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Ist es das Ende einer Ära für drei Teams?

Mit den Penguins, Blackhawks und Kings schwächeln drei große Champions der vergangenen Jahre

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

In der Rubrik "NHL Pulse" beleuchtet NHL.com/de an jedem Montag aktuelle Themen, Diskussionen und Entwicklungen der Saison 2018/19, die im Hintergrund des Spielgeschehens liegen.

Heute geht es um den sich abzeichnenden sportlichen Machtwechsel in der Liga:

Im vergangenen Jahrzehnt beherrschten vor allem drei Teams die NHL. Die Los Angeles Kings (2012, 2014), die Chicago Blackhawks (2010, 2013, 2015) und die Pittsburgh Penguins (2009, 2016, 2017) dominierten über Jahre hinweg die Liga. Sie gewannen acht der letzten zehn Stanley Cup-Titel.

Lediglich den Boston Bruins (2011) und den Washington Capitals (2018) gelang es in dieser Dekade deren Dominanz einmal zu unterbrechen und sich selbst den Meistertitel zu holen.

Ein Blick auf die Tabelle rund sechs Wochen nach dem Saisonstart 2018/19 zeigt, dass sowohl Chicago, als auch Los Angeles und selbst Pittsburgh den hohen Erwartungen hinterherhinken.

Alle drei Teams rangieren außerhalb der Plätze, die sie für eine Teilnahme an den Stanley Cup Playoffs qualifizieren würden. Handelt es sich hierbei lediglich um eine Momentaufnahme oder zeichnet sich hier wirklich schon eine längerfristige Trendwende ab, ist die Zeit der großen drei Meistermannschaften des vergangenen Jahrzehnts erst einmal vorbei?

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Am Freundlichsten gestaltet sich die sportliche Situation derzeit für die Blackhawks. Mit einer Zwischenbilanz von 8-8-5 und daraus resultierenden 21 Punkten rangieren die Jungs aus der Windy City beim Rennen um einen Wild Card-Platz drei Zähler hinter den Colorado Avalanche (24), die jedoch ein Spiel weniger absolviert haben.

Sorgen bereitet allerdings, dass der Klub, der sich bereits vor rund zwei Wochen von seinem Erfolgstrainer der vergangenen Jahre, Joel Quenneville, getrennt hat, es in den vergangenen zehn Spielen dennoch nur auf eine bescheidene Bilanz von 2-5-3 brachte. Unter Quennevilles Nachfolger Jeremy Colliton verbesserten sich die Blackhawks, die am Sonntagabend die Minnesota Wild mit 3:1 schlugen, nur marginal (2-2-2).

Schon im Vorjahr enttäuschte die prominent besetzte Mannschaft rund um die Superstars Jonathan Toews und Patrick Kane, verpasste klar die Playoffs im vergangenen Frühjahr. Der Start in die neue Saison verlief ebenfalls sehr enttäuschend, so dass sich die Klubführung zu dem Trainerwechsel entschied.

 

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Nach aktuellem Stand ist der Zug in Richtung Playoffs für die Blackhawks selbstverständlich noch nicht endgültig abgefahren. Aufgrund der Entwicklung in Chicago schrillen jedoch schon die Alarmglocken. Die Tendenz zeigt inzwischen schon dermaßen lange nach unten, so dass einiges dafür spricht, dass die ganz großen Tage dieses Kaders in der Tat schon Geschichte sind.

Noch deutlich enttäuschender verliefen die ersten Wochen dieser Spielzeit für die Kings. Der zweifache Champion rangiert mit nur sechs Siegen in 19 Spielen (6-12-1) und mageren 13 Zählern nicht nur am Tabellenende der Western Conference, sondern ist mit einem Abstand von vier Punkten die punktschlechteste Mannschaft der Liga.

Diese desaströse Ausbeute ist für ein Team, das nach dem unbefriedigenden Erstrunden-Aus gegen die Vegas Golden Knights in den Playoffs 2018 und das ursprünglich auf Wiedergutmachung aus war, erschütternd.

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Nach der Verpflichtung von Stürmer Ilya Kovalchuk im Sommer, der nach zuletzt fünf Jahren in der KHL mit viel Vorschusslorbeeren an die Pazifikküste gewechselt war, wollten die Kings unter Coach John Stevens mit viel Energie wieder einen Angriff auf den Titel wagen.

Der enttäuschende Saisonstart lässt solche Ambitionen inzwischen als illusorisch erscheinen. Von ihren jüngsten zehn Ligaspielen gewannen die Kings immerhin deren vier, so dass ein sportliches Wunder, und als solches müsste man das Erreichen des Saisonziels nach diesem fatalen Start wohl bezeichnen, nicht vollends auszuschließen ist.

Auch in Los Angeles wurde die Karte Trainerwechsel früh im Jahr gespielt. Das Team betreut seit dem 4. November Willie Desjardins, zu dessen Trainerstab seit der vergangenen Woche auch Ex-Bundestrainer Marco Sturm gehört.

Ein Blick auf den Kader der Kings zeigt, ähnlich wie bei den Blackhawks, einen vergleichbar großen Anteil an älteren Spielern, die schon bei den Titelgewinnen der Vergangenheit im Kader standen. Haben es die Südkalifornier verpasst rechtzeitig einen Umbruch einzuläuten und sich zu verjüngen? Schließlich setzte die Klubführung mit dem 35-jährigen Kovalchuk einmal mehr auf viel Erfahrung und Routine.

Für die ganz großen Schlagzeilen sorgen in erster Linie Teams mit deutlich jüngeren, vielfach schnelleren Spielern, wie etwa einem Auston Matthews (Toronto Maple Leafs) oder auch Patrik Laine (Winnipeg Jets).

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Nicht viel erfreulicher stellt sich die sportliche Situation bei den Penguins in der Eastern Conference dar. Der Champion der Jahre 2016 und 2017 verfehlt in den ersten Wochen der Saison 2018/19 klar die eigenen Erwartungen und bildet mit einer negativen Bilanz von 7-8-3 sowie mageren 17 Zählern das Tabellenschlusslicht in der Eastern Conference.

Ihr Rückstand auf die Montreal Canadiens, die den zweiten Wild Card-Platz innehaben, beträgt schon acht Zähler. Die Mannen aus Pittsburgh haben jedoch gegenüber den Frankokanadiern zwei noch mehr zu absolvierende Spiele in der Hinterhand.

Obwohl die Klub-Verantwortlichen auf einen Trainerwechsel verzichtet haben und unverändert an Meistertrainer Mike Sullivan festhalten, stellt sich bei einem näheren Blick auf den Teamkader ebenso die Frage: Haben die Verantwortlichen zu lange den ehemals bewährten Kräften vertraut?

 

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Der Kader der Penguins besteht schon seit Jahren aus den gleichen Stützen. Neben Superstar Sidney Crosby, baut Pittsburgh schon seit langem auf Größen wie Evgeni Malkin oder Phil Kessel. Sie gehören zu den etablierten Kräften, sie stehen noch immer unter den besten 20-Scorern der Liga, doch sind deren Glanzzeiten womöglich in Kürze vorbei?

Haben die Bosse in Pittsburgh zu spät reagiert oder rettet sich ihre Mannschaft am Saisonende doch noch in die KO-Runde, in der dann bekanntlich wieder alles möglich wäre?

Aktuell bleiben die Antworten auf diese Fragen bei allen drei Klubs offen. Es sind schließlich noch immer etliche Hauptrundenspiele zu absolvieren. Vieles deutet jedoch in der Tat darauf hin, dass ihre ganz erfolgreichen Tage vorüber sein dürften.

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