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Bruins strotzen vor Selbstvertrauen

Die fünf Lehren aus Spiel 2 des Eastern Conference Finales zwischen Boston und Carolina

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Die Boston Bruins haben nach ihrem 5:2-Sieg am Donnerstag zum Auftakt der Finalserie der Eastern Conference in den Stanley Cup Playoffs 2019 gegen die Carolina Hurricanes auch das Spiel 2 zu Hause im TD Garden, dieses Mal mit 6:2, gewonnen. Erst im Schlussabschnitt konnten die Gäste mit zwei Toren etwas Ergebniskosmetik betreiben, nachdem die Partie längst entschieden war. Folgende fünf Lehren sind aus der Begegnung zu ziehen:

1. Hurricanes müssen wieder ihre Taktik verfolgen

Carolina erreichte das Conference Finale vor allem durch hartnäckiges Bearbeiten der gegnerischen Offensive sowie unaufhörliches Forechecking, sowohl in der ersten Runde gegen den Titelverteidiger, die Washington Capitals, als auch in der zweiten Runde gegen die New York Islanders. In den ersten zwei Auftritten in Boston waren sie weit von ihrer defensiven Stabilität, die sie bislang ausgezeichnet hatte, entfernt und mussten elf Gegentore hinnehmen. Die Bruins verstanden es weitgehend, die Hurricanes in der neutralen Zone zu stoppen beziehungsweise deren Angriffe zu verlangsamen, so dass diese nur selten in der Lage waren, den Puck erfolgreich tief zu spielen und die Defensive zu Scheibenverlusten zu zwingen.

 

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2. Offensive der Bruins ist kaum berechenbar

Lange Zeit haben die Bruins und ihr Trainer Bruce Cassidy während der regulären Saison getestet, um Sturmreihen zu finden, die ausgeglichen genug sind und nicht nur von den Top-6-Stürmern abhängig zu sein. Die Bruins strahlen derzeit eine Gefährlichkeit über alle Reihen aus und selbst die normal nicht durch Offensivaktionen glänzenden Verteidiger spielen sich plötzlich in den Fokus. Bezeichnend waren die beiden Treffer von Matt Grzelcyk und einer von Connor Clifton. 19 verschiedene Spieler der Bruins haben damit in den Playoffs bereits getroffen. Ein Horror für jeden Gegner.

"Wir waren alle bereit als wir herauskamen", betonte Grzelcyk. "Das ist einer Stärke unserer gesamten Mannschaft seit dem Beginn der Playoffs. In Spiel 1 konnten sie au sein paar Möglichkeiten Kapital schlagen und daran haben wir gearbeitet und uns gesteigert. Wir wollten ihnen kein Momentum geben."

 Video: CAR@BOS, Sp2: Grzelcyk mit seinem zweiten Treffer

3. Torhüter Mrazek könnte bereits verbrannt sein

Hurricanes Torhüter Petr Mrazek erlaubte zehn Gegentreffer bei 52 Schüssen in den ersten zwei Spielen. Zahlen, die einen Gegentorschnitt von 5,02 pro Spiel und 80,8 Prozent Fangquote bedeuten und damit äußerst schlechte Werte. Das wichtige 1:0 von Boston in der 16. Minute mit dem Schuss von Grzelcyk vom linken Kreis rutschte Mrazek durch den Arm und er selbst bestätigte nach der Partie sehr unzufrieden, dass dieser Gegentreffer wohl auf seine Kappe ginge. Aber auch danach verstanden es die Bruins, dem Tschechen das Leben durch viel Verkehr vor ihm und Präsenz bei den Nachschüssen schwer zu machen. Mrazek verletzte sich in Spiel 2 der zweiten Runde gegen die Islanders und kehrte erst zu Spiel 1 gegen Boston zurück. Gut möglich, dass Trainer Rod Brind'Amour in Spiel 3 in der PNC Arena von Raleigh dem Backup Curtis McElhinney wieder das Vertrauen schenkt. Dieser hatte in seinen Einsätzen gegen New York drei Siege mit einem Gegentorschnitt von 1,56 und 94,7 Prozent Fangquote eingefahren. Eine starke Bewerbung.  

 Video: CAR@BOS, Sp2: Mrazek rettet gegen Krug

4. Carolina kennt die Situation schon

Die Hurricanes gewannen die Serie der ersten Runde gegen die Capitals am Ende nach sieben Spielen. Auch da lagen sie nach den ersten beiden Auswärtsspielen mit 0:2 im Hintertreffen, gewannen anschließend ihre drei Heimspiele und Spiel 7 in Washington zum Weiterkommen. Das Team aus Carolina kennt also die Situation zu gut, doch gleichzeitig ist ein Unterschied vorhanden. Während gegen Washington das Spiel 2 denkbar knapp und auf Augenhöhe in der Verlängerung verloren wurde, stimmte ihr Auftritt und der ihres Gegners am Sonntag weniger hoffnungsvoll auf eine Wende in der Serie. Die Hurricanes werden sich deutlich steigern müssen, um in den Heimspielen erfolgreich zu sein. Außerdem schwimmen die Bruins nach fünf Siegen in Folge auf der Erfolgswelle, von der sie nur schwer unterzutauchen sein werden. Nur zwei Mannschaften in der Geschichte schafften es zwei Mal in denselben Playoffs einen 0:2-Rückstand in der Serie zu drehen, Pittsburgh 2009 und Boston 2011. Beide gewannen am Ende den Stanley Cup.

 

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5. Niederreiter muss in Form kommen

30 Punkte (14 Tore, 16 Assists) in 36 Spielen hat Nino Niederreiter seit seinem Wechsel von den Minnesota Wild zu den Hurricanes in der regulären Saison erzielt. Lediglich ein Tor und drei Assists in 13 Spielen der Playoffs stehen für den Schweizer Stürmer inklusive fehlendem Scorerpunkt in den ersten beiden Partien gegen Boston zu Buche. Carolina wird auch darauf angewiesen sein, dass Niederreiter mehr scort und seine Stärken im Abschluss zur Geltung bringen kann. "Er ist definitiv einer der Jungs, die Tore erzielen können", erzählte Brind'Amour kürzlich über Niederreiter. "Von Spielern wie ihm, kann man nicht genug haben." Nur in dieser wichtigen Phase, wenn sein Team gefordert ist, muss er mehr treffen.

Spiel 3 der Eastern Conference Finalserie zwischen den Bruins und den Hurricanes findet am Dienstag in der PNC Arena von Raleigh, Carolina statt (8:00 p.m. ET; NBCSN, CBC, SN, TVAS, NHL.tv; Mi. 2 Uhr MESZ).

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