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Fünf Schlüssel für Spiel 5: Bruins-Blues

Kaderänderungen und die Länge der Serie besonders im Fokus vor dem fünften Aufeinandertreffen

von Stefan Herget @nhlde / NHL.com/de Chefautor

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag (2 Uhr MESZ; live auf NHL.tv, Sport1+, DAZN, Teleclub Sport) steigt die fünfte Begegnung im Stanley Cup Finale 2019 zwischen den Boston Bruins als Meister der Eastern Conference und den St. Louis Blues, dem Champion der Western Conference. Die Serie steht 2:2-Unentschieden. Die Bruins genießen erneut im TD Garden das Heimrecht. NHL.com/de schaut vor jedem Spiel der Serie auf die fünf Schlüssel zu einem Erfolg, so auch vor Spiel 5.

1. Schlüssel: Mentale Stärke und Länge der Serie

Aus der "Best-of-7-Serie" wurde eine "Best-of-3-Serie" und damit folgt, dass das einzelne Spiel an Wichtigkeit gewinnt. Ausrutscher sind nun schwieriger wieder wettzumachen. Das erhöht den Druck auf die Spieler, möglichst keine Fehler zu machen und rückt die mentale Stärke mit diesem Druck umzugehen in den Fokus. Die Bruins hatten die Situation in der ersten Runde gegen die Toronto Maple Leafs, als sie Spiel 5 zu Hause zum 2:3 verloren und dann die Serie noch drehten. Die Blues wurden in allen drei gespielten Runden zum Ende immer stärker. Gegen die Winnipeg Jets in der ersten Runde gewannen sie auswärts Spiel 5 und danach daheim Spiel 6 zum Gewinn der Serie, genauso im Conference Finale gegen die San Jose Sharks. Gegen die Dallas Stars in der zweiten Runde verloren sie Spiel 5 zu Hause, ehe sie zurückkamen. Schaffen die Blues auch die Bruins mit ihrem physischen Spiel mürbe zu machen?


 
2. Schlüssel: Offensivspiel und Puckbesitz

Spielzüge in der offensiven Zone, wenn der Zugang durch die neutrale Zone gefunden wurde, sind elementar um Tore zu erzielen. Dazu ist es einerseits nötig, ein sauberes und präzises Passspiel aufzuziehen und manchmal mit Einzelaktionen Räume und Pass- oder Schusswege zu schaffen. Weiterhin sollte für Verkehr vor dem Tor gesorgt werden, damit es der Torhüter nicht zu leicht hat. Die Defensive versucht wiederum, entsprechende Aktionen zu unterbinden und den Puck geordnet aus der Zone zu bringen, um womöglich einen schnellen Gegenzug einzuleiten. In den bisherigen Duellen hat stets die Mannschaft gewonnen, die das über 60 Minuten besser hinbekommen hat. Deswegen wird der Faktor auch in Spiel 5 seine Wichtigkeit behalten.

3. Schlüssel: Physisches Spiel ohne Strafzeiten

Das Spiel von St. Louis lebt insbesondere von der Physis und den gesetzten Checks. Daran wird sich wohl nichts ändern. Entscheidend ist dabei aber, dass sie keine unfairen Aktionen fahren und von den Schiedsrichtern auf die Strafbank gesetzt werden. Zwar hielten sich die Blues bei den zwei Powerplays von Boston in Spiel 4 schadlos, aber das muss keine Garantie für die Zukunft sein. Erneut wird also die Disziplin ein wichtiger Schlüssel des Spiels werden und insbesondere wie konsequent, Strafzeiten in der folgenden Überzahl ausgenutzt werden. Die Bruins haben schließlich in den Playoffs 34,8 Prozent ihrer Möglichkeiten in Überzahl verwertet. Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass das Publikum in Boston auf Checks der Gäste heftiger reagieren wird und damit die Schiedsrichter auch mental unter Druck setzen wird.

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4. Schlüssel: Torhüter und Nachschüsse durch Abpraller

In vierten Spiel am Montag wurden bis auf das Empty Net zum 4:2, alle fünf anderen Treffer nach abgewehrten Schüssen auf das Tor erzielt. Sowohl Jordan Binnington im Gehäuse der Blues musste Schüsse prallen lassen und danach Gegentreffer hinnehmen, als auch Tuukka Rask bei den Bruins, der bislang überzeugender auftrat. Binnington konnte zwar 21 von 23 Torschüsse abwehren, aber den Beweis, dass er im Finale auf der Höhe seines Spieles ist, konnte er nach seiner Auswechslung im dritten Spiel am Samstag (5 Gegentore bei 19 Schüssen) in der folgenden Partie demnach noch nicht antreten. Der Sieg der Blues in Spiel 4 kam vor allem dadurch zu Stande, dass die Defensive der Blues es schaffte, die Offensivbemühungen der Bruins auf ein Minimum zu reduzieren, was schon die 23 Torschüsse zeigen. Insofern stehen die Torhüter, wie häufig im Eishockey, erneut im Blickpunkt.

 


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5. Schlüssel: Kompensation der Ausfälle

Bruins-Kapitän Zdeno Chara wird womöglich vermutlich ausfallen, nachdem ihn im 2. Drittel von Spiel 4 ein von seinem eigenen Schläger unglücklich abgefälschter Puck nach einem Schuss von Brayden Schenn im Gesicht traf. Sollte er nicht spielen können, dann wird vermutlich Steven Kampfer Charas Platz einnehmen. Gut möglich, dass aber auch Matt Grzelcyk nach seiner Verletzung aus Spiel 2 zurückkehrt, falls er von den Ärzten am Morgen grünes Licht bekommt. So oder so wird mit entscheidend sein, wie die Bruins diese Veränderung wegstecken und andere den Verlust kompensieren können oder wenn Chara spielt, ihn die Verletzung behindert, seine Leistung abzurufen. Bruins-Trainer Bruce Cassidy erklärte am Donnerstagmorgen, dass die Entscheidung, ob Chara spiele oder nicht kurz vor dem Spiel fallen würde. Beim Morning Skate stand der Slowake mit Vollvisier zumindest auf dem Eis. Die Blues nehmen wahrscheinlich ebenfalls eine Veränderung vor. In der Verteidigung wird Robert Bortuzzo seinen Kollegen Joel Edmundson ersetzen, der zuletzt weniger überzeugend agiert hatte. Ein Anzeichen für die Änderung war, dass im Training am Mittwoch Bortuzzo neben Vince Dunn auflief.

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