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Fünf Lehren aus dem Spiel 3: Bruins-Blues

Unglaublich effektives Powerplay von Boston und Binnington wartet weiter auf perfektes Spiel

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Spiel 3 des Stanley Cup Finales 2019 zwischen den Boston Bruins und St. Louis Blues wurde zu einer deutlichen Angelegenheit für die Gäste. Die Bruins gewannen mit 7:2 im ersten Spiel in St. Louis und holten sich den Heimvorteil mit der 2:1-Serienführung zurück.

Hier sind fünf Lehren, die aus der dritten Begegnung der Serie zu ziehen sind:

1. Unglaublich effektives Powerplay

Vier Überzahlgelegenheiten münzten die Bruins in vier Tore bei vier Schüssen um. Ihre eigentliche Zeit in Überzahl reduzierte sich dadurch von acht Minuten auf 2:06. Perfekter und effektiver kann man im Powerplay nicht spielen. Zum vierten Mal in den Stanley Cup Playoffs markierten sie eine Quote von 100 Prozent in einer Partie. Bostons Marke in den fremden Arenen während den Playoffs liegt jetzt bei unglaublichen 50 Prozent (14-28). Besonders frustrierend für die Blues das zweite Powerplay-Tor von Boston zu Beginn des 2. Drittels zum 4:0, nachdem Blues-Trainer Craig Berube das 3:0 neun Sekunden vor Drittelende wegen einer möglichen Abseitsstellung überprüfen ließ und dadurch nicht nur der Treffer zählte, sondern auch eine Strafzeit ausgesprochen wurde. "Wir haben einfach gespielt und waren variabel, so dass sie sich nicht auf uns einstellen konnten", lobte Stürmer Patrice Bergeron ihr Spiel bei nummerischer Überlegenheit. Boston hat im siebten Spiel in Folge mindestens ein Powerplay-Tor erzielt.

Video: BOS@STL, Sp3: Bergeron trifft als Erstes im Powerplay

2. Rask liegt im Duell mit Binnington vorne

Blues-Torhüter Jordan Binnington war nicht die Ursache der Niederlage, doch er schaffte es auch nicht sie zu verhindern. Nach 32:12 Minuten mit fünf Gegentoren bei 19 Schüssen (73,7 Prozent) war für ihn Feierabend und er wurde durch Backup Jake Allen ersetzt. "Ich habe vollstes Vertrauen in ihn, aber fünf Gegentore waren genug", fand Coach Berube auf die Auswechslung angesprochen. In der Tat zeigte Binnington auch gute Saves, doch bislang konnte er im Finale nicht sein bestes Torwartspiel zeigen. Das wird nötig sein, wenn die Blues am Ende in der Serie siegreich sein wollen. Sein Gegenüber Tuukka Rask zeigte hingegen 27 Saves bei 29 Torschüssen und knüpft damit nahtlos an seine vorherigen Leistungen an. Erneut verbuchte er eine Fangquote von 93,1 Prozent. In den gesamten Playoffs liegen seine Werte bei einem Gegentorschnitt von 1,91 pro Spiel und 93,9 Prozent Fangquote. Der Finne bleibt dadurch ein heißer Kandidat auf die Conn Smythe Trophy für den wertvollsten Spieler der Playoffs. 

3. Heimschwäche der Blues scheint nicht überwunden

St. Louis hatte zu Beginn der Playoffs ernsthafte Schwierigkeiten zu Hause zu siegen und legte den Grundstein für ihre Seriensiege vor allem auswärts. In den ersten sechs Begegnungen der ersten zwei Runden gegen die Winnipeg Jets und Dallas Stars lag ihre Bilanz im Enterprise Center bei nur zwei Siegen und vier Niederlagen. Danach konnten sie von den nächsten vier Spielen gegen Dallas in Spiel 7 und im Conference Finale gegen die San Jose Sharks immerhin drei gewinnen, so dass es so schien, als hätten sie ihre Schwäche vor den eigenen Fans abgelegt. Die Niederlage gegen Boston stellt diesbezüglich einen Rückschlag dar. Fünf Siege stehen jetzt sechs Niederlagen gegenüber und es wird für die Blues elementar diese Bilanz in der heimischen Arena am Montag in Spiel 4 wieder auszugleichen, wollen sie ihren Weg ans Ziel nicht sehr weit werden lassen.  

 

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4. Top-Reihe der Bruins liefert doch

Nur ein Empty-Net-Tor durch Brad Marchand und ein secondary Assist von David Pastrnak war die Ausbeute der Top-Reihe der Bruins aus den ersten beiden Spielen und es war klar, dass Boston mehr von ihnen brauchen würde, wollen sie die Serie siegreich gestalten. Prompt war es Center Bergeron, der seine Flaute in der 11. Minute mit dem 1:0 im Powerplay beendete. Pastrnak wollte dem in Nichts nachstehen und markierte in der 21. Minute ebenfalls in Überzahl sein erstes Tor der Serie zum 4:0, unter anderem vorbereitet durch Bergeron. Marchand und wiederum Bergeron assistierten schließlich noch beim 5:1 durch Torey Krug in der 33. Minute, wiederum mit einem Mann mehr auf dem Eis. "Wir hatten Vertrauen in unser Spiel und wussten, dass es irgendwann klappen würde", zeigte sich Bergeron selbstsicher. Seine und die Produktivität seiner Nebenleute werden die Bruins weiterhin brauchen.  

Video: BOS@STL, Sp3: Pastrnak mit Geduld im Powerplay  

5. Krug drückt Serie seinen Stempel auf

Einen Treffer und drei Assists markierte Krug in Spiel 3 und stellte damit einen neuen Rekord für die Bruins auf. Noch nie hatte ein Boston-Spieler vier Punkte in einem Spiel des Stanley Cup Finales erzielt. Nicht einmal die große Verteidiger-Legende Bobby Orr, der als offensive Waffe bekannt war, oder ein Stürmer in der langen Geschichte der Bruins als Original-Six-Team schafften das jemals. Orrs Bestwerte als bisheriger Rekord lagen bei zweimal drei Punkte. Nicht nur durch seinen Check gegen Robert Thomas in Spiel 1 wird Krug also weiterhin eines der großen Gesprächsthemen dieses Finales sein. Man könnte fast meinen, dass er mit aller Macht verhindern will erneut als Verlierer aus einem Finale zu gehen. So hatte er es zumindest im Jahr 2013 erlebt, als die Bruins den Chicago Blackhawks nach sechs Spielen unterlagen und Krug nach zuvor drei NHL-Spielen, in den Playoffs mit vier Toren und zwei Assists in 15 Partien die Entdeckung der Playoffs war. 

Spiel 4 des Stanley Cup Finales steigt in der Nacht von Montag auf Dienstag um 2 Uhr MESZ (live auf NHL.tv, DAZN, Sport1+, Teleclub Sport) im Enterprise Center von St. Louis.

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