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Schwächephasen der Favoriten

Einige der Topteams der Liga schwächeln in letzter Zeit, gerade kurz vor den Playoffs

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Heute ist der letzte Spieltag der regulären Saison, die Teilnehmer an den Playoffs stehen fest, nur einige Platzierungen müssen noch festgestellt werden. Während sich die Toronto Maple Leafs erst gestern mit einem Sieg gegen die Pittsburgh Penguins qualifizieren konnten stehen einige Teams schon lange sicher in der Endrunde. Theoretisch sollten gerade diese Teams, die eine dominante Saison spielten und teilweise deutlich über 100 Punkte anhäufen konnten, die Favoriten in der ersten Runde sein. Doch gerade einige dieser Mannschaften, ließen in letzter Zeit deutlich nach und zeigten nicht die Leistungen, die sie an die Spitze der Liga brachten.

Die Columbus Blue Jackets zum Beispiel, konnten nur zwei der letzten 10 Spiele gewinnen, sind in den letzten fünf Partien gar komplett ohne Punkt geblieben, nachdem sie das zweite Team waren, dass sich einen Platz unter den besten 16 Teams sichern konnte.

Die New York Rangers, die immerhin die viertbeste Offensive der Liga stellen, konnten auch nur drei der letzten 10 Partien für sich entscheiden. Damit verpassen sie Platz drei der Metropolitan Division trotz schwächelnder Blue Jackets. In den letzten zehn Spielen kommt das Team, das 100 Punkte sammelte und über die gesamte Saison auf einen Durchschnitt von 3,09 Toren pro Spiel kommt nur 25 Tore, also deutlich weniger, als im Rest der Saison.

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Die Chicago Blackhawks, das beste Team der Western Conference, konnte ebenfalls nur drei der letzten 10 Spiele gewinnen. Sie kassierten dabei 35 Tore, blieben zwei Mal ohne eigenen Treffer und gegen die Florida Panthers setzte es gar eine 7-0 Klatsche. Damit hätten die Blackhawks noch den Conferencetitel verlieren können, hätten ihre ärgsten Verfolger, die Minnesota Wild nicht genauso abgebaut. Zwar scheinen sich die Wild mit nun vier Siegen in Folge wieder gefangen zu haben, in den 10 Begegnungen davor, gingen sie aber nur zwei Mal als Sieger vom Eis und haben damit die Chance auf Platz eins der Conference verspielt.

Auch in der Pacific Division gab es gegen Ende der Saison noch einen Wachwechsel. Die San Jose Sharks standen lange an der Spitze ihrer Gruppe, bauten aber in letzter Zeit ab, so dass nun die Anaheim Ducks und die Edmonton Oilers am letzten Spieltag im Fernduell um Platz eins kämpfen. Mit sechs Niederlagen aus 10 Partien, schließen die Sharks die Saison definitiv auf Platz drei der Division ab.

Woran liegt dieser Abfall der Formkurve, gerade bei diesen sonst so dominanten Teams? Eigentlich will man sein Team als Trainer genau zu diesem Zeitpunkt in absoluter Topform haben. Haben sich die Teams zu sehr verausgabt, sind sie ausgebrannt? Bei dem ein oder anderen Team möglich. Es wäre bei Weitem nicht das erste Mal, dass ein Team eine überragende reguläre Saison spielt, aber vor und in den Playoffs einbricht.

Doch es kann auch andere Gründe dafür geben. Es ist auch vorstellbar, dass die Teams sich für die Playoffs schonen wollen. Die Rangers traten erst vor kurzem ohne sechs ihrer Stammspieler an. Damit ist aber auch ein Risiko verbunden. Wie so oft im Eishockey, sollte man auch hier nicht das Momentum außer Acht lassen. Jeder braucht hin und wieder eine Pause, doch das kann einen Spieler, sogar das ganze Team aus dem Rhythmus bringen und es ist nicht immer einfach, diesen Rhythmus wieder zu finden. In der ersten Runde der Playoffs sollten diese Topteams wieder zu ihrer alten Form zurückfinden, ansonsten droht ein frühes aus gegen eigentlich schlagbare Gegner. Doch das ist leichter gesagt als getan, Serien neigen im Sport oft dazu sich fortzusetzen und gerade Negativserien sind leider oft hartnäckig und diese in den Playoffs kann jede Nachlässigkeit das Aus bedeuten.

Manche Teams haben sich mit diesen Nachlässigkeiten auch den Start in die Playoffs schwerer gemacht. Die Sharks hatten es in der Hand, an der Spitze ihrer Division zu bleiben und damit auf ein Wild Card Team zu treffen. Stattdessen geht es nun gegen die Nummer zwei der Division, entweder die Oilers, oder die Ducks. Den Rangers könnte man hingegen unterstellen, dass sie möglicherweise aus taktischen Gründen gehandelt haben. Auf Platz drei hätten sie gegen die Pittsburgh Penguins antreten müssen, als Wild Card Team treffen sie nun auf die Montreal Canadiens. Zwar sind die Canadiens das beste Team der Atlantic Division und spielen eine starke Saison, aber wer will schon in der ersten Runde gegen Sidney Crosby, Evgeni Malkin und den Rest des amtierenden Meisters antreten?

Was immer die Gründe für das Nachlassen der Teams ist, in den Playoffs muss ein Neustart her, außer die Spieler wollen früh in den Sommerurlaub, oder noch an der WM teilnehmen (5.-21. Mai).

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