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Ab dem 1. November nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.
In dieser Ausgabe geht es um die Florida Panthers.

Wenn die Florida Panthers auf dem Eis waren, war in der abgelaufenen Spielzeit meist eine gute Show geboten. Doch sehr zum Leidwesen der Panthers-Fans fand diese Show auf beiden Seiten des Eises statt. 228 Tore schossen die Panthers - ein sehr guter Wert, der immerhin für Platz sechs in der Liga gut war. Die Kehrseite der Medaille waren 224 Gegentore - der fünftschlechteste Wert in der NHL.
Immerhin belegte die Mannschaft von Coach Joel Quenneville damit Platz zehn in der Eastern Conference und schaffte es in die Postseason. In der Blase von Toronto war allerdings nach vier Partien gegen die New York Islanders Endstation.
Bilanz 2019/20:35-26-8, 10. Platz in Eastern Conference
Postseason 2020: Stanley Cup Qualifikationsrunde, 1:3 gegen New York Islanders
Trainer: Joel Quenneville, 2. Saison
Zugänge:RW Patric Hornqvist, C Alexander Wennberg, D Radko Gudas, RW Vinnie Hinostroza, C Carter Verhaeghe
Abgänge: D Mike Matheson, C Colton Sceviour, C Brian Boyle, RW Evgenii Dadonov
Die Florida Panthers hatten schon vor der Spielzeit 2019/20 groß auf dem Markt zugeschlagen. Mit Sergei Bobrovsky zogen sie den dicksten Fisch, der bei den Torhütern verfügbar war, an Land. Dazu kamen noch Verteidiger Anton Stralman sowie die Stürmer Brett Connolly und Noel Acciari. Und auch diesmal ließen sich die Verantwortlichen der Panthers nicht lumpen.

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Denn Platz zehn in der Eastern Conference stellte die Verantwortlichen nicht zufrieden. Sie holten zwei Stürmer mit Playoff- und Stanley-Cup-Erfahrung. Von den Pittsburgh Penguins kam Patric Hornqvist. Der Schwede gewann an der Seite von Sidney Crosby zweimal in Folge den Cup (2016 und 2017). Der 33-Jährige kommt mit der Erfahrung von 770 Spielen in der regulären Saison (238 Tore, 242 Vorlagen) und 90 Playoff-Partien (25 Tore, 21 Assists). Für Hornqvist schickten die Panthers Verteidiger Mike Matheson und Stürmer Colton Sceviour nach Pittsburgh.
Beim zweiten Neuzugang ist die Erinnerung an den Cup-Gewinn noch nicht Jahre her. Carter Verhaeghe kam in der vergangenen Postseason achtmal für die Tampa Bay Lightning zum Einsatz und verbuchte zwei Vorlagen. Der 25-jährige Center bestritt in der vergangenen Saison seine ersten 52 NHL-Spiele (neun Tore, vier Vorlagen). Verhaeghe wurde 2013 von den Toronto Maple Leafs gedraftet. Doch weder für Toronto noch für die New York Islanders, zu denen er getradet wurde, lief er in der NHL auf. Das gelang ihm erst bei den Lightning.
Für die Verteidigung verpflichteten die Panthers Radko Gudas. Der Tscheche hat seit seinem Erscheinen in der NHL in der Saison 2012/13 bei den Tampa Bay Lightning, Philadelphia Flyers und zuletzt bei den Washington Capitals gezeigt, dass er für die physische Komponente im Spiel zuständig ist. Sein Rekord liegt bei 152 Strafminuten in einer Saison. Von diesem Wert war er in den vergangenen Spielzeiten zwar weit entfernt. Kräftig austeilen und vor dem eigenen Tor aufräumen kann er aber trotzdem noch.

Ebenfalls neu in Florida ist Alexander Wennberg. Der 26 Jahre alte Schwede hatte eigentlich noch drei Jahre Vertrag bei den Columbus Blue Jackets. Doch die kauften ihn aus dem Kontrakt heraus. Die Panthers nutzten die Gelegenheit und nahmen ihn für eine Spielzeit unter Vertrag. Allerdings sind sie damit auch ein gewisses Risiko eingegangen. Die Saison 2016/17 war vom offensiven Output her die beste für den Center mit 13 Toren und 46 Vorlagen. Seitdem gab es in jeder der folgenden Spielzeiten jeweils weniger Scorerpunkte. Zuletzt waren es fünf Tore und 17 Assists in 57 Partien.
Für all diese Verpflichtungen war General Manager Dale Tallon schon nicht mehr verantwortlich. Er wurde Anfang September von Bill Zito abgelöst. Dieser hat sich seine Sporen in sieben Jahren in verschiedenen Positionen bei den Columbus Blue Jackets verdient. Und Zito hat auch noch die eine oder andere Baustelle, die es zu bereinigen gilt. Stürmer Mike Hoffman hat noch keinen neuen Vertrag unterschrieben. Der 30-Jährige war in der vergangenen Saison mit 29 Toren in der regulären Spielzeit der treffsicherste Stürmer der Panthers. In jeder der vergangenen sechs Saisons markierte er jeweils mindestens 22 Tore.
Gelänge es nicht, ihn weiter zu verpflichten, müssten die Panthers wohl noch mal in der Offensive nachbessern. Denn mit Evgenii Dadonov haben sie bereits einen Top-Stürmer verloren. Der Russe schoss in den vergangenen drei Spielzeiten mindestens jeweils 25 Tore. Er unterschrieb jedoch einen Dreijahresvertrag bei den Ottawa Senators.

So wird zunächst wohl viel von den Spielern abhängen, die schon in der vergangenen Saison das Trikot der Panthers trugen. Aaron Ekblad zum Beispiel. Der 24-Jährige hat in den vergangenen drei Spielzeiten konstant jeweils 40 Scorerpunkte in der Statistik stehen. Doch der First-Overall-Draftpick des Jahres 2014 muss jetzt den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen.
In der Offensive wird die Hauptlast auf Top-Scorer Jonathan Huberdeau und Center Aleksander Barkov liegen. Hornqvist hält Barkov für den "wahrscheinlich am meisten unterbewerteten Spieler" in der Liga. Er freue sich schon darauf, mit ihm zusammenzuspielen. Das Trio sollte im Moment auch die erste Sturmreihe sein.
Doch diese braucht Unterstützung, damit die Offensive in der bevorstehenden Saison wieder ähnlich abliefert wie 2019/20. Noel Acciari hatte mit 20 Treffern in der vergangenen Spielzeit eine neue Bestmarke in seiner noch jungen NHL-Karriere aufgestellt. Brett Connolly (19) und Frank Vatrano (16) erwiesen sich ebenfalls als treffsicher.