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Die Familienbande wächst weiter

Tkachuk, Drury und Kovalenko unter den gedrafteten Spielern 2018

von Marc Rösch @NHLde / NHL.com/de Autor

Die NHL-Familie wird von einigen weit verzweigten Stammbäumen durchdrungen und der NHL Draft 2018 wird diese Entwicklung nicht stoppen. Auch im American Airlines Center in Dallas sollte einigen verfügbaren Kandidaten ihr berühmter Nachname kein Nachteil sein.

Schon an vierter Position wählten die Ottawa Senators den ersten Kandidaten mit prominenten Wurzeln aus. Außenstürmer Brady Tkachuk von der Boston University war der Glückliche. Als Nummer 4 toppte er sogar die Draft-Ergebnisse seines Vaters Keith und seines Bruders Matthew.

Der langjährige NHL-Stürmer Keith Tkachuk wurde beim NHL Draft 1990 an Nummer 19 von den Winnipeg Jets ausgewählt und Matthew Tkachuk stürmt seitdem er beim NHL Draft 2016 als sechster ausgewählt wurde, für die Calgary Flames.

"Da ist mir einiges an Last von den Schultern gefallen", freute sich Brady mit einem Augenzwinkern. "Matthew wird bestimmt noch von mir hören. Er war sehr stolz auf mich und ich freue mich aktuell einfach riesig."

Dabei ist es für Brady selbstverständlich, dass er den Erfolg zu einem großen Teil auch seiner Familienbande zu verdanken hat. "Das geht zu einem großen Stück auch an meinen Bruder und meinen Vater. Jetzt muss ich richtig trainieren und versuchen bereit zu werden."

Der 18-Jährige gebürtige US-Amerikaner markierte in der Vorsaison 31 Punkte (8 Tore, 23 Assists) in 40 Spielen und er war in 2018 zwar der erste, aber nicht der letzte Spieler, dem das Talent vermeintlich schon in die Wiege gelegt wurde.

Video: Canadiens draften F Jesperi Kotkaniemi als Nr. 3

Mit beispielsweise Nikolai Kovalenko, Jesperi Kotkaniemi, Filip Zadina, Simon Kjellberg, Mattias Samuelson, Jack Drury oder Kody Clark wurden einige weitere Sprösslinge großer Eishockey-Familien ausgewählt.

Samuelson musste nicht lange warten, bis sein Name aufgerufen wurde. An 32. Stelle wurde er von den Buffalo Sabres ausgewählt. Sein Vater Kjell diente lange Jahre als Verteidiger der Philadelphia Flyers, New York Rangers und Tampa Bay Lightning und leitet seit einigen Jahren das Spieler-Entwicklungsprogramm der Flyers.

Mattias spielt wie sein Vater auf der Verteidiger-Position. Dass er ab und zu einen Ratschlag annimmt, ist für ihn selbstverständlich. "Er war ein ziemlich großer Defensivspieler, also gibt er mir auch den ein oder anderen Tipp", erzählte er. "Er ist der Meinung, dass ich meinen Körper zu meinem Vorteil nutzen soll. Bis jetzt hat es in meiner Karriere noch nie eine Rolle gespielt und bin ich noch nie nur Zielscheibe geworden, nur weil mein Vater ein NHL-Spieler war."

Auch einen Vater, der NHL-Spieler war, hat Carolina Hurricanes Zweitrunden-Pick (Nummer 42) Drury. Ted Drury war Center und sein Onkel Chris Drury sammelte in seiner 892 Spiele andauernden NHL-Karriere über 600 Punkte. "Es ist toll, von ihnen lernen zu können", erzählte Drury. "Aber ich will unbedingt etwas eigenes aufbauen. Ich will nicht einfach als der Sohn von Ted Drury oder Neffe von Chris Drury bekannt sein. Ich will, dass mich die Leute als Jack Drury kennen. Das ist eine Sache, in der ich in unsere Familie großen Rückhalt genieße und bei der sie mich sehr unterstützen."

In der sechsten Runde wählten die Colorado Avalanche einen Spieler aus, dessen Vater schon vor über 20 Jahren für die Organisation tätig war. Gegen Ende der 1990iger Jahre ging Andrei Kovalenko für insgesamt sechs NHL-Klubs auf Torjagd.

Darunter auch die Quebec Nordiques und Avalanche, für die nun auch sein ältester Sohn Nikolai stürmen wird. Wie sein Vater agiert Nikolai ebenso vorzugsweise auf dem rechten Flügel. Der 177 cm große und 79 kg schwere Stürmer gab in der Vorsaison sein KHL-Debüt für Lokomotiv Yaroslavl. Nun gaben ihm die Avalanche an Draft-Position 171 ihre Stimme.

Nur Augenblicke zuvor wurde Simon Kjellberg von den New York Rangers ausgewählt (Nummer 163). Dass sein Vater Patric Kjellberg höchstpersönlich Scout bei den Rangers ist, soll tatsächlich nur eine Nebenrolle gespielt haben. Ob Simon es seinem Vater gleichtun und auf sechs Spielzeiten (160 Punkte) in der NHL kommen wird, bleibt abzuwarten. In der Vorsaison erreichte der 190 cm große Verteidiger in 43 Partien für die U20 des Rögele BK 9 Punkte (4 Tore, 5 Assists) und eine -12 Wertung.

Deutlich aussichtsreicher scheinen da doch die Karriereperspektiven von Kotkaniemi und Zadina zu sein. Kotkaniemi (Nummer 3) und Zadina (Nummer 6) gehören zu den größten Talenten ihres Jahrgangs. Ihre Väter spielten nur in Europa und nie in der NHL, einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung ihrer Kinder hatten sie trotzdem.

 

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"Natürlich hilft es sehr", sagte Kotkaniemi darüber, dass sein Vater Trainer gleichzeitig sein Trainer beim finnischen Liiga-Klub Assat ist. "Er gibt mir jeden Tag seine Ratschläge. Das ist extrem wichtig für mich."

Ein Name, der in der NHL seit Mitte der 80er Jahre für Furore sorgte war Wendel Clark. Er wurde im NHL Draft 1985 von den Toronto Maple Leafs an erster Stelle gezogen und erzielte in seiner Karriere 441 Punkte (260 Tore, 181 Assists) in 608 Spielen. Seine physische Spielweise sorgte für viele Fans, die sich noch heute an ihn erinnern. Nun gingen die Rechte an seinem Sohn Kody, einem Zwei-Wege-Stürmer, an 47. Stelle an die Washington Capitals.

"Es ist ein außergewöhnlicher Tag, wenn die jungen Leute ihre Chance bekommen, ihren Traum aufrechtzuerhalten", betonte der Senior gegenüber NHL.com. "Wenn dein Sohn dann noch ein Team wie Washington bekommt, das gerade gewonnen hat, dann sage ich nur 'hey, er ist näher am Stanley Cup, als ich es je war."

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