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Führungswechsel an der Spitze

von Bernd Roesch / NHL.com

Bereits in knapp vier Wochen, am 11. April, endet die reguläre NHL-Saison 2014/15, doch entschieden ist in der NHL noch nichts. Welches Team wird diese Spielzeit als punktbestes abschließen? Welche Mannschaften werden sich im Schlussspurt doch noch einen Playoffplatz holen? Wer wird Topscorer in dieser Saison oder wer wird sich am Ende die Torjägerkrone als bester Torschütze aufsetzen dürfen? Das sind nur vier von vielen noch offenen Fragen.

Im Laufe der vergangenen Woche wechselte fünfmal der Spitzenreiter der ligaweiten Tabelle. Aktuell trennen nur zwei Punkte fünf Mannschaften im Kampf um die Presidents' Trophy. Ganz vorne stehen in der Western Conference die Anaheim Ducks und im Osten die New York Rangers mit jeweils 95 Zählern, gefolgt von den Montreal Canadiens, St. Louis Blues und den Nashville Predators. Etwas an Boden verloren haben die New York Islanders, die zuletzt drei Heimniederlagen kassierten.

In einer anderen Kategorie steht ein Islanders jedoch noch ganz oben: Ihr Teamkapitän John Tavares führt mit 72 Punkten (33 Tore, 39 Assists) die Scorerwertung der NHL an. Dem 24-jährigen Center gelang am Montag vor acht Tagen im Spiel gegen die Toronto Maple Leafs der achte Overtimetreffer seiner Karriere, der vierte in dieser Saison, womit er zwei neue Franchisebestmarken aufstellen konnte. Als Tavares ärgste Konkurrenten um den Gewinn der Art Ross Trophy kristallisieren sich Pittsburghs Sidney Crosby (23T, 48A) und die beiden Capitals Alex Ovechkin (45T, 26A) und Nicklas Backstrom (18T, 53A) heraus.

Letztgenannter war beim gestrigen 2-0 Erfolg über die Boston Bruins an beiden Treffern der US-Hauptstädter beteiligt gewesen und ist nun mit insgesamt 420 Assists der beste Vorlagengeber in der Geschichte seiner Franchise vor Ovechkin (419 Assists) und Michal Pivonka (418 Assists). Ovechkin konnte seinen Vorsprung als bester Torschütze der Liga gegenüber Rangers Rick Nash, beide erzielten in der vergangenen Woche jeweils einen Treffer, halten.

Auch wenn Nash in den letzten drei Partien kein Tor verbuchen konnte, der Höhenflug seiner Rangers fand eine Fortsetzung. Mit vier doppelten Punktgewinnen über die Islanders (2-1), die Capitals (3-1), Buffalo (2-0) und Florida (2-1) konnten sie ihre Erfolgsserie auf fünf Siege ausbauen. Dabei stand dreimal Cam Talbot im Kasten der Rangers. Der 27-jährige Schlussmann hat in seinen letzten sechs Spielen kein einziges Mal mehr als ein Tor kassiert.

Henrik Lundqvist war ein solches Kunststück im März 2007 als letzten Ranger gelungen.

Seine zweite NHL-Partie durfte der erst 20-jährige Mackenzie Skapski am Samstag gegen die Sabres bestreiten. Der junge Torwart wehrte alle 20 Schüsse ab und kam damit zu seinem ersten Shutout.

Skapski ist nach Dan Blackburn im November 2002 der jüngste Torhüter, dem für die Rangers ein Shutout gelang.

Ein weiterer Rookie-Torwart, der für Furore sorgt, ist Senators Andrew Hammond. Mit ihm im Tor haben die Senators keine Partie in der regulären Spielzeit verloren (10-0-1). Hammond ist nach Semyon Varlamov (2008/09 und 2009/10), Patrick Lalime (1996/97), Bob Froese (1982/83) und Ross Brooks (1972/73) erst der fünfte Torhüter seit 1972, der in jedem seiner ersten zehn Spiele seinem Team mindestens einen Punkt sichern konnte.

Des Weiteren ist Hammond, nach Frank Brimsek in 1938, erst der zweite Torwart in der Geschichte der NHL, der in keiner seiner ersten elf Partien mehr als zwei Gegentore hinnehmen musste.

Von den zehn Shutouts der letzten sieben Tage verdienten sich Torhüter aus der Western Conference vier. Zwei gingen an Brian Elliott (1-0 SO gegen Philadelphia) und Jake Allen (3-0 gegen Dallas) von den St. Louis Blues. Elliott kam gegen die Flyers zu seinem 20. Shutout für die Blues und stellte damit die Franchisebestmarke von Jaroslav Halak ein. Im gleichen Spiel durfte Blues Coach Ken Hitchcock (701-447-161) seinen 700. Sieg als Trainer feiern. In der NHL-Historie ist er nach Scotty Bowman (1244-573-324), Al Arbour (782-577-248) und Joel Quenneville (746-449-165) der vierte Headcoach, der die Marke von 700 Siegen erreicht hat.

Und was ist sonst noch geschehen? Chicagos Stürmer Andrew Shaw und Brad Richards beendeten am Donnerstag beim 2-1 Sieg in Arizona ihre 23 bzw. 18 Spiele währenden Torflauten. Mit dem Siegtor im Schlussdrittel kam Richards als zehnter noch aktiver Spieler zu seinem 900. NHL-Scorerpunkt. Der 34-Jährige benötigte zum Erreichen dieser Marke 1046 Spiele.

Der Österreicher Thomas Vanek erzielte als Doppeltorschütze beim 6-2 Kantersieg der Wild über die New Jersey Devils zum 50. Mal in seiner Karriere mehrere Tore in einem Spiel. Die Calgary Flames schafften es in ihrer Heimpartie gegen die Ducks einen 2-Tore Rückstand aufzuholen und noch mit 6-4 zu gewinnen. Es war bereits das neunte Mal in dieser Saison, dass die Westkanadier ein Spiel noch drehen konnten, in dem sie mit mehr als einem Tor ins Hintertreffen geraten waren. Schließlich verlängerte noch Verteidiger Johnny Boychuk am Donnerstag seinen Vertrag bei den Islanders bis zum Ende der Saison 2021/22 um weitere sieben Jahre.

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