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NHL.com/de fünf Fragen an Sven Andrighetto

Schweizer NHL-Stürmer im persönlichen Frage und Antwort von NHL.com/de

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

NHL.com/de Frage und Antwort Bericht genannt "Fünf Fragen an …" wird die komplette Saison über laufen. Wir sprechen über Schlüssel des Spiels und fragen die Spieler über Bereiche ihres Lebens, der Karriere und die letzten Neuigkeiten.

Die neueste Ausgabe präsentiert den Schweizer Stürmer der Colorado Avalanche Sven Andrighetto:

Der 23-jährige gebürtige Züricher ist seit 2011 in Nordamerika aktiv um sich den großen Traum von der NHL zu erfüllen. Doch in nahezu vier Jahren im System der Montreal Canadiens reichte es nur zu gelegentlichen Einsätzen, immer wieder musste er auch den Weg in das Farmteam in der AHL antreten.

Am 1. März gaben ihn die Kanadier zu der Colorado Avalanche ab, dem derzeit mit Abstand punktschlechtesten Team in der NHL. Keine Verbesserung meinten viele, doch Andrighetto will die Chance nutzen, um sich zu etablieren, nachdem sie in Denver auf ihn setzen wollen.

NHL.com International Mitarbeiter Sergei Feldman sprach mit Andrighetto exklusiv über seinen Trade, was er in Colorado erwartet, warum es in Montreal nicht geklappt hat, die Schweiz und wie es von der menschlichen Seite ist getradet zu werden.

Hier die fünf Fragen an Sven Andrighetto:

 Video: CAR@COL: Barrie, Andrighetto im Zusammenspiel

Wie würdest du die Veränderung beschreiben von einem Playoff-Kandidaten Montreal zu einem Team zu kommen, für das die Saison bereits gelaufen ist?

"Zunächst muss ich betonen, dass ich froh bin in Colorado zu sein. Natürlich hatten wir in Montreal ein wettbewerbsfähiges Team mit der Chance zu gewinnen, aber ich durfte nicht so viel spielen, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich spielte in der vierten Reihe und war lange Zeit auch der überzählige Stürmer. Ich hatte nur zwischen fünf bis zehn Minuten Eiszeit. Es ist nicht die Rolle, in der ich meine Stärken habe. Ich habe dort mein Bestes gegeben.

Als ich nach Colorado getradet wurde, wusste ich, dass dies eine große Chance für mich sei. Es ist eine junge Mannschaft mit vielen Fähigkeiten. Es ist meine Chance mehr Eiszeit zu bekommen, mehr in Überzahl zu spielen und eine offensive Rolle auszufüllen, wie ich es im Farmteam und den Juniorenligen gewohnt war. Das ist mehr das Spiel, das mir liegt. Ich denke, dass ich diese Chance in Montreal nicht mehr bekommen hätte, also bin ich froh hier zu sein."

Was meinst Du waren die Gründe dafür, dass es für Dich in Montreal nicht zu einer größeren Rolle gereicht hat?

"Es ist schwer zu sagen. Ich habe in meiner Zeit in Montreal nur um die 80 Spiele gemacht. Dafür bin ich natürlich dankbar, den es war eine große Chance für mich und großartig dort zu spielen. Andererseits denke ich, dass der Druck von außen dort sehr groß ist, von Seiten der Presse, so dass junge Leute schwerer eine Chance und die nötige Geduld bekommen, um sich durchzusetzen. Insofern haben die Trainer einen schweren Stand auf junge Leute zu setzen, weil es ist ihr Fehler, wenn etwas schief läuft und setzen daher lieber auf etablierte Spieler. Die Erwartungen in Montreal sind sehr hoch und sie wollen schon seit ein paar Jahren den Stanley Cup holen. Die Organisation und die Fans warten sehr lange darauf. Deswegen ist der Druck sehr hoch. Aber junge Leute brauchen Zeit, sich anzupassen, wenn sie in die NHL kommen. Ich hatte einige Spiele in der ersten und zweiten Reihe und wurde auch im Powerplay eingesetzt und habe meiner Meinung nach gut gespielt, doch dann landete ich plötzlich wieder in der vierten Reihe und war kurz darauf wieder draußen. Was auch immer der Grund dafür war, sagt dir aber keiner."

Dein Vertrag läuft am Saisonende aus und es verbleiben nur vier Wochen in der Saison für Dich um zu zeigen, dass Du ein wertvoller Spieler für Colorado sein könntest. Wie ist das in einer Mannschaft möglich, die bereits aus dem Rennen um die Playoffs ist?

"Ja klar, das ist das was ich erwartet habe und warum sie mich ausgewählt haben. Sie wissen, dass sie die Playoffs nicht mehr erreichen werden und sie wollen das Team für die Zukunft verjüngen und schneller machen. Das ist genau das Spiel, das mir liegt. Natürlich ist es nur ein Monat, aber es ist eine große Chance für mich jeden Abend von Spiel zu Spiel, aber auch im Training zu zeigen, was ich kann, wozu ich in der Lage bin und was ich erreichen kann. Persönlich denke ich nicht so viel über meinen Vertrag Status nach, weil ich mich nur auf die Gegenwart konzentrieren möchte. Also nehme ich es von Tag zu Tag und das ist alles."

Du sprachst über die Deadline. Viele Spieler reden davon, dass es Teil des Business ist, aber kannst du uns einmal erzählen, was es für einen persönlich heißt, wenn man die Nachricht bekommt, dass man getradet wurde?

Video: NJD@COL: Andrighetto, Bourque in Koproduktion zum Tor

"Es ist schon eine große Veränderung, denn ich war fast vier Jahre in Montreal mit vielen Hoch und Tiefphasen, aber zuletzt eher in Montreal. Ich kenne mich in der Stadt gut aus. Meine Freundin ist aus Montreal. Ich mag Montreal als Stadt wirklich sehr und in allen Teilen habe ich mich sehr wohl und heimisch gefühlt. Trotzdem bin ich begeistert etwas Neues zu starten. Ich kam mit 17 Jahren nach Nordamerika, war im Juniorenbereich in Quebec und habe schon ein paar Mal gewechselt. Jetzt bin ich in Colorado, wo ich vorher nur zum Spiel für einen Tag hier war. Von daher muss ich mich jetzt eingewöhnen, aber es ist sehr schön hier die Berge zu sehen, was ich aus der Schweiz kenne und schon Heimatgefühle weckt. Die weitere schöne Seite ist, dass man wieder viel Neues entdecken kann. Es gibt herrliche Restaurants hier."

Du hast die Heimat angesprochen. Schweizer Spieler haben in Denver eine Vorgeschichte mit David Aebischer oder Reto Berra. Denkst Du, dass es bei der Entscheidung Dich zu holen ein Kriterium gewesen sein könnte?

"(lacht) Ich glaube nicht, dass sie auf die Nationalität schauen. Es geht, denke ich, mehr darum, was man kann und wie man persönlich ist. Es ist natürlich schön, dass zwei Schweizer vor mir da waren. Aber beide waren Torhüter, von daher kann ich sagen, dass ich der erste Schweizer Feldspieler bin, der hier spielt. Ich bin mit der Heimat sehr stark verbunden und verbringe jeden Sommer dort. Ich bin stolz, wenn ich für die Schweiz in der Nationalmannschaft auflaufen und das Trikot überziehen darf. Es war schön, dass ich letztes Jahr bei der Weltmeisterschaft dabei sein konnte, aber für dieses Jahr habe ich mir noch keine Gedanken darüber gemacht, weil ich mich in diesem Monat voll auf meine Arbeit hier konzentrieren möchte."

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