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Warum die Edmonton Oilers ausgeschieden sind

Nur acht Tore in vier Spielen, inklusive fünf mit Beteiligung von Draisaitl waren zu wenig gegen Winnipeg

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Freier Autor

Nach nur vier Spielen endete der große Traum vom Stanley Cup für Leon Draisaitl und die Edmonton Oilers. Kyle Connor besiegelte am Montag mit dem Siegtreffer in der dritten Verlängerung die 3:4-Niederlage der Oilers und den Sweep in der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs durch die Winnipeg Jets. Die Partie bildete einen würdigen Abschluss einer Serie, die knapper war, als der Endstand von 4:0-Spielen vermuten lässt.

"Das ist mittlerweile nur noch enttäuschend", erklärte Oilers-Stürmer Ryan Nugent-Hopkins. "Wir haben den ganzen Abend gekämpft, ich meine, drei Verlängerungen... Das ist das dritte Mal in vier Spielen, dass wir in die Verlängerung gegangen sind. Da kann man nicht viel sagen, außer dass das schwer zu verkraften ist."

Video: EDM@WPG, Sp4: Connor gewinnt Serie für Jets in 3. OT

Die Oilers hatten die reguläre Saison mit 72 Punkten (35-19-2) auf dem zweiten Platz der Scotia North Division beendet. Damit gingen sie eigentlich als klare Favoriten in das Duell mit den Jets. Das frühe Aus ist daher umso enttäuschender, doch Kapitän Connor McDavid lobte seine Mannschaft trotzdem.

"Jeder hat alles gegeben. Ich bin definitiv stolz auf alle", ließ McDavid nach Spiel 4 wissen. "Ich finde, wir waren diesen Abend über weite Strecken die bessere Mannschaft. Es ist frustrierend, aber so ist das manchmal. Es war eine komische Serie, vor allem ein komischer Sweep. Sowas sieht man normalerweise nicht, aber so ist es eben gelaufen."

Bei allem Lob für die Bemühungen der Mannschaft zeigten sich doch einige Schwächen, die für das Ausscheiden entscheidend waren.

Die Jets fanden ein Mittel gegen Draisaitl und McDavid

McDavid war mit 105 Punkten (33 Tore, 72 Assists) der beste Scorer der regulären Saison, Draisaitl folgte mit 84 Punkten (31 Tore, 53 Assists) auf dem zweiten Platz. Gemeinsam schienen die beiden unaufhaltbar, doch genau das gelang den Jets. In den ersten beiden Spielen blieben die Superstars ohne Punkt, insgesamt erzielte Draisaitl zwei Tore und drei Assists, McDavid ein Tor und drei Assists. Bei der üblichen Produktion der beiden sind ein Punkt pro Spiel für McDavid und 1,25 für Draisaitl deutlich unter dem üblichen Durchschnitt, was die Mannschaft nur schwer verkraften kann.

Video: EDM@WPG, Sp4: McDavid gleicht per Bauerntrick aus

Fehlende Tiefe in der Offensive

Wenn die Starstürmer nicht treffen, muss der Rest der Offensive funktionieren. Doch bei Edmonton fehlten die Beiträge aus der dritten und vierten Reihe und von der blauen Linie. Kein einziger Verteidiger erzielte ein Tor, nur drei Treffer fielen ohne Beteiligung von mindestens einem der beiden Spitzenspieler. Dominik Kahun und der Schweizer Gaetan Haas blieben in jeweils zwei Spielen ohne Punkt. In den vergangenen Jahren kristallisierte sich immer mehr heraus, dass auch die hinteren Reihen Torgefahr ausstrahlen müssen, wenn man den Stanley Cup gewinnen will. Bei jedem der drei vergangenen Champions, den Tampa Bay Lightning, St. Louis Blues und Washington Capitals, spielten die dritte und vierte Reihe immer wieder eine große Rolle und schossen ihre Mannschaften teilweise zum Sieg. Diese Tiefe fehlte den Oilers nachwievor.

Überragender Hellebuyck gewinnt das Torwart-Duell

So gut die Verteidigung der Jets auch auf Draisaitl und McDavid eingestellt war, man kann nicht behaupten, dass sich die Oilers keine Chancen herausspielen konnten. Am Ende war auch Winnipegs Torwart Connor Hellebuyck für den Ausgang der Serie mitverantwortlich. Obwohl Mike Smith zwischen den Pfosten der Oilers eine durchaus respektable Leistung brachte, gewann Hellebuyck, der in der vergangenen Saison die Vezina Trophy als bester Torhüter der NHL gewonnen hatte, das Torhüter-Duell. Mit 95 Prozent Fangquote und 1,6 Gegentoren pro Spiel liegt er jeweils auf dem vierten Platz aller Torhüter in den Playoffs. Außerdem war er einer von nur vier Torhütern, die einen Shutout schafften.

Fokus und Nervenstärke in Schlüsselmomenten

Die Jets schienen in den entscheidenden Situationen besser mit dem Druck zurecht zu kommen, was in den knappen Spielen ein wichtiger Faktor war. In Spiel 2 erzielte Paul Stastny das einzige Tor des Spiels in der Verlängerung. In Spiel 3 hatten die Oilers im dritten Drittel eine 4:1-Führung, gaben diese aber innerhalb von 3:03 Minuten aus der Hand und kassierten in der Verlängerung den entscheidenden Treffer durch Nikolaj Ehlers. Am Montag lagen sie nach zwei Dritteln mit 3:2 in Führung, kassierten jedoch wiederum den Ausgleich im Schlussabschnitt und verpassten im dritten Spiel in Folge die Chance, das Spiel in der Verlängerung für sich zu entscheiden.

Die kleinen unangenehmen Aufgaben

Es besteht kein Zweifel daran, dass Edmonton wunderschönes und spektakuläres Offensiv-Eishockey spielen kann, doch in den Playoffs sind oft einfach nur die undankbaren, unangenehmen Arbeiten gefragt. In dieser Kategorie konnten sie einfach nicht mit den Jets mithalten. Während Edmonton pro 60 Minuten Spielzeit 31,58 Checks fuhr, kam Winnipeg auf einen Wert von 42,57. Mit 13,79 gelockten Schüssen pro 60 Spielminuten landeten die Oilers auf Platz zwölf der 16 Playoff-Teams, die Jets führten das Feld mit 20,19 Blocks an. Letztendlich war es ein harter, aber verdienter Arbeitssieg für die Jets.

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