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Fremdenführer Leon Draisaitl

Edmontons Stürmer führt die Oilers durch Köln

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Die NHL ist zu Gast in Deutschland und macht Station in Köln. Für Leon Draisaitl schlagen zwei Herzen in einer Brust: Zum einen ist der 22-Jährige in der Domstadt geboren und aufgewachsen und lernte bei den Haien das Eishockeyspielen. Zum anderen wird der Mittelstürmer am Mittwochabend (16:00 Uhr) aber nicht im KEC-Dress auflaufen, sondern im Trikot der Edmonton Oilers, für die der Linksschütze schon seit seinem Draft im Jahr 2014 (1. Runde, 3. Stelle) auf Torejagd geht. Draisaitl macht das nicht nur zur Hauptattraktion bei den NHL Global Series, sondern auch zum perfekten Fremdenführer für sein Team.

 

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Lucic: "Ein überragender Fremdenführer"

"Schon im Sommer wussten wir, dass wir hierher kommen würden", plauderte Edmontons Trainer Todd McLellan aus dem Nähkästchen und bezog damals Draisaitl in seine Überlegungen mit ein: "Wir hatten viele Telefongespräche über Teambuilding-Maßnahmen, was die Mannschaft machen könnte, wo sie essen wird. Diese Entscheidungen haben wir alle Leon überlassen."

Heraus kam der Besuch des Kölner Doms eine Boot-Fahrt auf dem Rhein und kulinarische Spezialitäten. "Es ist gut jemanden zu haben, der die Stadt kennt und dir die Sehenswürdigkeiten zeigen kann", berichtete Oilers-Stürmer Milan Lucic. "Er hat uns zum Fluss mitgenommen und auch für heute Abend etwas vorbereitet. Wir haben es nach dem langen Flug einfachgehalten, sind an den Fluss runter und im Park ein wenig spazieren gegangen, haben Pizza und Schnitzel und diese Dinge bestellt. Bis jetzt war er ein überragender Fremdenführer."

Draisaitl überall.

Trotz der langen Anreise und der Zeitumstellung zeigen sich die NHL-Profis begeistert von der Domstadt. "Es ist cool nach Europa zu kommen und die Architektur und Geschichte zu sehen. Wenn du von der Westküste rüberkommst, dann siehst du erst, wie jung unsere Geschichte, an diesem Ort der Erde ist, verglichen mit hier. Wir genießen die Stadt und werden eine schöne Zeit haben." Auch Edmontons Superstar Connor McDavid sog die neuen Eindrücke regelrecht auf. "Es ist eine schöne Stadt, sehr sauber. Wir werden heute noch ein bisschen mehr rumkommen, es wird schön werden. 

Die Touristen-Meute aus Kanada wird natürlich Draisaitl anführen. "Er wird uns die Stadt zeigen, hat bislang dabei auch schon einen guten Job gemacht. Er hat für heute noch weitere Sachen geplant", so McDavid und berichtet von großem Interesse der Oilers-Spieler: "Jeder hat ihm viele Fragen gestellt, über die Stadt, über Deutschland und über die Mannschaft gegen die wir spielen werden. Es hat Spaß gemacht."

In Köln war das Gesicht von Draisaitl ohnehin allgegenwärtig. Poster-Wände zieren das NHL-Global-Series-Plakat mit dem 22-jährigen Stürmer darauf. "Sein Gesicht ist überall in der Stadt", staunte Lucic und scherzte: "Es tut gut, mal ein anderes Gesicht als das von Connor McDavid zu sehen. Ihm gefällt das sicher. Wir freuen uns alle auf Mittwochabend."

 

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Auch beim Morning Skate der Oilers sprühte Leon Draisaitl vor guter Laune, unterhielt sich viel mit Mitspielern und Kölner Betreuern. Bereits im Sommer ging der 22-Jährige mit den Haien aufs Eis, nun mussten sich aber auch seine Kollegen an die breitere, europäische Fläche gewöhnen. "Es war eine Umstellung", gab Lucic zu. "Wir waren nicht in unserem Element, die Tore schienen an einem anderen Ort zu stehen. Vor allem als Flügelspieler braucht es ein wenig Eingewöhnungszeit, um die Entfernungen einschätzen zu können. Alles ist so weit weg."

McDavid, der eine kleine Kostprobe seines Könnens gab, schien nicht zu fremdeln, musste aber einräumen: "Es ist ein anderes Spiel auf der großen Fläche. Es ist schneller, du hast mehr Platz und du bist weiter vom Tor entfernt. An den Bullypunkten bist du gefühlt meilenweit vom Tor weg." Als Ausrede für Mittwoch soll die Spielfläche ohnehin nicht dienen. "Die Eisfläche könnte uns beeinflussen, wird sie aber nicht", stellte McLellan klar. "Wir haben heute dieselben Übungen gemacht, wie auf nordamerikanischem Eis. Wir werden nichts Grundlegendes ändern."

Viel Spaß beim Training

Bei der Einheit in Köln schonte der Oilers-Coach seine Spieler jedenfalls nicht. Sprint-Übungen, Power-Skating, Strafrunden und laufintensive Spielformen standen auf dem Plan. Aber auch jede Menge Spaß. So blickten die Trainings-Kibitze etwas verstört drein, als zu Beginn Links- und Rechtsschützen den Schläger tauschten. "Wir haben einen Scherz gemacht. Einige Spieler waren auf ihrer schwachen Seite besser, manche auch nicht - ich überlasse die Entscheidung den Spielern", lachte McLellan über die ungewöhnliche Maßnahme.

Generell zeigte sich der Trainer aber mit dem Auftreten seiner Jungs zufrieden. "Mir hat gefallen, was ich gesehen habe. Ich hatte befürchtet, dass sie ihren Hintern nicht hoch bekommen würden, aber sie haben gearbeitet und gekämpft. Es war kein perfektes Training, aber wir haben das bekommen, was wir uns erhofft hatten: Wir haben die Beine in die Hand genommen und konnten uns ein bisschen umstellen auf das, was uns erwartet." Lange auf dem Eis blieben auch die beiden Deutschen: Draisaitl feuerte ein paar Direktabnahmen aufs Tor - Rieder parkte vor dem Torwart und fälschte viele Schüsse ab.

Lob für das deutsche Eishockey.

Deutsche Spieler genießen in der NHL ohnehin einen guten Ruf, genauso wie das deutsche Eishockey. "Deutsche sind oft sehr unterschätzt. Es ist immer schwer, gegen sie zu spielen, egal, mit wem du gegen sie antrittst. Ich habe mich sehr für sie gefreut, dass sie bei den Olympischen Spielen so weit gekommen sind", sagte McDavid und freut sich auch über die deutschen Fans: "Ich hoffe, dass die Atmosphäre gut wird. Europäische Fans sind immer laut und unterstützen ihr Team. Das Spiel war in fünf Minuten ausverkauft. Das ist ein gutes Zeichen."

"Eishockey hat in Deutschland nach der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen einen Schub bekommen", glaubt auch Lucic. McLellan sprach von einem "hohen Niveau" in Deutschland: "Ich bin sehr interessiert in die Eishockey-Geschichte hier in Deutschland und in Köln. Überall folgen die Fans ihren Teams leidenschaftlich. Sie reisen in jede Stadt mit, fahren auswärts. Gute junge Spieler werden hier entwickelt, es geht in die richtige Richtung." 

Gerade in der Jugendarbeit sieht Edmontons Trainer die große Chance für Deutschland: "Egal wo du herkommst, aus Kanada oder Köln - hier werden die künftigen Connor McDavids und Leon Draisaitls gemacht. Wir sind hier, um jungen Menschen den Weg in die Arena zu zeigen, einem Team beizutreten und das beste Spiel der Welt zu spielen."

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