietet alles, was das Eishockeyherz begehrt. So können die Offiziellen bereits erste Erfolge beim Verkauf von Saisonkarten vermelden. Die teuerste und die günstigste Kategorie sind bereits heute ausverkauft. Im restlichen Oberrang gibt es nur noch Warteliste.

Doch welche Aufgaben stehen in nächster Zeit auf der Dringlichkeitsliste von McPhee ganz oben? Er braucht Eishockeyexperten und Fachleute, die den Markt beobachten und sondieren. Im Juni 2017 darf Las Vegas im NHL Expansion Draft Spieler von den anderen Mannschaften nach festgelegten Regeln draften. Um sich hier einen guten Grundstock an Akteuren zu sichern, wird es nötig sein, in der kommenden Saison sehr intensiv in den Arenen der anderen NHL Standorte unterwegs zu sein, um genügend Eindrücke über Spieler zu sammeln.

Weiterhin müssen die Nachwuchsleute in den Minorligen beobachten werden, um beim ebenfalls im Juni stattfindenden NHL Draft möglichst gute und junge Spieler zu sichern. Im Gegensatz zu den anderen Teams verfügt Las Vegas über keinen Pool aus den Drafts der vergangenen Jahre.

Ein wichtiger Aspekt stellt aber auch das Scouting in Europa dar, denn natürlich gibt es über dem Atlantik ebenfalls Spieler, die für die NHL in Frage kommen könnten, aber von den anderen Teams wegen bereits vorhandener starker Konkurrenzsituation keine Berücksichtigung fanden.

Ein gutes Scouting und damit verbunden die Personen, die es durchführen werden, werden die Schlüssel sein, wie die neue Franchise in der NHL starten und auf Jahre hinaus erfolgreich sein wird.

Bestes Beispiel für einen guten Start sind die Florida Panthers, die zur Saison 1993-94 in die NHL kamen und bereits in ihrem dritten Jahr 1995-96 die Eastern Conference gewannen und ins Stanley Cup Finale einzogen, dort allerdings den Colorado Avalanche in vier Spielen unterlagen.

Vorstellungsgespräche am Telefon und persönlich, viele Stunden im Büro oder im Flugzeug werden den Alltag von McPhee in den kommenden Monaten bestimmen. Hinzu kommen Gespräche und Diskussionen über Teamnamen und Logo, die nach den Wünschen von Foley bis Anfang Oktober zu einem Ergebnis führen sollen.

Ticketverkauf ist das eine, aber Marketing und die Einnahmen aus Merchandise sind die anderen wichtigen Faktoren für eine erfolgreiche Unternehmung. Dazu wird ein Namen und Logo benötigt, das die Fans akzeptieren und lieben, denn nur dann investieren sie in ein Trikot oder T-Shirt und andere Artikel. Das spült schließlich wichtiges Geld in die Kassen.

Neben den bereits erwähnten wichtigen Aufgaben muss ein Backoffice aufgebaut werden, denn wenn die Scouts spätestens ab September unterwegs sein werden, fallen Reisebuchungen und –kosten, sowie deren Anmeldungen in den Arena an. Das sind aber nur einige der Aufgaben, die zu managen sind. Spätestens mit Veröffentlichung des Logos muss dieser Bereich bereits auf Hochtouren laufen.

Die nächsten Wochen und Monate wird es spannend sein zu sehen, wie sich die Dinge in Las Vegas entwickeln. McPhee hat zwar eine stressige und arbeitsintensive Aufgabe angenommen. Etwas völlig neu aufzubauen, hat allerdings seinen besonderen Reiz und dem ist er erlegen.

Mehr anzeigen