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NHL.com/de fünf Fragen an Christoph Schubert

Der ehemalige NHL-Verteidiger im exklusiven Interview über seine Erinnerungen an die NHL und seine aktuelle Situation u.m.

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Unser NHL.com/de Frage und Antwort-Bericht genannt "Fünf Fragen an …" wird die komplette Saison hinweg laufen. Wir sprechen über Schlüssel des Spiels und fragen die Spieler über Bereiche ihres Lebens, der Karriere und die letzten Neuigkeiten.

Die neueste Ausgabe beschäftigt sich mit dem ehemaligen deutschen Nationalspieler Christoph Schubert.

Schubert, im Februar 1982 in München geboren, zählt bis heute zu den erfolgreichsten deutschen Eishockeyspielern. Nachdem er einige Jahre in der besten Eishockeyliga der Welt, der NHL, verbracht hat, ist er derzeit für die Hamburg Crocodiles in der Oberliga aktiv.

Er begann seine Karriere ursprünglich einmal in den Nachwuchsabteilungen des EHC Klostersee. Im Frühjahr 2001 wurde er mit der Mannschaft der München Barons Deutscher Vizemeister. Nach der Auflösung des Teams zum Ende der Saison 2001-02 wagte Schubert dann den Wechsel nach Nordamerika.

Er unterzeichnete einen Vertrag bei den Ottawa Senators, die ihn im NHL Entry Draft 2001 in der vierten Runde an 127. Stelle ausgewählt hatten. Die Franchise setzte ihn aber zunächst einmal noch bei den Binghamton Senators, dem Farmteam in der unterklassigen AHL, ein.

Erst durch ein erfolgreich absolviertes Trainingscamp vor der Saison 2005-06 gehörte der Verteidiger dann auch endgültig zum Stammpersonal der Ottawa Senators. Mit der Franchise gelang ihm kurz darauf der Einzug in die Finalserie um den Stanley Cup in Jahre 2006-07, wo die Senators jedoch letztendlich den damaligen Anaheim Mighty Ducks in der Serie nach Spielen mit 1:4 ziemlich glatt unterlagen.

Nachdem er vor der Saison 2009-10 von den Senators dann erneut in die American Hockey League zu den Binghamton Senators geschickt wurde, verpflichteten die damaligen Atlanta Thrashers ihn am 2. Oktober 2009 von der Waiver-Liste. Auch für Atlanta (die heutigen Winnipeg Jets) bestritt Schubert in Anschluss noch einige Spiele in der NHL.

Am Ende seiner Zeit in Nordamerika sind so immerhin deutlich über 300 Einsätze in der besten Eishockeyliga der Welt zusammengekommen.

Im Dezember 2010 entschied sich Christoph Schubert, einen Vertrag bis Ende der Saison 2011-12 bei den Hamburg Freezers aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zu unterzeichnen. Bis zum Ende der Saison 2015-16 führte Schubert die Freezers als Kapitän an.

Bei deren Auflösung engagierte sich der inzwischen 35-Jährige sehr intensiv für den Eishockeystandort Hamburg. Und im Juni 2016 verlautbarte Schubert dann, dass er ab der Saison 2016-17 sowohl für die Crocodiles Hamburg in der Oberliga spielen werde, als auch die dortige Geschäftsstelle als Mitarbeiter unterstützen wird.
Uns stand er nun für unsere Serie '5 Fragen an…' zur Verfügung:

Hallo Christoph! Wo erreichen wir Dich gerade, was machst Du derzeit denn so, sei es sportlich, oder auch beruflich? Welche Ziele verfolgst Du diesbezüglich aktuell?

Du findest mich gerade im Büro. Heute Vormittag hatte ich schon zwei Termine bezüglich Zukunftspläne der Crocodiles. Wir arbeiten täglich daran, dass der Eishockeysport in Hamburg wieder etabliert wird und dafür brauchen wir natürlich gute Spieler sowie Sponsoren bzw. Partner die Bock auf Eishockey haben.

Du hast ja bis vor ein paar Jahren in der NHL gespielt, dort über 300 Spiele bestritten. Was ist Deine schönste Erinnerung aus der Zeit dort?

Natürlich das Stanley Cup Finale. Das war einfach der Wahnsinn. Aber auch der die Serien davor, Pittsburgh, New Jersey, Buffalo, mit dem entscheidenden Tor von Daniel Alfredsson in der Verlängerung im Spiel 5. Das werde ich nie vergessen.

Und was war vielleicht dein sportlich unangenehmster Moment in Deiner Zeit in Nordamerika damals?

Da gibt es eigentlich nur eine Situation. Heimspiel gegen Philladelphia, ich bekomme die Scheibe vor unserem Tor und gebe Vollgas, komme am letzten Verteidiger vorbei, weil er hingefallen ist, ich ziehe vor das Tor und auf einmal bleibt die Scheibe stehen. Ich wollte mich noch drehen um die Scheibe irgendwie aufs Tor zu bringen und auf einmal kam Mike Richards und hat mir eine absolute Vollbombe gegeben, dass ich mit dem Hinterkopf an die Latte gekracht bin. Zum Glück ist mir dabei nichts passiert, aber als ich dann auf dem Eis gelegen bin habe ich mir nur gedacht "bleib bitte liegen, Schuby, du hast es echt geschafft einen Alleingang im Spiel zu haben und hast nicht mal die Scheibe aufs Tor gebracht". Jetzt kann ich auch selber drüber schmunzeln.

Verfolgst Du aktuell noch das Geschehen in der NHL? Wenn ja, wie intensiv? Und wem traust Du in diesem Jahr am Ende den Titelgewinn zu?

Natürlich schaue ich mir noch ab und zu Highlights an. Vor allem auch von Ottawa. Ich habe der Organisation so viel zu verdanken und es gibt ja noch Spieler, mit denen ich dort zusammengespielt habe. Ich glaube in diesem Jahr an einen Titelgewinn der Washington Capitals.

Hast Du aktuell noch Kontakt mit ehemaligen Vereinen, Mitspielern, Trainern usw. aus deinen Jahren dort? Wenn ja, mit wem?

Durch die Zeitverschiebung und den vielen Spielen ist es natürlich schwer im Kontakt zu bleiben. Aber man schreibt sich ab und zu mal bei den Sozialen Medien wie mit Erik Karlsson, Chris Neil oder auch Chris Kelly.

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