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NHL.com/de fünf Fragen an Marco Sturm

Der ehemalige NHL-Spieler und heutige Bundestrainer im Frage und Antwort von NHL.com/de

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

NHL.com/de Frage und Antwort Bericht genannt "Fünf Fragen an …" wird die komplette Saison über laufen. Wir sprechen über Schlüssel des Spiels und fragen die Spieler über Bereiche ihres Lebens, der Karriere und die letzten Neuigkeiten.

Die neueste Ausgabe präsentiert den ehemaligen NHL-Spieler und heutigen deutschen Bundestrainer Marco Sturm:

Über vier Jahre ist es her, dass Marco Sturm der NHL den Rücken kehrte und noch ein paar Spiele in der DEL bei den Kölner Haien anhängte, ehe er seine Karriere komplett beendete. Der 38-jährige Deutsche hat inklusive Playoffs 1.006 Spiele in der NHL absolviert und dabei 251 Tore und 509 Punkte erzielt, so viele wie kein anderer aus Deutschland.

Ein Höhepunkt seiner NHL-Karriere war sein Siegtor in der Verlängerung für die Boston Bruins beim Winter Classic 2010. Dadurch hat er sich in den Highlights des Events dauerhaft verewigt.  

Seit Juli 2015 ist Sturm Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Durch seinen Wohnsitz in Florida hat er jedoch weiterhin intensiven Kontakt zur Liga und auch den dort tätigen deutschen NHL-Spielern.

Seine Trainerkarriere begann vielversprechend mit dem Erreichen des Viertelfinales bei der Weltmeisterschaft 2016 in Russland. Im September gelang in Lettland die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2018 in Südkorea. Nun steht im Mai die Heim-WM in Köln auf dem Programm.

Hier die fünf Fragen an Marco Sturm:

1. Du hast beim Winter Classic 2010 im Fenway Park das Siegtor in der Verlängerung geschossen und dich so unsterblich gemacht. Welche Erinnerungen hast du an das Spiel und wie siehst Du die Entwicklung, dass es heute mehr Spiele im Freien gibt?

Mein Overtime-Tor beim Winter Classic 2010 war und ist für mich einer der schönsten Momente in meiner Karriere. Es war vielleicht nicht das wichtigste Tor, aber durch das ganze Drumherum und die Overtime sicherlich das Schönste. Die Entwicklung der Winter Classic Spiele finde ich sehr gut, teilweise sind es aber vielleicht schon zu viele Spiele im Freien. Hätte man nur ein oder zwei Spiele in der Winter Classic Serie, dann wäre das für den Zuschauer sicherlich interessanter.

2. Du hattest in der NHL als Spieler einige Stationen, wo Du tätig warst. Von welchen Trainern dort hast Du Dir am meisten abgeschaut oder welche Trainer haben Dich am meisten fasziniert und warum?

Darryl Sutter, mein erster Trainer bei den San Jose Sharks und Claude Julien, in Boston waren für mich die zwei besten Trainer meiner Karriere. Sie haben mich gelehrt, wie man sich in der NHL durchsetzt. Mit viel Arbeit und Disziplin kann man viel erreichen und ich wurde von ihnen immer fair behandelt. Daher waren sie für mich mit Abstand die beiden besten und auch prägendsten Trainer.

3. Als Bundestrainer müsstest Du hoffen, dass möglichst viele deutsche NHL-Spieler die Playoffs verpassen bzw. früh ausscheiden, dass sie bei der WM auflaufen können. Wie siehst Du diese Diskrepanz?

Weil ich weiß, wie schön es ist in den NHL-Playoffs zu spielen, hoffe ich für die deutschen Spieler, dass sie diese mit ihren Mannschaften erreichen. Als Bundestrainer hoffe ich aber natürlich auch, dass der eine oder andere NHL-Spieler bei der WM in Köln auflaufen wird. Und ich denke auch, dass uns einige der Jungs, wie in Russland auch schon, unterstützen
werden.

4. Bei der letzten Heim-WM 2010 erreichte Deutschland das Halbfinale. Siehst Du diese Vorgabe als Bürde oder Ansporn den großen Nationen erneut ein Bein zu stellen?

Wir wollen jedem Gegner ein Bein stellen. Natürlich haben wir in unserer Gruppe große Aufgaben vor uns und müssen, wenn wir etwas erreichen wollen, den ein oder anderen schlagen. Wir wollen jedes Spiel gewinnen und wir wollen uns von der Weltrangliste her jährlich verbessern. Von daher werden wir gut vorbereitet in das Turnier reingehen und mit hoffentlich guten Zuschauern im Rücken alles versuchen, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.

5. Deutschland hat sich für Olympia 2018 qualifiziert, doch die NHL zögert daran teilzunehmen. Überwiegt bei Dir die Hoffnung auf die Teilnahme, um auch die deutschen NHL-Spieler dabei zu haben oder sind die Chancen für Deutschland nicht sogar größer, wenn die NHL nicht teilnimmt und andere Mannschaften wesentlich schwächer sind?

Ich finde, dass bei Olympia die besten Spieler dabei sein sollten. Für uns als deutsche Nation wird es so oder so keine leichte Aufgabe, denn auch die anderen Nationen sind ohne ihre NHL-Spieler eine starke Konkurrenz.

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