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Fünf Schlüssel für Spiel 1: Bruins-Blues

Special Teams und die Leistung der Torhüter werden zum Auftakt des Stanley Cup Finales mit entscheidend sein

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de Chefautor

In der Nacht von Montag auf Dienstag (2 Uhr MESZ; live auf NHL.tv, DAZN, Teleclub Sport) ist es soweit. Das Stanley Cup Finale 2019 zwischen den Boston Bruins als Meister der Eastern Conference und den St. Louis Blues, dem Champion der Western Conference, beginnt mit Spiel 1 im TD Garden zu Boston. NHL.com/de schaut vor jedem Spiel der Serie auf die fünf Schlüssel zu einem Erfolg, so auch vor Spiel 1.

1. Schlüssel: Special Teams

Die Bruins haben mit 34 Prozent Erfolgsquote mit Abstand das beste Powerplay der Playoffs und die Blues ein mit 78 Prozent Erfolgsquote unterdurchschnittliches Penalty Killing. Es gibt für St. Louis in dieser Frage also zwei Wege zu überzeugen. Der erste wäre schlicht von der Strafbank wegzubleiben, was aber gegen die schnellen und agilen Stürmer von Boston schwer fallen dürfte oder sich in Unterzahl zu steigern und gegen die Bruins besser zu verteidigen. Im umgekehrten Fall liegen die Erfolgsquote der Blues im Powerplay bei 19,4 Prozent und die der Bruins in Unterzahl bei 86,3 Prozent. Sollten sich die Zahlen verfestigen, dann wird die Disziplin in der Mannschaft zu einem wesentlichen Faktor.  

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2. Schlüssel: Torhüter

Tuukka Rask (1,84 GAA; 94,2 %) im Tor der Boston Bruins hat bisher besser gehalten als Jordan Binnington (2,36 GAA; 91,4 %), der seine statistischen Werte dadurch verschlechterte, dass er gelegentlich in einzelnen Spielen nicht unbedingt überzeugen konnte. Zuletzt erwischten ihn die San Jose Sharks in Spiel 3 mit fünf Gegentoren eiskalt. Trotz seinem Rookie-Status war seine große Stärke, dass sich Binnington durch ein solches schlechteres Spiel nicht aus der Bahn werfen ließ und gestärkt im nächsten Auftritt agierte. So feierte er in Spiel 4 gegen die Sharks 29 Saves bei 30 Torschüssen, in Spiel 5 einen Shutout mit 21 Saves sowie 25 Saves bei 26 Torschüssen in Spiel 6. Wahrlich beeindruckend, wie reif Binnington trotz seiner wenigen Erfahrung wirkt und Ruhe ausstrahlt. Trotzdem stehen die nackten Zahlen, dass Binnington bei 537 Schüssen 46 Tore kassiert hat und Rask bei 549 nur 32 und damit obwohl er mehr gefordert wurde, 14 weniger. Wenn die finnische Nummer 1 von Boston seine Form halten kann, wird es für St. Louis schwer werden.

 

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3. Schlüssel: Physisches Spiel durch Checks

Beide Mannschaften bevorzugen mit 30 Checks pro Spiel das physische Spiel. Dieses wird ein wichtiger Faktor werden, um den Gegner nicht ins Rollen kommen zu lassen, Pucks zu erobern, Chancen zu generieren und dem Kontrahent die Lust zu nehmen. Es gibt viele Elemente, die für das physische Spiel sprechen, weswegen es in der NHL gerne praktiziert wird. Allerdings birgt es auch das Risiko Strafzeiten zu kassieren oder durch Übereifrigkeit in einen Konter zu laufen, wenn der Puck trotzdem befreiend herausgespielt werden kann. Dass die Blues dieses nahezu perfektioniert haben, beweisen die 177 Puckgewinne (9,31 pro Spiel), die sie generiert haben und damit die zweitmeisten nach den San Jose Sharks. Zum Vergleich liegen die Bruins bei 122 (7,17).  

4. Schlüssel: Tiefe des Kaders

Die Vergangenheit hat uns gelehrt, dass nicht nur die großen Spieler ein Stanley Cup Finale entscheidend beeinflussen, sondern die hinteren Reihen häufig einen großen Anteil an Sieg oder Niederlage haben, gerade dann, wenn die Topreihen durch die Top-Verteidiger des Gegners weitgehend "kaltgestellt" werden. Erinnert seien hierbei nur an die wichtigen Tore von Devante Smith-Pelly für die Washington Capitals in Spiel 3, 4 und 5 des Finales 2018 gegen die Vegas Golden Knights. Insgesamt sieben Tore markierte der 26-jährige Stürmer der Capitals auf dem Weg zum Stanley Cup im abgelaufenen Jahr. Ein Held wie ihn aus der Tiefe des Kaders, gilt es auch in diesem Jahr zu suchen. In den bisherigen Playoffs sind beides Mannschaften ähnlich ausgeglichen, indem die Topleute über ein Drittel der Tore erzielt haben, wobei bei St. Louis Jaden Schwartz mit zwölf Treffern herausragt, während es bei Boston besser verteilt ist. Insgesamt haben 19 der 22 eingesetzten Bruins getroffen und bei den Blues 18 der 21.

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5. Schlüssel: Heimvorteil

Die Fans im TD Garden von Boston werden laut sein und ihre Mannschaft bedingungslos anfeuern. Beim öffentlichen Training in der vergangenen Woche war die Arena ausverkauft. Absolut verrückt! Die Bruins dürfen erstmals seit 1977 wieder eine Serie im Stanley Cup Finale zu Hause beginnen, nachdem sie dazwischen fünf Mal (1978, 1988, 1990, 2011*, 2013) auswärts begonnen hatten. Sie sollten diesen Vorteil nutzen, um den Grundstein zum Gesamterfolg zu legen. Allerdings ist die bisherige Heimbilanz von 6-3 in den Playoffs nicht überragend. Dagegen stehen beeindruckende 7-2 der Blues in ihren Auswärtsauftritten. Der Gegner hat also sicher das Selbstbewusstsein, auch in Boston bestehen zu können, nachdem dies bereits die heimstarken Winnipeg Jets (Auswärtsbilanz 3-0), Dallas Stars (2-1) und San Jose Sharks (2-1) zu spüren bekommen haben. Trotzdem bringt der Heimvorteil einen wichtigen Nebeneffekt: Das Privileg des letzten Wechsels. Der Trainer des Heimteams kann in jeder Unterbrechung (bis auf eigenes Icing, wo das Wechseln verboten ist) schauen, welche Reihe der Gast auf das Eis schickt und dementsprechend reagieren.

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