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Fünf Fragen an Wild Coach John Torchetti

von Dan Rosen / NHL.com

NHL.com's Frage&Antwort Rubrik "Fünf Fragen an..." läuft über die Saison hinweg. Wir sprechen mit Schlüsselfiguren des Sports und stellen ihnen Fragen, um Einblick in ihr Leben, ihre Karriere und die neuesten Schlagzeilen zu erlangen.

Die neueste Ausgabe mit Minnesota Wild Coach John Torchetti:


Nach sechs Siegen in Folge erlitten die Wild zuletzt drei Niederlagen. Was hat sich in den letzten drei Spielen am Spiel deines Teams geändert und wie wirst du dies korrigieren?

"Ich denke, es sind Feinheiten und der zwingende Wille den Kampf anzunehmen und zu gewinnen. Wir verlassen uns zu sehr darauf, dass der Nebenmann den Job erledigt. Insbesondere müssen wir die vollen 60 Minuten eine Checking-Mentalität an den Tag legen. Meiner Meinung nach sind wir gegen Ottawa in der zweiten Spielhälfte deutlich agiler geworden, und dann prallte die Scheibe unglücklich vom Skate unseres Centers ab und wir verloren das Spiel. Es war ein knappes Ding. Gegen Detroit waren wir gut aber nicht gut genug. Detroit wollte den Sieg mehr. Ich glaube, wir haben uns gedacht, dass wir einfach nur auftauchen brauchen und Winnipeg wird uns schon zwei Punkte schenken. Wir haben nicht in der Art und Weise gekämpft, wie wir sollten. Um voran zu kommen, müssen wir uns das für Morgen ins Gedächtnis rufen. Darum haben wir auch sechs in Folge gewonnen. Man vergisst, wie viel Arbeit darin steckt, um überhaupt in unsere Position zu kommen."

"Unterm Strich heißt das, dass wir unbedingt in die Playoffs kommen müssen. Wenn wir die Postseason erreichen, werden alle durchatmen und zurück zu unserem guten Spiel finden."

Ein aktuelles Zwischenfazit klingt ziemlich verblüffend: Bevor du zu den Wild kamst, lag ihre Bilanz aus den letzten 14 Spielen bei 1-11-2. Seit du dort bist, stehen sie bei 15-9-1. Kannst du kurz analysieren, wie die Verfassung deines Teams war bevor du kamst und wie sie aktuell, auch unter Berücksichtigung der jüngsten Niederlagenserie, ist?

"Es liegt am Selbstvertrauen der Akteure. Sie vertrauen sich. Niemand beschuldigt irgendwen. So ist die ganzen Organisation, von oben nach unten. Wir müssen immer versuchen Zuversicht ins Team zu bringen. Und diese war nicht da, als ich die Mannschaft übernommen hatte. Ich bin auch der Meinung, dass wir jetzt in der Lage sind, schneller zurückzukommen. Wir haben 4-0 angefangen und haben drei in Folge verloren. Dann lagen wir wieder bei 4-0 und haben erneut verloren [vier aus fünf Spielen]. Danach erzielten wir 6-0 und haben drei in Folge verloren. Wir haben die Fähigkeit zurückzukommen, aber wir müssen weiter engagiert bleiben und unser Spiel muss konstanter werden.

Mein Nummer eins Erfolgsrezept ist, dass ich für das Logo, für das Team trainiere. Man spielt für das Team, und so wie man spielt erhält man Eiszeit. Es gibt keine Favorisierungen. Es gibt kein Dies oder Jenes. Man muss nur richtig spielen, dann wird man in den Kader kommen. Wenn wir nicht richtig spielen, wird es sehr schwer für uns, voran zu kommen. Aufgrund der letzten drei Spiele denke ich, dass ich einen besseren Job machen muss. Es ist genauso meine Schuld wie die der Anderen. Ich muss besser darin werden, die Jungs dafür verantwortlich zu machen nach vorne zu kommen."

Ich weiß, dass du nicht dafür bekannt bist, Spieler in der Öffentlichkeit zu kritisieren, aber hat Thomas Vanek weiterhin eine Zukunft im Team? Kann Vanek noch ein wichtiger Spieler für die Wild sein?

"Ja, selbstverständlich! Ich meine, als er in den Kader zurückkam war seine Reaktion riesig. Er hatte einige gute Aktionen, darunter ein paar wirklich gute Backchecks. Thomas weiß das, und ich denke, dass er in Zukunft ein wichtiger Teil von uns sein möchte. Damit wir wirklich erfolgreich werden, brauchen wir ihn. Er hat 18 Tore geschossen, also ist er ein großer Teil von uns. Du brauchst Scorer und du brauchst zusätzliche Scorer als Ergänzung. Wir haben uns mit zweieinhalb Reihen einigermaßen gut geschlagen, aber wenn es bei ihm und Jason Zucker wieder läuft, dann werden wir bestimmt eine harte Nuss sein."

Es ist interessant, dass du sagst, dass du für das Logo coachst und das alles ist, was zählt. Trainierst du denn nicht auch für dich? Immerhin bist du erstmal nur eine Interimslösung und hast keinen Vertrag für die kommende Saison.

"Nein, das tue ich nicht, denn ich habe meine Lehre aus den vergangenen Jahren gezogen. Es geht nur um das Team. Das ist worum es geht. Erst später werde ich mich um mich kümmern. Wir müssen uns darauf fokussieren, in die Playoffs zu kommen. Das steht an erster Stelle. Ich denke, dass du das Spiel anders coachst, wenn du dich um deinen Vertrag sorgst."

Du warst bereits zwei Mal Interimscoach, aber hast die meiste Zeit als Co-Trainer gearbeitet. Bist du gespannt oder besorgt darüber, nochmal eine Chance als Headcoach in der NHL zu erhalten?

"Oh ja, jedes Mal wenn ich einen Schritt zurück in den Hintergrund gemacht habe, fühlte es sich so an, als ob ich wieder eine Möglichkeit bekommen werde. Besonders die jungen Spieler zu entwickeln liegt mir. Wenn die Leute merken, dass ich junge Spieler entwickeln kann, ist das gut. Es ist ein großer Vorteil für mich, dass in der NHL immer mehr junge Kerle spielen. Ich habe die Zeit in Iowa und das Jahr in Russland genossen. Dort habe ich gelernt geduldig zu sein, denn das Spiel ändert sich mit dem Typ Spieler, den man trainiert. In Russland wird viel mehr eins gegen eins gespielt. Da habe ich versucht das Teamspiel einzubringen. Dann war da auch noch die Sprachbarriere. Wenn man etwas erklärt, muss man noch viel präziser sein. Wie heißt es so schön: Man muss erst lernen zu gehen, bevor man rennen kann. In Russland musst du zu allererst das Kriechen lernen.

Jetzt geht es darum, mit Spielern umzugehen, die nicht so oft spielen. Man muss mit ihnen Videoanalysen machen, ihnen bestimmte Situationen zeigen, Situationen in denen sie einen besseren Job machen können. Zum Beispiel in der Offensive, beim Forechecken oder Verantwortung in der Defensive zu übernehmen. Aufrichtigkeit ist eines der wichtigsten Dinge. Man muss direkt, aber sich im Klaren sein, dass man sie im nächsten Spiel braucht um zu gewinnen."

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