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Gaudreau bringt den Predators erneut den Sieg

Frederick Gaudreau hat noch nicht mal einen Spind in der Kabine, schießt die Predators aber zum Ausgleich

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

In Spiel vier des Stanley Cup Finales 2017, setzt sich eine dieser besonderen Geschichten fort, wie sie nur in den Playoffs geschrieben werden. In dieser Jahreszeit werden Helden geboren und oft sind es gerade Spieler, von denen man es nicht unbedingt erwartet, die sich dabei hervortun und Spiele und Serien entscheiden, sich in die Geschichtsbücher des Sports eintragen. So auch im Team der Nashville Predators. Sie waren von Beginn der Playoffs an der klare Außenseiter, kämpften sich aber gegen klar favorisierte Teams bis ins Finale und glichen nach einem 2-0 Rückstand in der Serie nun zum 2-2 gegen die Pittsburgh Penguins aus.

Kommt man in die Kabine der Predators, dann bietet sich einem ein kurioser Anblick. Im Kreis sitzen entlang der Wände, auf einer Bank die einzelnen Spieler vor ihren Spinden. Doch ein Spieler hat keinen Platz auf der Bank. Der nachgerückte Rookie Frederick Gaudreau sitzt nicht auf der Bank. Er hat seinen eigenen Stuhl. Mit Klapptisch. Ohne Spind. Mitten im Raum. Vielleicht hat er sich im letzten Spiel nun endlich einen Spind, wenigstens einen Kleiderhaken verdient.

Trainer Peter Laviolette meinte dazu nur: "Da halte ich mich raus. Es scheint für ihn zu funktionieren."

Gaudreau, der in der regulären Saison zu neun Einsätzen kam und dabei einen Assist machte, trat am 20. Mai, gegen die Anaheim Ducks zu seinem ersten Playoffspiel an. In Spiel vier des Finales erzielte er nun bereits sein drittes Tor der Serie.

"Die Bühne ist eindeutig nicht zu groß für ihn", stellte auch Teamkollege Mike Fisher fest. "Wie er für uns aufspielt, ist unglaublich für uns, er ist so gut. Tore zum richtigen Zeitpunkt, seine Haltung. Er gehört eindeutig hierher. Er ist ein wichtiger Teil unseres Erfolgs."  

Video: PIT@NSH, Sp4: Gaudreau vollendet einen Bauerntrick

"Das muss man ihm hoch anrechnen", lobte Laviolette. "Wenn man anfängt wie er, für alles arbeiten muss, für jeden Vertrag, jede Gelegenheit, sich verbessern muss. Das ist auf diesem Niveau nicht anders. Das hat er allein geschafft. Das spricht für Freddy. Diesen Weg zu nehmen und am Ende einen solchen Beitrag im Stanley Cup Finale zu liefern."

Beim Stand von 1-1 feuerte Ryan Ellis den Puck Richtung Tor. Die Scheibe prallte von der Bande neben das Tor zu Gaudreau, der hinter dem Tor herumzog und den Puck per Bauerntrick auf der anderen Seite hinter die Linie legte. Zunächst lief das Spiel weiter, da Pittsburghs Torwart Matt Murray den Puck anscheinend noch von der Linie kratzte, doch in der nächsten Unterbrechung gingen die Offiziellen zum Videobeweis und stellten fest, dass der Murray erst hinter der Linie an den Puck kam. Somit durfte Gaudreau das 2-1 für sich in Anspruch nehmen, beim Endergebnis von 4-1 der Siegtreffer. Es war bereits sein zweites Siegtor im zweiten Sieg in Folge.

"Ich habe gesehen, dass er vielleicht drin ist", erinnert sich Gaudreau. "Dann kam ich zur Bank zurück und hörte jemanden sagen, dass man den Puck in der Wiederholung hinter der Linie sieht. Das war es."

Gaudreau bleibt trotz allem bescheiden. Obwohl er in den letzten Spielen eine wichtige Rolle gespielt hat, scheint alles noch neu für ihn zu bleiben und ihn weiter zu begeistern, wie am ersten Tag. Auch sein besonderer Platz in der Kabine stört ihn offensichtlich nicht.

"Ich könnte in der Kabine auch auf dem Boden sitzen und es wäre mir egal. Ich freue mich einfach hier zu sein. Der Spind ist mir egal."

Video: Yannick Weber spricht über den Sieg in Spiel 4

Langsam hat er sich aber wirklich einen Platz verdient, der eine permanentere Rolle im Kader ausdrückt. Er half den Predators nicht nur in der Finalserie zu überleben, sondern zurückzukommen und die Serie auszugleichen. Er ist einer der Spieler, die nach den bitteren Verletzungen, nachdem Kevin Fiala, Ryan Johansen und Mike Fisher ausgefallen waren, einsprangen und alle Erwartungen übertreffen konnten. Damit dürfte er sich für einen festen Platz im Kader der nächsten Saison empfohlen haben und könnte den Predators zu ihrem ersten Stanley Cup verhelfen. Bereits am Donnerstag hat er in Pittsburgh die Chance, seinen dritten Siegtreffer in Folge zu machen.

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