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ESDW Flyers gegen Canadiens: 5 Gründe einzuschalten

Negativserien von Montreal und Belastung der Flyers vor allem im Fokus beim NHL Europa-Spiel der Woche am Samstag

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de Freier Chefautor

NHL.com/de geht jeden Freitag in der Saison 2019/20 auf das am Samstag oder Sonntag zur Primetime in Europa stattfindende NHL Europa-Spiel der Woche besonders ein, indem fünf Gründe für das Anschauen der Partie, vorgestellt werden. In dieser Ausgabe geht es um das Spiel der Philadelphia Flyers gegen die Montreal Canadiens.

Am Samstag um 21 Uhr MEZ (live bei Sport1+, DAZN, Teleclub Sport, NHL.tv) treten im Bell Centre der kanadischen Metropole die gastgebenden Montreal Canadiens gegen die Philadelphia Flyers an. Der Österreicher Michael Raffl von den Flyers vertritt in dieser Begegnung die Riege der deutschsprachigen Spieler. Der Villacher ist aber nicht der einzige Grund einzuschalten, denn auch die Zuschauer in Deutschland und der Schweiz haben die Möglichkeit, zur besten Sendezeit in Europa NHL-Eishockey auf hohem Niveau live zu sehen. Beide Teams befinden sich derzeit an der Schwelle zu den Qualifikationsplätzen für die Stanley Cup Playoffs. Philadelphia ist zudem noch am Freitag im Einsatz und wird am zweiten Tag in Folge antreten. Montreal ist nach sechs Niederlagen hintereinander in der Krise und sucht händeringend nach einem Ausweg.

Fünf Gründe, warum es sich lohnen wird, das Spiel live anzuschauen:

Doppelbelastung für die Flyers

Weil die Canadiens gegen die New Jersey Devils (4:6) als einzige Mannschaften an Thanksgiving aktiv waren, durften sie sich einen Tag ausruhen, während die Flyers noch am Freitag zu Hause gegen die Detroit Red Wings aktiv sein werden (22 Uhr MEZ; NHL.tv), ehe sie unmittelbar nach Spielschluss den Flieger Richtung Montreal besteigen und dort erst spät ankommen werden. Der Vorteil ist, dass aufgrund vom Black Friday (Freitag nach Thanksgiving) die Partie schon um 16 Uhr Ortszeit über die Bühne gehen wird und daher mehr Zeit zum Reisen bleibt. Für die Flyers ist es trotzdem keine optimale Spielvorbereitung. Aber NHL-Mannschaften müssen diesen Spagat mehrmals in der Saison eingehen, wenn sie zwei Mal auswärts oder wie in diesem Fall back-to-back zu Hause und in der Fremde antreten. Es kann gut gehen, muss aber nicht. In der Regel holen Teams, die an zwei aufeinanderfolgenden Tagen aktiv sind, im Durchschnitt weniger Punkte, als wenn sie ausgeruht zum Einsatz kommen. Wir dürfen gespannt sein, wie die Flyers ihre kurze Nacht verkraften und in Montreal auftreten werden.

Duell zweier Tabellennachbarn

Philadelphia und Montreal sind zwar nicht in derselben Division, aber kämpfen beide in der Eastern Conference um den Einzug in die Stanley Cup Playoffs. Alle Mannschaften, die nicht unter den ersten drei in der Division stehen, müssen sich beim Klassement divisionsübergreifend um die beiden Wildcards streiten. Dabei liegen die Flyers und Canadiens derzeit nahe beieinander. Philadelphia steht vor den Freitagsspielen mit 31 Punkten (13-7-5) auf dem zweiten Wildcard-Platz. Vier Punkte dahinter rangieren die Canadiens mit 27 Punkten (11-9-5). Montreal würde also wichtigen Boden gutmachen, wenn sie die Begegnung gewinnen und weiter deutlich an Boden verlieren, wenn sie unterliegen. Im Umkehrschluss kann sich Philadelphia weitere Luft nach unten verschaffen. Beide Mannschaften befinden sich zudem auf Tuchfühlung zu den drei bestplatzierten Teams ihrer jeweiligen Division, die Canadiens in der Atlantic und die Flyers in der Metropolitan. Philadelphia könnte bereits mit einem Sieg am Freitag und gleichzeitigen Patzern der Pittsburgh Penguins bei den Columbus Blue Jackets und den Carolina Hurricanes zu Hause gegen die Nashville Predators auf den dritten Platz in der Metropolitan Division vorrücken.

Raffl punktet wieder

Video: VGK@PHI: Raffl per Rückhand nach einem Konter

Im Spiel der Flyers am Mittwoch konnte Raffl seinen fünften Assist der Saison verbuchen. Der linke Flügelstürmer steht damit bei drei Toren und fünf Assists zu acht Punkten in 25 absolvierten Spielen. Für Raffl war es die zweite Torvorbereitung im vierten Spiel, nachdem er zuvor eine Punkteflaute von neun Partien durchschritten hatte. Der Kärntner feiert am Sonntag seinen 31. Geburtstag und könnte sich mit einem Sieg oder womöglich einem Tor selbst vorab beschenken. Ein Punkt von ihm wäre ein gutes Zeichen für Philadelphia, denn bisher haben die Flyers immer gewonnen, wenn Raffl ein Tor oder eine Vorlage geliefert hatte.

Negativ wäre, dass Raffl den kompletten November ohne Treffer abschließen würde, falls er auch am Freitag und Samstag nicht einnetzen sollte. Gegen die Teams der Atlantic Division hat er in dieser Saison in sechs Spielen noch keinen Punkt verbuchen können, während er gegen die Kontrahenten der anderen Divisionen schon mehrfach erfolgreich war.

Kommt Montreal aus der Krise?

Die Canadiens haben durch die 4:6-Niederlage am Donnerstag sechs Spiele in Serie verloren (0-4-2) und nur zwei Punkte in dieser Zeit ergattern können, wobei die letzten drei Niederlagen ohne Punktgewinn waren (0-3-0). Besonders bitter war die 1:8-Klatsche zu Hause gegen den Rivalen Boston Bruins am Dienstag, aber auch die Pleite gegen die in der Tabelle schlechter und auf dem vorletzten Rang in der Eastern Conference platzierten Devils vor den eigenen Fans schmerzte. Der Auftritt gegen die Bruins war für die treuen Anhänger und auch Trainer Claude Julien, der jahrelang in gleicher Position erfolgreich in Boston arbeitete und mit dem Team 2011 den Stanley Cup gewann, schwer zu verdauen. Die Leistung gegen die Devils versöhnte zumindest in der Art, dass das Team alles versuchte und den gegnerischen Torhüter über die gesamte Spieldauer hinweg 48 Mal prüfte.

"Die Jungs in unserer Kabine sind wahnsinnig frustriert", sagte Trainer Julien nach der Niederlage am Donnerstag. "Sie wollen alles gut machen und die Montreal Canadiens würdig repräsentieren. Ihnen gefällt nicht, was abläuft. Ich bin auch unglaublich frustriert, ich kann es gar nicht beschreiben. Ich bin es leid zu verlieren." Insbesondere die vielen Gegentore zuletzt plagen das Gemüt der Canadiens und sind das Grundübel.

"Wir müssen irgendwie einen Weg herausfinden", meinte Canadiens-Verteidiger Shea Weber. "Natürlich haben wir Chancen kreiert, was positiv ist, aber wir müssen es schaffen, den Puck von unserem Tor fernzuhalten. Wir machen es uns selbst und den Torhütern schwer, was nicht fair für sie ist." Weltklassetorhüter Carey Price leidet besonders und wurde am Dienstag erstmals nach 133 Starts wieder einmal ausgewechselt. Eine wahre Seltenheit. Finden die Canadiens gegen die Flyers den Reset-Knopf?

Schwacher Angriff testet schlechte Abwehr

Montreal hat in drei Spielen in Folge mindestens sechs Tore zugelassen (insgesamt 20 Gegentore) und das zum ersten Mal seit Oktober 1985 (24 Gegentore). Die Canadiens haben mit im Schnitt kassierten 3,52 Toren pro Spiel mittlerweile den drittschlechtesten Wert der gesamten NHL. Die Flyers hingegen verzeichnen mit 2,76 Gegentoren pro Spiel den achtbesten Wert. Allerdings stehen sie mit 2,88 erzielten Toren pro Spiel nur auf Platz 17 in der der NHL. Daher sind die Aussichten für Montreal nicht schlecht, dass es gegen Philadelphia nicht erneut zu einer Gegentorflut kommt. "Wir müssen die Sache in die Hand nehmen und diese Schwäche abstellen", forderte Julien. "So lange wir defensiv nicht besser spielen, werden wir das aber nicht können. Also müssen wir darüber nachdenken, wie wir den Puck von unserem Tor fernhalten können, bevor wir darüber nachdenken, wie wir vier oder fünf Tore im Spiel schießen. Die Defensive hat Priorität."

Es wird interessant sein zu sehen, wie der Trainer das in zwei Tagen umsetzen will und die Canadiens die Begegnung mit den Flyers taktisch angehen werden. Das Toreschießen sollte Montreal keinesfalls außer Acht lassen, denn mit 3,32 Toren pro Spiel haben sie immerhin die zehntbeste Offensive und zum Gewinnen muss man eben mehr Tore schießen als kassieren. Doch wer wenig Tore zulässt, muss auch nicht allzu viele erzielen, so die allseits bekannte Logik von Julien.

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