Golden Knights schießen 7 Tore beim Sieg in Spiel 2

Die Florida Panthers haben auch Spiel 2 des Stanley Cup Finales 2023 bei den Vegas Golden Knights verloren. Am Montagabend in der T-Mobile Arena holte sich das Team aus Florida sogar eine 2:7-Klatsche ab. Knackpunkt waren erneut zu viele Strafen, die Panthers wollen aber auch in anderen Bereichen besser werden und ihren Torwart besser unterstützen.

Zu aggressiv in der Defensive: Bobrovsky muss nach vier Gegentoren runter

In Las Vegas holte sich Florida eine saftige Klatsche ab. Torwart Sergei Bobrovsky (neun Saves, 69,2 Prozent Fangquote) wurde nach vier Gegentoren in den ersten 27:10 Minuten ausgewechselt und durch Backup Alex Lyon (zwölf Saves, 80 Prozent Fangquote) ersetzt.

"Wir müssen Bob besser helfen. Er ist unser bester Spieler und ein wichtiger Teil unseres Teams", sagte Center Anton Lundell. "Wir können ihm immer vertrauen, müssen ihn aber mehr unterstützen, defensiv besser werden und weniger Chancen zulassen."

Das sah auch Trainer Paul Maurice so: "Wir müssen vor unserem Torwart besser spielen. Er war bislang unglaublich für uns. Ich habe ihn aus dem Tor genommen, damit er durchschnaufen kann."

Insbesondere mit den spiel- und passstarken sowie schnellen Golden Knights hatten die Panthers so ihre Probleme.

"Wir müssen ihr Laufspiel stoppen", betonte Matthew Tkachuk. "Ihr Stil ist ein bisschen anders als der von Teams, gegen die wir bislang gespielt haben. Ich würde sagen, sie ähneln Boston, sind aber nicht so schwer und haben schnellere Offensivspieler. Hoffentlich können wir sie künftig besser ausbremsen."

Zu oft verteidigte Florida zu aggressiv, sodass ein gegnerischer Stürmer in aussichtsreicher Position frei blieb und in gefährlichen Bereichen zum Abschluss kam.

"Sie sind ein gutes Eishockey-Team und haben Jungs, die wissen, wo das Tor steht. Wir müssen defensiv also sauberer spielen und dürfen da draußen nicht so viel herumrennen. Dann wird das schon in Ordnung kommen", glaubt Panthers-Mittelstürmer Sam Bennett. "Wir rennen in der eigenen Zone zu viel herum, müssen ruhiger bleiben und die Zweikämpfe vor dem Tor gewinnen."

Gudas verletzt - Tkachuk erhält 22 Strafminuten

Florida brach in der Verteidigung schon früh Radko Gudas weg, der sich nach einem Check im ersten Drittel verletzte und nach nur 2:11 Minuten Eiszeit in der Kabine verschwand.

"Ihn so früh zu verlieren war hart, denn er ist einer der Krieger in unserer Mannschaft", sagte Tkachuk. "So wie er spielt, ist er sehr wichtig für uns. Es war nicht leicht für uns, als er nicht weiterspielen konnte."

Auch die vielen Strafminuten (84:64) wogen wie schon in Spiel 1 schwer, denn Vegas erzielte zum zweiten Mal in Folge zwei Powerplay-Tore (2/7 in Spiel 1, 2/4 in Spiel 2). Florida spielte hart, schoss aber ein ums andere Mal über das Ziel hinaus. Das Körperspiel ein wenig zurückzuschrauben aber ist für die Panthers keine Option.

"Ich denke, wir sind eine große, schwere Mannschaft und sind im letzten halben Jahr erfolgreich mit unserem Körperspiel gefahren", so Tkachuk. "Auch sie spielen physisch, bei uns ist es vielleicht manchmal ein bisschen zu viel. Wir bleiben bei unserem System, spielen weiter physisch, das ist hoffentlich das Erfolgsrezept."

"Wir dürfen ihnen nicht so viele Überzahlmöglichkeiten geben und müssen von der Strafbank wegbleiben", forderte Lundell - genauso wie Bennett: "Wir hatten das ganze Jahr ein gutes Spiel in der Defensive. Wir müssen uns einfach ein wenig beruhigen und voll auf unser System vertrauen."

Die To-Do-Liste für Florida ist vor Spiel 3 lang.

"Wir müssen ein paar Dinge ausbessern", weiß Tkachuk und zählt auf: "Bessere Reihenwechsel, Backchecks, Pucks in der gegnerischen Zone halten, enger verteidigen, mehr Schüsse blocken, in der eigenen Zone sauberer aufbauen, Pucks tief spielen."

Ein Faktor sind auch die vielen geblockten Schüsse der Golden Knights: In Spiel 1 verzeichnete Vegas 16 Blocks, in Spiel 2 waren es deren 20.

"Sie blocken viele Schüsse", musste Bennett zugeben. "Wir müssen schauen, dass wir besser durchkommen und mehr Pucks aufs Tor bekommen."

Wechselt mit dem Heimrecht auch das Momentum?

Nach dem 0:2-Rückstand in der Best-of-7-Finalserie stehen nun zwei Tage Pause an, am Donnerstagabend (8 p.m. ET; NHL.tv, Sky Sport; Fr. 2 Uhr MESZ) geht es dann in der FLA Live Arena in Sunrise mit Spiel 3 weiter.

"Sie haben die Hälfte des Weges geschafft, hoffentlich denken sie jetzt ein wenig darüber nach, was uns in die Karten spielen könnte", glaubt Tkachuk. "Wir selbst müssen aber alles dafür geben, das Momentum wieder auf unsere Seite zu ziehen. Zu Hause vor unseren fantastischen Fans zu spielen, bedeutet uns viel. Wir sind ein gutes Heimteam und werden unsere Fans brauchen. Wir wollen in Spiel 3 unser bestes Eishockey in dieser Saison spielen."

"Es ist noch nicht vorbei", bekräftigt Lundell. "Wir glauben an uns, werden uns jetzt erholen und werden dann bereit sein, um auf heimischem Eis vor unseren Fans ins Spiel 3 bestehen zu können. Wir wollen den Reset-Kopf drücken und mit voller Energie ins Heimspiel gehen."

"Der Glaube zurückzukommen ist riesig", sagt auch Bennett. "Was ich garantieren kann, ist, dass wir niemals aufgeben werden. Das haben wir die ganze Saison schon nicht getan. Alles was wir jetzt tun müssen, ist, ein Spiel zu gewinnen. Wir sollten uns jetzt um nichts anderes kümmern."