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Wild bezahlen hohen Preis für ersten Sieg

Minnesota holte gegen die Chicago Blackhawks den ersten Sieg, verloren dabei aber wichtige Spieler

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Nach zwei Spielen und zwei Niederlagen war es am Donnerstag endlich soweit, endlich durfte auch der "State of Hockey" seinen ersten Erfolg feiern. Die Minnesota Wild gewannen 5:2 gegen die Chicago Blackhawks, ihren großen Rivalen in der Central Division. Doch der erste Sieg wurde zu einem hohen Preis, den die Wild womöglich noch für Wochen spüren werden, erzielt.

Sie traten bereits verletzungsgeschwächt an, Mikael Granlund fehlte wegen einer Leistenverletzung und Zach Parise leidet unter Rückenproblemen. Im Laufe der Partie sollte es noch schlimmer kommen. Nach einem Kampf im ersten Drittel fiel Marcus Foligno aus. Im dritten Drittel wurde Charlie Coyle von einem Schuss am Knöchel getroffen und verließ das Spiel. Schließlich humpelte Nino Niederreiter nach einem Zweikampf mit Chicagos John Hayden mit schmerzverzerrtem Gesicht zur Bank. Der Schweizer ging während des Zweikampfs auf ein Knie und Hayden fiel unglücklich auf das verdrehte Bein.

"Das sind natürlich große Namen, aber es ist noch früh in der Saison. Wir werden uns durchbeißen", zeigte sich Stürmer Jason Zucker zuversichtlich. "Wir haben großartige Anführer in unserer Kabine. Dubnyk ist großartig und falls nötig haben wir noch Alex Stalock im Tor. Es wird ein harter Kampf, aber wir sind bereit dafür."  

Die Wild beendeten das Duell am Donnerstag mit nur acht Stürmern, erzielten aber dennoch vier Tore im Schlussabschnitt. Das liegt vor allem daran, dass sie wohl einen der am meisten ausgeglichenen Kader der Liga haben. Obwohl sie vergangene Saison die zweitmeisten Tore der Liga verbuchen konnten, war ihr Topscorer Mikael Granlund nach Punkten (69) nur auf Rang 20 der Liga, Eric Staal als bester Torschütze (28) nicht einmal unter den besten 30 Torschützen. Dafür trafen 25 verschiedene Akteure für die Wild, ganze zwölf Spieler sogar zweistellig. Ein Beweis dafür, wie breit der Kader aufgestellt ist.

"Es war hart", sagte auch Stürmer Chris Stewart nach dem Spiel gegen die Blackhawks. "Aber wir haben hart gearbeitet und Kampfgeist gezeigt. Mit den Verletzungen kommen auch Chancen. Wir wissen, dass andere Spieler einen Gang hochschalten müssen und das haben wir heute gemacht. Wir werden das heute genießen und morgen wieder an die Arbeit gehen und uns auf Columbus vorbereiten. Deshalb haben wir einen der tiefsten Kader der Liga. Wenn Spieler ausfallen, will man für seine Mitspieler in die Bresche springen. Heute hat es für mich geklappt, im nächsten Spiel ist es vielleicht jemand anderes."

Video: MIN@CHI: Stewart bringt die Wild im 3. nach vorne

So optimistisch sich die Wild auch geben, diese Spieler zu verlieren, ist ein harter Schlag für die Mannschaft. Granlund war 2016/17 ihr Topscorer, Niederreiter nach Punkten auf Rang vier des Teams, Coyle auf fünf. Parise verpasste vergangene Saison einige Spiele, erzielte aber dennoch 42 Punkte in 69 Partien.

Coyle hat sich gemäß einer Meldung der Wild das Wadenbein gebrochen, wurde erfolgreich operiert und fällt sechs bis acht Wochen aus. Foligno hat sich im Gesicht verletzt und es wird erwartet, dass er mindestens eine Woche nicht zur Verfügung stehen werde. Niederreiter hat sich Bänder im Knöchel gedehnt und wurde wie Coyle auf die Verletztenliste gesetzt. Er soll mindestens drei Wochen nicht zur Verfügung stehen.

Niederreiter erzielte in der aktuellen Saison zwar noch keine Punkte, war mit 25 Toren in der Vorsaison aber der drittbeste Torschütze der Wild. Der 25-jährige Graubündener gehört seit 2013 zum Kern der Offensive in Minnesota und erzielte in den letzten drei Jahren immer mindestens 20 Tore.

Ein Glück für die Wild ist, dass sie im Oktober einen eher entspannten Spielplan haben, in den nächsten 18 Tagen müssen sie nur sieben Spiele bestreiten. Das gibt den Verletzten und angeschlagenen Spielern etwas Zeit sich auszukurieren, doch im November stehen ganze 15 Begegnungen auf dem Programm. Bei dieser Fülle an Spielen brauchen sie ihre routinierten Angreifer bei bester Gesundheit, sonst könnten im Rennen auf die Plätze in den Playoffs bereits früh in der Saison entscheidende Punkte auf der Strecke bleiben.

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